Posts mit dem Label Smalltalk werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Smalltalk werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 19. Dezember 2020

Der Geist der Weihnacht

Ihr Lieben, lasst mich Euch aufzeigen, wie ich dieses Fest sehe. Welche Emotionen es in mir auslöst und was es mir bedeutet. Es geht dabei nicht ums Heiden- oder Christentum. Es braucht für mich keinen Namen wie Jul oder Heiligabend. Letzten Endes erzählen für mich beide Versionen dieselbe Geschichte, wenn auch mit anderen Worten. Weihnachten ist Liebe und der Glaube an Wunder, der auf ewig fortbesteht. Es ist die Hoffnung darauf, dass am Ende alles gut werden wird. Dass auch nach der längsten Nacht wieder ein heller Morgen auf uns wartet. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Denn die Wintersonnenwende ist nichts andres als der Beweis der Natur, dass inmitten der dunkelsten Zeit des Jahres das neue Licht geboren wird. In jedem Jahr, in jedem Leben, in jeder Geschichte. Egal ob sie vom Kampf des Stechpalmenkönigs gegen den Eichenkönig berichtet oder von der Geburt Jesu Christi. Die Wahrheit ist, die eine, unumstößliche Tatsache, dass zur Weihnachtszeit die längste Nacht des Jahres endet und das Licht wieder an Kraft zunimmt. Mitten im Winter. Da gewinnt die Sonne wieder an Kraft und die Tage werden langsam länger. Sehr langsam, beinahe unmerklich. Denn die vermeintlich tristeste und kälteste Periode des Winters steht uns ja erst noch bevor. Dennoch ist es Fakt.

Wenn keine Lichterketten und Tannenbäume mehr die trüben Gedanken und finsteren Gedanken ausleuchten. Wenn das große Fest vorüber ist, all die köstlichen Gerichte verspeist und die feierliche Vorfreude längst verpufft. Dann schleicht sich der Frühling auf leisen Sohlen zurück in unser Dasein und bringt die Verheißung auf (ein) neues Leben mit sich.

Weihnachten, das ist ein überschwängliches Gefühl, alles und jeden und die ganze Welt umarmen zu wollen. Es erinnert uns daran zu teilen, zu helfen, zu schenken und das Gute zu sehen. Überall. Es weckt Nächstenliebe und Güte und Werte, die wir vielleicht aus den Augen verloren haben.

Es ist mir gleich, dass heute leider eine häufig verbreitete Meinung herrscht die besagt, dass wenn es nur einmal im Jahr zu solchen "Ausbrüchen von Herzlichkeit" käme, dann könne man sich dies auch gleich klemmen. Was für ein Quatsch! Wie sollen wir denn sonst zurück auf den rechten Pfad kommen und erinnert werden an all die Wärme? An Verbundenheit, Hilfsbereitschaft und Mitgefühl. Einmal muss doch der Wendepunkt kommen, an dem wir uns auf all das zurück besinnen. Klar ist das Leben hektisch. Jeder hat sein eigenes Päckchen zu tragen und ist mit sich selbst beschäftigt. Kann es deshalb schlecht sein, wenn der Augenblick gekommen ist, der uns darauf aufmerksam macht, dass da noch mehr ist? Noch viel mehr? Größeres, wichtigeres, immerwährendes und ewig gültiges?

Ich glaube wenn wir uns dem verschließen und diese Rückbesinnung endgültig verweigern, dann ist wirklich Hopfen und Malz verloren. Natürlich wäre es gut und wünschenswert, wenn uns diese Grundstimmung das ganze Jahr über begleiten würde. Aber so einfach ist es nun einmal nicht. Wir sind alle nur Menschen. Und wir sind nicht perfekt. Jeder von uns hat kleine und große Sorgen und einen Job und viel zu tun und einen Alltag zu managen. Die einen behalten es mehr im Blick und die anderen weniger. Ich möchte niemandem einen Vorwurf machen. So ist das Leben. Wir leben in einer Realität, die fern vom Paradies oder einer Utopie existiert, die sicherlich erstrebenswert wäre.

Und doch lebt dieser Funke und er keimt und er schlägt Wurzeln und er breitet sich aus. So, dass das Gute fortbestehen kann. Wenn wir es zulassen. Wenn wir unsere Herzen öffnen und alle starren religiösen wie auch weltlichen Dogmen abstreifen. Und einfach wieder zu Kindern werden. Vielleicht nur für einige Tage im Jahr. Aber die können genügen.

In meiner tiefsten Depression, da fühlte ich fast gar nichts mehr. Ein beinahe unbeschreiblicher Zustand. Ich hatte weder Kraft einen Baum zu schmücken, noch sonstige Ressourcen. Umso dankbarer bin ich heute. Wo ich all die Freude, das Leuchten und die kindliche Sorglosigkeit wieder spüren kann. Denn diese Abwesenheit schmerzte. Zumindest insofern, als dass ich mich erinnern konnte und wusste wie ich mich eigentlich hätte fühlen sollen. Wie ich mich immer gefühlt hatte. Wie sehr ich dieses Fest liebte. Ich wusste es, aber ich konnte es nicht reanimieren. Damals nicht. Und ich hatte keine Ahnung ob es jemals zurück kehren würde. Aber wie die Sonne im tiefsten Winter, so erstieg auch ich eines Tages wie der Phoenix aus der Asche.

Heute lebe ich wieder die totale Weihnachts-Euphorie, wie früher. Auch wenn nicht alles perfekt ist. Obwohl es da Sorgen gibt, die mich begleiten. Ich will glauben, dass alles gut werden wird. Denn das macht es doch aus. Das ist doch der Zauber und die Verheißung der Heiligen Nacht.

Das macht uns aus. Egal ob wir Heiden sind oder Christen oder ob wir "an gar nichts glauben". Dem Geist der Weihnacht können wir uns so gut wie nicht entziehen. Und das sollten wir auch nicht. Der Glaube an das Licht und die Liebe und den Zauber verleiht uns eine Kraft, die ich für geradezu lebensnotwendig halte.

Für diese paar Tage oder auch Wochen im Jahr werden wir alle ein kleines bisschen wieder zu Kindern. Der eine mehr, der andere weniger. Trotz Einkäufen, Stress und Kochmarathon müssen wir uns das bewahren! Verschließt Euch nicht vor der Magie der funkelnden Lichter im Baum, der flackernden Flammen von Kerzen oder des Duftens von frischem Gebäck. Was gewinnt Ihr denn dadurch? Richtig - gar nichts. Ihr bringt Euch lediglich um eine bereichernde Erfahrung, die uns alle Jahre wieder vor Augen führen kann, worauf es wirklich ankommt. Auf die kleinen Dinge nämlich. Freundschaft, Verbundenheit, Menschlichkeit, Fröhlichkeit und Liebe. Wofür bitte leben wir denn sonst?! Dein Geld kannst Du jedenfalls nicht mitnehmen, wenn es irgendwann vorbei ist. Dass es ohne auch nicht schön ist, darüber brauchen wir gar nicht zu diskutieren. Ich will nur sagen, besinnt Euch auf das Wesentliche. Worauf es im Leben ankommt. Was wirklich wichtig ist.

Hand auf´s Herz: Wer hegt nicht den Traum der weißen Weihnacht? Wer mag denn  keinen Schnee?! Ich rede jetzt nicht von den pragmatischen Angelegenheiten. Von Verkehrschaos und Räumdienst und grauem Matsch. Nein. Stellt Euch den Zauber vor. Die Stille, den Frieden und die unvergleichliche Schönheit dieser fluffigen Puderzucker-Decke über dem Land. Was könnte schöner sein? Glücklicher Weise müssen wir dank Snowhy zu keinem Weihnachtsfest auf Schnee verzichten. Aber mal ernsthaft, dieses Märchen existiert doch wohl einfach im Herzen von so gut wie jedem (der kein Grinch ist).

In diesem Jahr wird Weihnachten für viele Menschen anders ausfallen, als sie es gewohnt sind und vielleicht gewünscht hätten. Ich sage, das Fest bleibt das Fest! Erfreut Euch an Eurem warmen, gemütlichen Zuhause, das vermutlich im Glanze unzähliger Lichter erstrahlt. Schaut Weihnachtsfilme (besser kann man kaum in Stimmung kommen), hört Weihnachts-Lieder, dekoriert Euer Haus, backt Plätzchen, nascht all die leckeren Sachen und lasst es Euch gut gehen. Kommt mal zur Ruhe. Lest, kocht, lasst es Euch schmecken und denkt mal an nichts. Die Zeit hält doch eh nicht lange an. Die Feiertage sind so schnell schon wieder vorbei, wir sollten sie genießen. Und zum Glück gibt es ja heute so tolle Sachen wie whatsApp, Video-Calls und Teams-Meetings. Da kann auch eine virtuelle Bescherung eine lustige Angelegenheit werden.

Um hier nichts zu beschönigen und ganz offen zu sein: Als es um Lucky ging, da war es mit meiner Coolness und Besinnlichkeit auch am Arsch! Ist ja klar. Richtige Krisen können uns kalt erwischen, egal zu welcher Zeit im Jahr. Und dennoch hat es vielleicht ein klein wenig geholfen, sich mit Weihnachtsfilmen & Co.  abzulenken. Denken wir positiv, wünschen uns das Beste und hoffen auf einen glücklichen Ausgang. Mehr können wir eh nicht tun. Dank medikamentöser Einstellung sind wir vorsichtig zuversichtlich, ein weiteres fröhliches Weihnachtsfest mit allen dreien unserer Schätze verbringen zu können. Genauso wie wir es lieben. Das ist das größte Geschenk. Auch wenn wir uns natürlich sehr gefreut hätten mit unseren Freunden einen tollen Feiertag zu verbringen. Lasst es uns nehmen, wie es nun einmal ist. Es ist trotzdem schön und etwas ganz besonderes. Schließlich ist Weihnachten nur einmal im Jahr!

Macht ein Spektakel daraus, lasst es krachen! Mit Lichterketten und Glühwein und Lebkuchen und viel zu viel leckeren Sachen und allem, was dazu gehört. Ich wünsche uns allen von Herzen ein gesegnetes Jul, frohe Weihnachten, magische Rauhnächte und einen guten Rutsch in ein glückliches, gesundes neues Jahr! 



Freitag, 30. Oktober 2020

Happy Halloween (oder so)...!

Was für ein Jahr, was für eine Zeit. Keine Party diesmal. Keine traditionelle Feier. Kein Treffen. Und dennoch ein Fest. Nichts von dem, was ich erwartet hätte oder das ich geplant habe, trifft ein. Corona hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wie so vielen. Jedem eigentlich irgendwie.

Im ersten Lockdown haben wir beschlossen, das Beste daraus zu machen und die "geschenkte Zeit" zu nutzen. Diesen Sommer haben wir deshalb unser Wohnzimmer komplett renoviert. Streichen und neuen Boden verlegen lassen, die Hälfte der Möbel unten ersetzt. Für die Herbstferien hatten wir es ähnlich im Esszimmer und der Küche geplant. Ein Abwasch und fertig. Wieder Ruhe in den nächsten Jahren. Zumal die Rundumerneuerung dringend notwendig wäre.

Ihr kennt das: Neben der Arbeit, dem Freundeskreis, der Freizeitverpflichtungen und alle dem, bleibt einfach für diese grundlegenden Dinge häufig keine Gelegenheit. Nicht weiter schlimm. Kommt schon irgendwann, dachten wir uns. Und sollten Recht behalten mit dieser Einschätzung.

Dennoch ergab es sich anders. Der zweite Lockdown ist da, die nächste, für die dunkle Jahreszeit prophezeite Welle, hat uns erreicht. Aber unser Malermeister hatte für unsere Urlaubswoche im Herbst bereits einem anderweitigen Auftrag zugesagt. Insofern mussten wir die weiter führenden Renovierungspläne in das kommende Jahr verlegen. Ganz ehrlich gesagt bin ich eigentlich froh darüber. Nachdem wir bereits im Sommer quasi keinen Urlaub gehabt hatten, weil eben fast die gesamten zwei Wochen für unsere Maßnahmen drauf gegangen waren.

Man besitzt gar keine Vorstellung davon, was man alles im Laufe der Jahre angesammelt hat. Bis man einmal vor der Herausforderung steht, das Ganze anzufassen. Wortwörtlich. Einen Teil in Umzugskartons zu verpacken und im Hausflur zu stapeln. Die andere Hälfte auszusortieren und in blauen Säcken zum Betriebshof zu fahren.

Dann das Putzen und wieder Einräumen und Aufbauen neuer Möbel. Der Urlaub war um, ehe wir es uns versahen und schon ging es wieder an die Arbeit. Eigentlich wäre ich da erst recht urlaubsreif gewesen. Müde und kein bisschen ausgeruht. Aber natürlich unglaublich glücklich. Alles war neu und sauber. Unser Wohnzimmer hatte sich komplett verwandelt. Insofern sind unsere Mühen mehr als belohnt worden. Dennoch braucht der Körper irgendwann seine Auszeit. Und auch der Geist schmachtet nach Erholung. 

Sprich: Wir haben die Gelegenheit dankbar angenommen, einfach mal buchstäblich Nichts zu machen. Wie man das so schön sagt jedenfalls. Geputzt, eingekauft und gegessen werden muss ja trotzdem. Wobei ich eingestehe, das hat was. Ich finde es schön, mal wirklich Zeit zum Kochen zu haben. Für all die Gerichte, die sonst so gut wie nie auf den Tisch kommen. Weil Kartoffeln schälen und Rouladen schmoren usw. einfach so lange dauert.

Für mich waren diese Herbstferien ein großartiges Highlight. Ich hatte mir vorab sechs neue Bücher bestellt und einen Vorrat meines Lieblings-Rotweins angelegt. Konnte joggen gehen, wann immer ich Lust und Laune dazu hatte - wenn das Wetter es für meinen Geschmack zuließ. 

Sobald ich realisiert hatte, dass auf Grund der aktuellen Lage keine Halloween-Partys stattfinden würden, war ich auf eine traditionelle Feier im kleinen Rahmen umgeschwenkt. Früher habe ich meist mit meinen "verrückten Tanten", also meinen spirituell gleich gesinnten Freundinnen, dieses große Fest begangen. Einen Feiertag, der mir persönlich sehr viel bedeutet. Ahnengedenken. Der Hexen Winteranfang. Ganz früher einmal sogar ist es das Neujahrsfest gewesen. Weil einfach alles in der Dunkelheit, der tiefsten Finsternis, beginnt. 

Da wir jede in unserem bunten Haufen allerdings ein Stückchen entfernt voneinander wohnen, war klar, das käme auch nicht in Frage. Die eine hat ein kleines Kind, mehrere von uns sind gesundheitlich vorbelastet. Das wäre einfach nicht vernünftig gewesen. Auch die Gedanken an eine Party mit Freunden aus dem Dorf und sogar eine Verabredung im kleinen Kreis wurde verworfen. Ich habe einfach zu großen Respekt oder besser gesagt, Angst vor dieser Seuche. 

Viele unserer Freunde bzw. meiner Freundinnen verstehen meine Bedenken und teilen sie. Die meisten sorgen sich aktuell, vernünftigerweise, hinsichtlich ihrer eigenen Situation. Das Einkommen, welches nicht mehr gesichert wäre, wenn die selbständige Tätigkeit auf Grund von zweiwöchiger Quarantäne nicht mehr ausgeübt werden könnte. Das Kleinkind, das womöglich noch nicht widerstandsfähig genug wäre, um eine solche Virusinfektion zu überstehen. Die immunschwächende Vorerkrankung, die einen schweren Verlauf begünstigen würde.

Andere Freunde werden sich vermutlich trotz allem treffen und gemeinsam feiern, ich kann es ihnen nicht verdenken. Ich gönne ihnen die Freude und den Spaß von Herzen. Hoffe aber, dass sie auf sich achten werden und gesund bleiben. Falls wirklich welche zusammen kommen. Aus eigener Erfahrung weiß ich wie schwer das ist. Den Abstand einzuhalten und sich nicht in den Armen zu liegen, gerade wenn Alkohol im Spiel ist. Aber jeder von uns muss für sich selber Verantwortung übernehmen und Entscheidungen treffen, die das eigene Leben angehen.

Ich weiß auch, dass nicht jede von Euch meine Ängste nachvollziehen kann. Wisset, ich nehme diese Sache sehr ernst. Verdammt ernst sogar. Ich liebe mein Leben und die Menschen, die ich eben liebe. Nicht nur Menschen. Aber Ihr wisst, was ich meine. Katzen treffen sich nun einmal nicht in Kneipen und feiern Partys.

Ja Leute, auch das bin ich. Nehmt mich so oder lasst es. Ich bin ernsthaft und besorgt und ich versuche zu beschützen, was mir wichtig ist. Ich versuche zu leben, mit denen die ich liebe, so lange und so gut, wie ich kann. Dieses Leben ist mir heilig. Ich werde es auskosten, so lange und so gut, wie ich kann.

Auch das bin ich. Wenn ich schreibe, dann lasse ich alles los. Ich zeige mich verwundet und verletzlich und echt. So wie ich bin. Auch all die anderen Gesichter, die ich zeige, gehören wirklich zu mir. Die sorglose, lustige, total verrückte Ramona. Aber wenn ich schreibe, dann öffne ich mich anders. Ich lege alles frei, was ich fühle. Nehmt es oder lasst es. Liebt es oder hasst es. Aber das bin nun einmal ich. Freundschaft ist mehr als feiern und lachen. Es bedeutet auch leiden und weinen und umarmen und verstehen. Akzeptieren wie jemand ist. Und zwar im Ganzen. Und manchmal, neuerdings, bedeutet es wohl auch, sich nicht zu umarmen und sich nicht zu sehen. Jetzt gerade besteht der größte Freundschaftsdienst wohl darin, nicht zusammen zu sein.

Was ich grundsätzlich nie tue, ob ich nun rede oder schreibe, ist lügen. Ich habe genug Lügen für ein ganzes Leben gehört. Mein ganzes halbes Leben war eine Lüge. Wenn die Situation es meines Erachtens nach erfordert, dann formuliere ich eventuell sehr wohl überlegt. Weil ich niemanden verletzen will, der mir etwas bedeutet. Oder weil es nötig ist, beruflich vielleicht. Dann verhalte ich mich taktisch klug. Aber richtig lügen, eine Tatsache vortäuschen, die mir bzw. (m)einer Wahrheit nicht entspricht, das mache ich nicht. Ich verurteile Lügen. Sie sind mir ein Graus. Ich weiß auch woher das kommt. Die Ursache liegt in meiner Kindheit, in meiner Jugend vergraben. Deshalb werde ich niemandem antun, was man mir zugefügt hat. 

Und ich hoffe, dass meine kleine Schwester niemals auch nur annähernd so viele Lügen wird hören müssen, wie ich es musste. Ich wünsche mir von Herzen, dass sie nie erfahren wird, was ich über meine Mutter lernen musste. Weil das bedeuten würde, dass es einen Fortschritt gegeben hat. Eine Entwicklung. Deshalb werde ich sie auch nie diese Wahrheiten wissen lassen. Weil meine Wahrheit nicht zwangsläufig ihre sein muss. Es besteht die Möglichkeit, dass sie unter ganz anderen Voraussetzungen als ich, nicht nur aufwächst, sondern sich auch wird entfalten können. Daran möchte ich glauben. Dass diese eine Mutter nicht zweimal denselben Fehler machen wird. Dass dieses zweite Mädchen in einer Realität erwachsen werden darf, die ihrer größeren Schwester nicht vergönnt war. Weil ich sie liebe. Obwohl wir uns kaum jemals kennenlernen konnten. Und weil ich glauben möchte, dass das möglich ist. Denn ich bin nicht nur verlassen worden. Von dem einzigen Menschen, dem Naturgesetz-gemäß ich hätte auf ewig vertrauen dürfen sollen, wie keinem zweiten in der Welt. Ich bin auch verraten worden. Immer wieder. Etwas, das ich nie verstehen werde. Wie sehr ich mich auch bemühe. So sehr auch Therapeuten und schlaue Menschen versucht haben, mir zu erklären. Wir sind wie Schneewittchen und die böse (Stief-)Mutter. Aber ich werde nie verstehen oder akzeptieren können, wieso. Ich kann mir nur für den Lauf der Welt und den weiteren Verlauf meiner Familiengeschichte wünschen, dass sie sich nicht wiederholen wird. Und ich glaube das hat es auch nicht. 

So viel mal kurz zum Ahnengedenken und dem Drüber-Nachdenken, über die eigene Geschichte. Über die Gene. Über das, was mich zu der gemacht hat, die ich heute bin. Worüber ich wiederum froh sein darf. Denn all das hat mich geformt zu der Person und dem Charakter, der mich heute ausmacht. Hat mir die Werte vermittelt, die ich vertrete und für die ich einstehe. 

Warum ich das jetzt alles hier erzähle? Keine Ahnung! Wir leben im Jahr 2020, Leute. Und das ist anscheinend mein Medium. Wenn ich schreibe, dann lasse ich einfach alles frei fließen, was mir gerade durch den Kopf kommt. Manchmal denke ich, dass ich gar nicht richtig bewusst selber schreibe. Aber egal. Das mit dem Unterbewusstsein ist auch eine sehr spannende Sache. Auf die ich gerne später einmal gesondert eingehen werde. 

Wie auch immer Ihr feiern werdet oder auch nicht. Ob Euch die Ahnenzeit etwas bedeutet oder auch nicht. Ich wünsche Euch ein gesegnetes Samhain, ein fröhlich-schauriges Halloween und vor allem wünsche ich uns allen Gesundheit. Und Heilung.





Schön war´s mit Euch, im letzten Jahr....

Dienstag, 27. Oktober 2020

Die Sache mit dem Bewußtsein

Ich hatte bereits in meinem letzten Beitrag erwähnt, für wie wichtig ich dieses Thema grundsätzlich halte. Und zwar in jeglicher nur vorstellbaren Hinsicht. Sich bewusst zu sein was man tut, was man unterlässt, wie man isst, denkt, fühlt, konsumiert. Woher Vorlieben und Abneigungen stammen, woraus die eigenen Glaubenssätze und Verhaltensmuster resultieren, ist der Schlüssel zu so gut wie jeder Lebenslage. Angefangen bei den essentiellen Überzeugungen, bis hin zu den sehr persönlichen Belangen, wie beispielsweise der Art unsere Freundschaften und andere Beziehungen zu führen bzw. pflegen.

Das Problem mit dem bewusst-sein heut zu Tage ist, dass wir leider zu häufig im Autopiloten-Modus durch unser Leben hetzen. Wann hast Du das letzte Mal ganz bewusst Deinen Arbeitsweg wahrgenommen? Dich wirklich umgesehen, meine ich. Wann hast Du zuletzt Dein Frühstück richtig geschmeckt? Seine Textur, den Duft, die Temperatur... Klar, vieles blenden wir wie von selbst aus, weil wir sonst regelrecht wahnsinnig werden würden. Angesichts der Reizüberflutung durch die Medien, vom Geräuschpegel des Verkehrs. Der Hintergrundbeschallung, weil es überall dudelt und piepst und rattert und plappert. Hat also auch was mit Selbstschutz zu tun. Aber eben auch nur, wenn Du ganz bewusst die Ohren zusperrst, Scheuklappen aufsetzt und Dich in Deinen Tunnel begibst.

Ich selber schaue seit über zwanzig Jahren keine Nachrichten und lese auch nicht die Tageszeitung. Das hat etwas mit Gedankenhygiene zu tun. Ich mache das, um mein Herz, meine Seele und meinen Verstand zu schonen. Es ist mir nämlich ganz ehrlich alles viel zu viel, was in der Welt so passiert.

Aber ehrlich: Das meiste erscheint heute schnöde und selbstverständlich, alltäglich, unspektakulär. Nichts wird mehr wirklich wahrgenommen und in Folge dessen wertgeschätzt. Diesen Eindruck habe ich gewonnen und bestätigt bekommen. Von der Tsunami-mäßigen Welle an Achtsamkeits-Ratgebern, Apps, Meditations-Kursen und Selbstfürsorge-Helfern, die wir inzwischen beinahe alle brauchen. Um auf den Boden der Tatsachen zurück zu kehren, uns selbst zu finden, uns auf das Wesentliche zu besinnen. 

Jeder schreit nach Freiheit und betont gleichzeitig, wie gut es uns in der heutigen Zeit, dieser hoch technisierten, durchaus wohlhabenden Welt, doch allen geht. Freiheit fängt aber mit einem selbstbestimmten Leben im Kleinen bereits an. Selbstbestimmtes Handeln und die Freiheit, seinen Alltag nach den eigenen, sehr individuellen Bedürfnissen ausrichten zu können. Das ist die Wurzel der Zufriedenheit. Lasst uns erstmal dahin finden, bevor wir nach den Sternen greifen.

Wie oft hast Du das Gefühl, nur noch auf Anforderungen zu reagieren, die von Außen an Dich heran getragen werden? Wann agierst Du jemals aus Dir selbst heraus? Indem Du einem Impuls folgst, einer spontanen Eingebung nachgibst. Vermutlich hast Du "keine Zeit", um kurz entschlossen den Tag im Bett zu verbringen, spazieren zu gehen oder Dir aufwändig einen frischen Eintopf zu kochen.

Ich verstehe das, mir geht es selber häufig nicht anders. Strukturen und feste Regeln finde ich auch an sich sehr wichtig. Sie sind durchaus sinnvoll.  Sie geben Halt und vermitteln ein Gefühl von Sicherheit. Arbeitszeiten, Pausen, Sport, Verabredungen, Termine nach Kalender. Hat alles seine Daseinsberechtigung. Ordnung muss sein. Ehrlicherweise bin ich sogar ein extrem organisierter, aufgeräumter Typ. Ohne geregelten Tagesablauf wäre ich echt aufgeschmissen. Grundsätzlich bin ich also ein Fan von Planmäßigkeit.

Worauf es ankommt - der kleine aber gravierende Unterschied, ist ob Du frei entscheiden kannst, aus Deinem Korsett auch mal auszubrechen (oder ob Du nur denkst, Du könntest es nicht?). Ob Dir überhaupt klar ist, dass Du in einem steckst. Da darf ich persönlich mich wahnsinnig glücklich schätzen: Mir ist das so möglich, wie es in einem festen Arbeitsverhältnis nur geht. Ich sitze jetzt bald schon seit zwei Jahren im Homeoffice und kann mir sogar meine Zeit so einteilen, wie es für mich am besten passt. Dass ich am liebsten jeden Tag um 7.00 Uhr anfange und um 16.00 Uhr Feierabend mache, habe ich mir selbst ausgesucht. Wie viel mehr an Lebensqualität ich dadurch gewonnen habe, kann ich kaum beschreiben. Meine Firma und mein Chef sind da also sehr modern und Mitarbeiter-freundlich eingestellt. Das ist ein echtes Geschenk. Ich weiß, dass so ein Arbeitsmodell leider nicht überall möglich ist oder dem gängigen Standard entspricht. Deshalb bin ich wirklich dankbar und weiß die Bedingungen umso mehr zu schätzen. Seit dem genieße ich den Luxus einer echten Work-Life-Balance.

Berufstätigkeit ist aber auch lang nicht der einzige Punkt auf der Agenda. Viel Zeit im Job zu verbringen und für den eigenen Erfolg zu arbeiten, fleißig zu sein, das ist doch prima. Wenn es uns wichtig ist. Wenn wir das machen, weil wir es möchten. Wenn es unseren Zielen und Vorstellungen von einem erstrebenswerten Leben entspricht. 

Hast Du eigentlich Ziele? Weißt Du, was Dir wirklich wichtig ist? Hast Du jemals definiert, wofür Du das alles machst? Das Bewusstsein über diese drei Punkte, wird nämlich Deine Entscheidungen und somit Dein Verhalten, nachhaltig verändern. Weil Du dann nicht mehr die Erwartungen von irgend jemand anderem stumpf erfüllen wirst. Sondern anfängst zu überlegen ob die überhaupt mit Deinen eigenen übereinstimmen.

Die meisten Menschen sind insgesamt so dermaßen gefangen. Wir haben uns teils selbst eingesponnen und regelrecht verheddert. In einem Kokon aus Verpflichtungen, Zusagen, ehrenamtlichen Tätigkeiten, Familienwahnsinn, Hausarbeit und auch Freizeitstress. Häufig merken wir das erst, wenn wir bereits kurz vom Zusammenbruch stehen. Oder bereits zusammengebrochen sind. Den größten Teil von alle dem machen jedoch die eigenen Erwartungen aus. In der Regel ist uns das nicht klar. 

Alles muss immer unbedingt. (Wer sagt das? Was passiert sonst? Stirbt jemand?) Lockerlassen ist unmöglich, weil ungewohnt. Dafür wäre es nötig, die Komfortzone zu verlassen und das macht Angst. Was die anderen wohl denken könnten, wann soll ich das statt dessen erledigen, das macht man doch nicht, andere schaffen das doch auch... Wir Menschen sind sehr kreativ darin, Ausreden oder Begründungen für unsere eigene Unfähigkeit zur freien Lebensgestaltung zu (er-)finden.

Und schon sitzen wir drin in der Falle, wo wir etwas nicht mehr bewusst oder aus freien Stücken heraus tuen. Sondern weil wir es so gewohnt sind, weil es von uns erwartet wird, weil wir es so vorgelebt bekommen. Wir denken gar nicht mehr darüber nach, sondern machen automatisch. Das ist nicht immer schlecht, wie gesagt. Aber viel öfter mal innehalten und kurz überlegen oder zumindest klar machen, WARUM wir das JETZT so oder so machen, könnte allein schon viel verändern. Weil wir dann nämlich in die Entscheidungsfreiheit kommen, die wir ansonsten gar nicht sehen.

Wenn ich mich bewusst entschließe, heute mein Bad zu putzen, weil es mir nicht mehr sauber genug ist und ich mich ansonsten unwohl fühle. Dann ist das eine ganz andere Ausgangssituation - deutlich  besser und befriedigender, als es nur zu erledigen, weil es auf meiner To-do-Liste steht. Diese Erfahrung habe ich gemacht. Dann habe ICH nämlich diese Entscheidung getroffen. Und plötzlich ergibt die Schrubberei wirklich Sinn. Ich fühle mich nicht mehr so gezwungen. Ich könnte es nämlich auch bleiben lassen. Nur dann muss ich eben mit dem Staub und den Kalkflecken und den nicht mehr frischen Handtüchern leben.

Natürlich hat es viele Jahre gedauert, dies überhaupt zu begreifen und dann auch noch für die Zukunft zu verinnerlichen. Das brauchte körperliche und seelische Erkrankungen, Therapien, viel Übung und vor allem die Bereitschaft, mich zu verändern. Meine Gewohnheiten. Auch mal Nein zu sagen. Was deutlich schwieriger ist als ein braves Ja, aber lohnenswert. Als ich einmal gelernt hatte mich in einem Bereich zu hinterfragen, fiel mir mein Verhalten, die Fixierung auf das Muss, auch in anderen Belangen auf. Mir wurde mein Pflichtbewusstsein und der Hang zum Perfektionismus klar. Disziplin halte ich nichts desto trotz immer noch für eine gute Eigenschaft. Ich bin ordentlich und zuverlässig und erledige meine Pflichten. Aber zum Teil aus anderen Beweggründen als früher.

Und wenn ich mich wieder dabei ertappe, wie ich dies und jenes unbedingt noch muss, dann sage ich mir: "Ich kann machen was ich will". Denn so ist es. Dann grinse ich diebisch und mir wird sofort leichter ums Herz.

Ein weiterer Punkt auf der Bewusstseins-Agenda ist die klare Unterscheidung zwischen Wissen und Tun. Im Idealfall führe ich mir meine Überzeugung vor Augen, die ich mir unter Berücksichtigung aller Fakten gebildet habe - und lasse dann meinen Worten Taten folgen. In einigen Lebensbereichen jedoch kann das ganz schön tricky sein und vor eine echte Herausforderung stellen. Ein gutes Beispiel hierfür ist in meinem Fall die Sache mit der Ernährung. Ich habe in den letzten Jahren viel darüber gelernt und aus verschiedensten Beweggründen angepasst bzw. umgesetzt. Teils, weil ich (sehr bewusst und gewollt) auf meine schlanke Linie achte und andererseits, weil ich 2012 die Diagnose Morbus Crohn gestellt kam. Das hat einiges mit sich gebracht. Beides sind Themen, auf die ich gern zu gegebener Zeit noch näher eingehen möchte. 

Eine Sache, der ich aus meiner Sicht bisher noch nicht ausreichend gerecht werde, ist die fleischfreie Ernährung. Jeder, der vegan oder vegetarisch lebt, hat meines Erachtens nach vollkommen Recht mit seiner Entscheidung. Dennoch reichte es für mich selbst bislang nicht, dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen. Ich habe 1000 Ausreden. Die Sache ist die - ich weiß, dass es Einwände sind. Welche, die zwar den Tatsachen entsprechen, aber eigentlich meine Schwäche in diesem Punkt demonstrieren. Auch auf dieses Thema möchte ich später noch in einem eigenen Artikel separat eingehen. Worauf ich hier nur hinaus will: Ich weiß genug, um mir eine objektive Meinung gebildet haben zu können, die meinen moralischen Werten und Vorstellungen von der perfekten Welt entsprechen würde. Das ist wichtig. Mir ist bewusst, dass ich nicht wirklich eine überzeugte Verfechterin des Fleischessens, der Massentierhaltung und all der Grausamkeiten bin. Ich esse nicht deshalb noch tierische Erzeugnisse, weil ich keine Ahnung habe. Ob es das jetzt besser oder schlimmer macht, sei mal dahin gestellt.

Wir Menschen sollten zumindest wissen was wir, durch unser Tun oder auch durch unser Unterlassen, in Kauf nehmen. Was wir unterstützen oder auch nicht und vor allem, aus welchen Gründen. Natürlich ist jede Gewissensfrage dann am härtesten, wenn wir genau informiert sind. Deswegen: Entscheide Dich dafür, entweder alle Tatsachen in ausreichendem Umfang zu kennen. Alternativ triff die bewusste Entscheidung, es aus mindestens einem tief reichenden, persönlichen Grund nicht zu wollen oder können. Aber renne nicht blind durch Dein Leben, den Supermarkt, die Werbeprospekte, zur nächsten Wahl. Entscheide wofür Du einstehen willst und in welchen Bereichen Du das lieber anderen überlassen möchtest. Keiner von uns kann allein die ganze Welt retten. Also suche Dir einen Teilbereich aus, den Du beeinflussen kannst und für den Du die nötige Energie aufzubringen vermagst. Wenn jeder etwas macht, dann sind wir schon einen großen Schritt weiter.

Es gibt genug zu tun da draußen: Wir haben die freie Auswahl zwischen Tierschutz, Nachhaltigkeit, Politik usw. Um mal nur einige prägnante Schlagworte ins Rennen zu schicken. Jeder von uns kann im Großen oder Kleinen etwas bewegen. Je nachdem, welche Möglichkeiten wir haben, welche Plattform wir bespielen, wo unsere persönlichen Fähigkeiten und Prioritäten liegen. Und es gibt ebenso viel zu tun für uns selber. Die oberste und gravierendste Verantwortung tragen wir nämlich zu aller erst für uns allein. Ganz egal jedoch, ob Du etwas für Dich oder die ganze Welt bewegen möchtest: Lasse alles in Deinem eigenen Tempo geschehen. Sonst ist Dein Vorhaben von vorn herein zum Scheitern verurteilt. Jeder Schritt ist besser als nichts. Es spielt keine Rolle, ob es dabei ums Mülltrennen, die Vermeidung von Plastik, Sport oder ein Ehrenamt in Deinem Bürgerverein geht. Einmal pro Woche ist immer ein guter Anfang. 

Lerne zunächst Dich selbst kennen. Schätze ein, was für Dich realistisch und machbar ist. Dann setze um. Und mache Dir klar: Ob Du etwas tust oder unterlässt, in jedem Fall musst Du mit den Konsequenzen leben. Entscheiden kannst Du in erster Linie ohnehin nur für Dich. Du kannst Dich ändern und das wird Reaktionen um Dich herum auslösen. Wirfst Du einen kleinen Kieselstein auf die ruhige Oberfläche eines Sees, wirst Du beobachten, welche Kreise das Wasser zieht. 

Erkenne und gestehe Dir aufrichtig ein, wie Du bist. Was Du bist. Wer Du bist. Was sich nicht unbedingt decken wird damit, wer, was oder wie Du gerne lieber wärest. Darauf kannst Du als nächstes hin arbeiten, wenn Du es willst. Bist Du eine Partylöwin? Oder ein Arbeitstier? Und wieso oder? Können wir nicht alles sein, was wir möchten? Vielleicht nicht. Evtl. sind es Eigenschaften, die Du an anderen zutiefst bewunderst, die allerdings Deinem eigenen Wesen überhaupt nicht entsprechen. Dann ändere entweder Dich selbst oder akzeptiere, dass Du so nicht bist. Klingt sehr einfach. Ich weiß selber, dass es häufig so leicht nicht ist. 

Wisse daher: Die Macht einer klaren Entscheidung ist eine große Kraft. Sie wird viel Energie freisetzen, die Dich auf nie erahnte Weise darin unterstützen wird, das gefasste Ziel zu erreichen. Hand aufs Herz und das Licht nicht länger unter den Scheffel gestellt: Wir alle haben schon oft im Leben Dinge erreicht, an die wir nicht im Traum gedacht hätten. Wir haben es einfach durchgezogen. Weil wir wollten, weil wir mussten, weil wir anders nicht mehr konnten, weil wir keine andere Wahl mehr hatten. Und diese Stärke können wir immer wieder mobilisieren. Es hängt davon ab, ob die Motivation ausreicht. 

Selbstverständlich kann ich hier immer nur von meiner eigenen Weltsicht berichten. Von meinen Erfahrungen, meiner Meinung. Es gibt Dinge, die bringen Dich schier um den Verstand und Du stehst davor, wie vor dem Auge eines Sturms. Und Du hast keinen blassen Schimmer, wie Du dieses Erlebnis überstehen sollst. Ich weiß das. Ich kenne die Schicksalsschläge und die Weggabelungen und die Kraftlosigkeit. Ich habe auch schon ins Nichts geblickt, über den Rand des Abgrunds hinaus. Und vermutlich werde ich es wieder müssen. Man sieht dann einfach nicht mehr klar, kann nicht objektiv denken. Angst lähmt und Verzweiflung legt sich über jede Empfindung, wie ein Leichentuch. Vor allem, wenn es um die eigene Existenz geht oder wenn es um jemanden geht, den Du liebst.

Meist sind wir allerdings gerade im Angesicht der größten Katastrophe in der Lage zu überstehen, was wir für nicht zu überleben hielten. Von dem wir glaubten, es sei einfach nicht auszuhalten. Du wirst wissen wovon ich rede. Denn so traurig es auch sein mag, es ist wahr. Wir alle haben solche Situationen erlebt. Und der Grund, warum Du dies hier trotzdem noch lesen kannst ist der, dass Du es gemeistert hast. Inzwischen hilft mir daher häufig der Gedanke, egal wie erschreckend die Lage auch sein mag, dass ich auch anderes schon durchgestanden habe. Dass auch dies zu schaffen ist. Natürlich lässt man Federn, jedes verfluchte Mal. Aber irgendwo passiert auch ein Update in Deinem Inneren. 

Mein Rat lautet daher stets: Wenn Du es mit Entscheidern oder potenziellen Helfern zu tun hast - sei authentisch. Nur sprechenden Menschen kann geholfen werden, hat meine Schwiegermutter immer gesagt. Zeige, wer Du wirklich bist. Lasse die Welt Deinen Schmerz sehen. Wieviel davon und wen, das entscheidest Du. Aber Menschen merken, wenn Du Dich verstellst. Ganz intuitiv. Umso mehr Lebenserfahrung sie haben, desto eher durchschauen sie, wenn Du nicht wirklich alles preisgibst. Wir lieben Schwächen. Fühlen uns angezogen von verwandten Seelen, die sich blank machen und alles freilegen, was an die eigenen Niederlagen erinnert. An das eigene Scheitern. Das macht uns zu Menschen. So entsteht Nähe. Indem wir uns öffnen und jemandem bewusst gestatten, sich anzulehnen. Emotional anzudocken. Auf diese Art finden wir Verbündete. In jedem Kampf. Sei ehrlich. Dir selbst fällt es leichter, Dich mit jemandem zu identifizieren, der nicht perfekt ist. Genauso wenig, wie Du selbst.

Und nein, ich halte mich nicht etwa für überlegen, weil ich solche geistigen Ergüsse hier raus haue. Ich schaue Fernsehen und mache ganz profane Dinge, wie wir alle. Ich liebe es, mich berieseln und gut unterhalten zu lassen. Für mein Empfinden, gut. Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten. Ich lasse die Glotze eben nicht laufen, egal wie stumpf die Ausstrahlung ist. Für mein Empfinden, stumpf. Big Brother und Dschungelcamp werdet Ihr bei mir jedenfalls nicht sehen. Geht gar nicht. Sollte alles meiner Meinung nach wegen Volksverdummung verboten werden. Sorry, falls Ihr Fans sein solltet. Ich entscheide mich halt auch hier ganz bewusst. Ich sage immer gern, dass ich ohne meine Leichen nicht einschlafen kann und das meine ich nicht ganz so scherzhaft, wie man meinen könnte. Wenn es bei Bones, CSI, Criminal Minds & Co. hoch her geht, werde ich ruhig. Spannung ist mein Beruhigungsmittel. Im Gegensatz machen Nachrichtensendungen und Unterhaltungsshows mich verrückt. Dabei kann ich nicht abschalten oder besser gesagt, wühlt mich sowas auf. 

An einem gemütlichen Abend schaue ich Horror-Filme oder führe mir den Familienauftrag der Winchesters zu Gemüte - was für ein Klischee, oder? Ich stehe auf American Horrorstory (so schön krank) und all der Tod in The Walking Dead hat mich seinerzeit irgendwie mehr zurück ins Leben geholt, als ich ziemlich am Boden war. Aber ich bin auch Sex and The City. Ich bin der Desperate-Housewifes-Typ und ich liebe die alten Serien wie Friends oder Gilmore Girls. Je nachdem, wie ich gerade drauf bin. Auch das alles gehört für mich zum Menschsein dazu. Zum Leben, zum Genießen. Ich bin mir einfach im Klaren darüber, dass ich so ticke. Und deshalb finde ich das vollkommen okay. Klatschblätter hingegen sind mir ein Graus. Es interessiert mich nicht, was sie alle in ihrem Privatleben treiben. Ich habe ein eigenes.

Worauf ich hinaus will: Wir alle haben eine bunte Fülle an Facetten und die sollten wir uns auch gestatten. Nehmt so viele Erfahrungen mit, so viel Freude, Lachen, Gruseln, Party, Genuss und Leben, wie Ihr nur könnt. Wir sollten uns bewusst für Vielschichtigkeit entscheiden. Musst Du immer Ernst sein, nur weil Du Mama bist und die Verantwortung trägst? Die Antwort lautet meines Erachtens nach - nein! Du kannst sein wer, wie und was Du willst. Die Entscheidung treffen wir jeden Tag neu. Das sollten wir uns vor Augen führen. 

Mein Wording, wenn ich hier schreibe beispielsweise, unterscheidet sich teilweise extrem von der Art und Weise, wie ich in meinem Privatleben auftrete. Am Fußballplatz oder auf einer Party oder im Job. Ich fülle jede dieser Rollen aus und ich genieße es. Wer sagt, dass ich nur die emsige Assistentin oder die bewusste Spirituelle oder das verrückte Huhn sein muss? Ich bin alle von ihnen und das ist gut so. 

Mein Segen (oder mein Fluch ;-) ist das Geschichtenerzählen. Ich werde immer mal, seit frühester Kindheit, darauf angesprochen. Dass ich wie ein ganz anderer Mensch erscheine, wenn ich schreibe. Ja, ich drücke mich dann anders aus. Ist doch klar, oder? Wenn ich mein Blog in Umgangssprache verfassen würde, klänge es vermutlich etwas seltsam. Und wenn ich ständig bei den Leuten im Dorf so tief schürfend herum schwafeln würde wie jetzt, das wäre doch auch ein wenig komisch. Dennoch bin ich dieselbe Person. Aber ich bin mehr, als meine äußere Erscheinung. Mehr als lackierte Fingernägel, witzige Sprüche und Organisationstalent. 

Was das Reden und das Schreiben anbelangt - ich kann mich irgendwie einfach nicht kurzfassen. Liegt vermutlich in meinen weiblichen Genen, denn ich beobachte dasselbe Phänomen häufiger in meinem Freundinnenkreis. Aber hey, die gute Nachricht ist: Im Marketing beispielsweise ist Storytelling, gekonnt und emotionsgeladen, eine durchaus positive Sache. 

Also mache ich das Beste daraus. Ich versuche es zumindest, was meine positiven Eigenschaften betrifft. So, wie ich sie gerade nutzen kann. Das Beste können wir ohnehin immer nur aus dem JETZT heraus holen. Wir haben quasi auch nur das. Deshalb sage ich: Kauf die zu teuren Schuhe. Iss das Stück Kuchen. Wenn Du es wirklich, wirklich willst. Ja, ich weiß. Diese Einstellung macht mich vermutlich auch zu einer Drama-Queen. Sieht so aus, als würde ich allem eine Bedeutung zumessen. Eine versteckte oder eine ganz eindeutige. Was soll´s - das stimmt!

Und da sind wir wieder beim Bewusstsein angelangt. Ich versuche immer wach zu sein. Jedenfalls dann, wenn es Sinn macht. Mitten in der Nacht wäre es mir lieber, diese Eigenschaft noch besser abstellen zu können. Aber so grundsätzlich, bin ich mir gern der Tragweite alles möglichen bewusst. 

Nehmen wir den Herbst. Diese Zeit bedeutet für mich: Lichterketten, Kerzen, Rotwein, Kürbissuppe, klare Luft und Halloween-Deko. Andersherum aber auch: Ahnengedenken, Unterweltzeit, Hekate, Abrechnung und Ernte, die Ankündigung der wilden Jagd. Im Angesicht des Verfalls findet sich eine große Schönheit. Fast atemberaubender als die Fülle des Sommers, scheint es mir manchmal. Ich versuche dann darin einen übertragenen Sinn für das Leben zu finden. Immerhin bin ich mit meinen 40 Jahren nicht mehr allzu weit vom Herbst des Lebens entfernt. Kann dieser langsame Abschied von straffer, praller Haut schön sein? Findet sich eine Anmut im Vergehen meiner äußerlichen Jugend? Auf die Vorzüge der Gelassenheit und geistigen Reife, die mit dem zunehmenden Alter Einzug halten, bin ich längst aufmerksam geworden.

Sogar meine Katze liebt dieselben Dinge wie ich und ich bemerke das durchaus: Sie liebt den Duft von getrockneten Kräutern, sie beobachtet gern das Spiel der im Wind tanzenden, bunten Blätter vor dem Fenster. Sie liebt Blumen. Bücher, Papier und Gemütlichkeit. Snowhy genießt die Wärme der von unserer Fußbodenheizung aufgeladenen Fliesen, wenn ihr erst die Hitze  vom Sonnenschein geküsster Terrassenplatten gewichen ist. Vermutlich ist sie eine verdammt gute Lehrerin. Denn sie zeigt mir, wie ich jeder Jahreszeit ihre Vorzüge abgewinnen kann. Was ich ohnehin tue, glaube ich. 

Um es mit den Worten von Metallica zu sagen: "Nothing else matters". Heute ist alles, was zählt. Und zwar nicht nur in Bezug auf die Jahreszeiten oder das Älterwerden. Sondern grundsätzlich. In der Spiritualität bedeutet dies für mich, dass ich nicht nur die Asche anbeten, sondern auch die Flamme am Leben halten möchte. Durch den Wandel der Zeiten. Auf meinem eigenen Weg. Ich liebe Traditionen und alte Bräuche. Aber alles verändert nun einmal sein Gesicht. Aus Dörfern wurden Städte und aus Kindern werden Erwachsene. Heute reden wir über die großen Themen des Daseins nicht mehr nur noch hinter vorgehaltener Hand. Wir bloggen und wir twittern, wir sprechen offen. Wir erheben unsere Stimme.  Denn das bedeutet es, lebendig zu sein. Veränderung, Wachstum, Fortschritt. 

Ich bin die Hexe. Ich bin die Liebende. Ich bin das wilde Weib. Die Mutter, die Jungfrau, die Schöne, die Lustige. Die Berufstätige, die Freundin. Diese Liste lässt sich beliebig fortführen und ergänzen. Für alles was ich bin, für jede Rolle, die ich spiele, habe ich mich bewusst entschieden. Manchmal früher, manchmal später. In vieles musste ich erst hinein wachsen. Ich musste lernen zu verstehen, wer ich bin. Was ich kann. Was ich nicht kann. Was ich will und was ich nicht will. Und was ich vielleicht dennoch tue. 

Lerne, die Dinge im übertragenen Sinne zu verstehen. Das hat mir stets sehr geholfen. Nicht erst, seit mir als Mädchen von meinem Vater das Kartenlegen beigebracht wurde. Ich habe es weiter entwickelt. Meine Techniken sind noch anders als seine. Lerne die Dinge zu deuten, besser gesagt. Lies die Zeichen. Lies zwischen den Zeilen. Die Bildersprache ist eine universelle. Genau wie die von Tönen, Düften, Geschmäckern, Farben und Gefühlen. Alles hat einen Symbolgehalt. Entwirre die Fäden Deines Lebens. Sieh das ganze Netz, aus dem es besteht. Fahre mit den Fingern an den Saiten entlang, deren Schwingung Dich mit allem und jedem verbinden. Ein altes Symbol versteht jeder.





Mittwoch, 21. September 2016

Merry Mabon!


Ihr Lieben, bevor Ihr noch denkt ich hätte das Bloggen ganz eingestellt - so ist es nicht. Ab Oktober solltet Ihr langsam aber sicher wieder etwas mehr an dieser Stelle von mir hören. Heute daher erstmal gar nicht viel, denn ich bin müde. Wenn auch müde und zufrieden. Ich wünsche Euch allen, die mir hier treu geblieben sind, auch wenn es so ruhig geworden ist, ein gesegnetes Fest der zweiten Ernte und hoffe dass sie reich ausfällt in diesem Jahr. Seid froh, blickt mit Zuversicht und hoffentlich friedlich in Euren Herzen auf die dunkle Jahreszeit.

 
Gerade heute haben die Wettergötter es gut mit uns gemeint. Die Sonne schien, es war mild, geradezu warm für den fortgeschrittenen September. Dennoch läßt der Herbst sich nicht leugnen. Auf dem Altar haben sich Heidekraut und Kastanien eingefunden, frische Schnittblumen haben bereits nach wenigen Tagen die Köpfe hängen lassen. 

 
Am frühen Abend konnte ich die Gunst der Stunde nutzen, um einige vorbereitende Handgriffe in meinem kleinen Balkon-Hexengarten zu machen. Die ersten Sommerblumen, die über waren, sind in einem blauen Sack gelandet, vertrocknete Blüten wurden gezuppelt, Unkraut zwischen den Bodenplatten gerupft. In den nächsten Tagen werde ich Chrysanthemen und noch mehr Heidekraut besorgen, vielleicht lassen sich auch sonst noch ein paar nette Gesellen für einen frohen After-Summer aufstöbern. Zum ersten Mal möchte ich in diesem Jahr also eine Herbstbepflanzung machen. Winterfeste Schönheiten, damit draußen vor den Fenstern nicht der Gesamteindruck so trist und traurig wird. Müssen ja nicht alle Töpfe neu bezogen werden. Sowieso schlagen sich einige Blumen und Sträucher noch wacker, so dass sie auch in Ruhe weiter vor sich hin blühen dürfen.


 
In den letzten Jahren habe ich da echt geschludert. Sobald es kalt, früh dunkel und regnerisch draußen wurde, konnte ich mich nicht mehr zur Pflege meiner pflanzlichen Schützlinge aufmachen. Es wurde nicht mehr gegossen, alles verdorrte und lag bis zum nächsten Frühjahr brach. So möchte ich das diesmal aber nicht. Mein eigens dafür in Beschlag genommener Pflanzbalkon macht mir soviel Freude, das ist einfach zu schade. Außerdem geht mir die Stimmung seit einigen Jahren eben immer im Herbst so in den Keller, ich trauere dem schönen Sommer hinterher. Da muß einfach Abhilfe geschaffen werden, basta! Wenn es also beim Blick aus den Fenstern weiterhin was Schönes zu sehen gibt, ich weiterhin an der frischen Luft eine Aufgabe habe, dann kann sich das eigentlich auch nur positiv aufs Gemüt auswirken. Werde da aber gern auch nochmal zu berichten.

 
Am Sonntag schlenderte ich ungeplanter Weise mit einer Bekannten über den örtlichen Flachsmarkt - richtig schön traditionell, dörflich und natürlich absolut überfüllt. Der spontane Besuch bescherte mir das erste Stück meiner noch zu drapierenden Herbstdeko für dieses Jahr. Ich weiß schon, auch da hinke ich gerade akut hinterher. Immerhin ist der Altar schon für Mabon eingedeckt, das war mir zunächst das Wichtigste gewesen. Der Rest soll eigentlich an diesem Wochenende nachfolgen. Mal schauen wieviel ich schaffe und wozu ich wirklich Lust habe. Denn der Balkon will ja auch bepflanzt werden, wie gesagt. Jedenfalls stieß ich zum totalen Schnäppchenpreis auf einen wirklich hübschen Hexenbesen, der nun bereits neben unserer Wohnungstüre im Hausflur lehnt.



Am Wochenende konnte ich tatsächlich trotz der bereits herab gesegelten Blätter noch offene Schuhe tragen, hehe. Sicher aber auch das letzte Mal für diese Saison. Gehe ich zumindest mal von aus. Wie auch immer, das soll es eigentlich von meiner Seite aus für heut gewesen sein. Ich hätte zwar noch ein bißchen was zu erzählen, aber das läuft ja nicht weg bis zum nächsten Mal. Statt eines Rituals oder Ernteessens also im Hexengärtchen gewerkelt.  Für mehr ist aktuell grad einfach keine Energie mehr übrig. Aber das ist schon ok. Gerade die Beschäftigung mit der Natur und den eigenen Lebensphasen ist es ja irgendwo auch, was das Hexentum ausmacht. Da wird auch schon mal passend gemacht, wir sind ja flexibel und vor allem frei fliegend. Natürlich wird bei Gelegenheit - vermutlich Anfang Oktober - auch noch ein Erntesegen folgen. Kommt Zeit, kommt eben auch Rat. 

 
Lasst es Euch also auch gut gehen. Überlegt Euch eigene Strategien, um die kalte Jahreshälfte so angenehm wie möglich zu gestalten. Habt Ihr all die gesteckten Ziele erreicht? Konntet Ihr ernten, was Ihr ausgesät hattet? Wo wollt Ihr noch hin? Was ist noch zu tun, wo wartet Arbeit, bis im Winter Ruhe einkehren darf bzw. soll? Wofür dürft Ihr dankbar sein...? Fragen über Fragen. Wie  es halt so ist, zu Mabon wird Bilanz gezogen.

Mittwoch, 6. Juli 2016

Midsummer Stats

Der Sommer ist da draußen in vollem Gange - möchte man meinen. Mich persönlich jedoch stimmen die Temperaturen noch nicht zufrieden. Wenigstens regnet es nicht mehr. Dafür haben wir leider grad mal an die zwanzig Grad, das ist mir längst nicht genug: Noch dazu windet es kräftg. Das macht es zu ungemütlich und wenn ich mit den Miezen nach draußen auf die Terrasse ginge würde es mich frösteln. Lasse ich also heute mal lieber. Auf der Couch kuscheln ist ja auch was Feines. Morgen sollen wir 24°C und Sonnenschein bekommen, nicht so bewölkt wie die ganzen letzten Tage. Aber wie gesagt, immerhin regnet es nicht mehr. Wäre ja klasse wenn es passend zum deutsch-französischen Halbfinale so richtig schön werden würde. Dazu einen Rum Cola und Leckereien vom Grill, so würde mir das gefallen.


Gestern war es mir auch zu ungemütlich draußen, so dass ich den Haushalt in Schuß bringen konnte. Alles erledigt für eine weitere Woche, das gute Wetter kann also ruhig kommen. Wobei ich mich nicht beschweren sollte. Zum großen Fußballfest am Samstag hatten wir mehr als Glück: Die Sonne strahlte von einem blauen, beinahe wolkenlosen Himmel auf uns herab wie lange nicht und Wulfen schien so etwas wie eine trocken gebliebene Oase im Dorstener Raum zu sein. Lediglich ein heftiger Schauer, den wir jedoch alle schnatternd und quatschend unter dem Dach am Grill und dem Getränkeausschank rum brachten. Freundin Evi war mit ihrem Talent und der professionellen Camera den ganzen Tag über mit mir dort gewesen, um gelungene Bilder für die Vereins-Homepage zu schießen. Das machte den Tag für mich umso toller, denn wir hatten schon lange nicht mehr ausgiebig gemeinsam gefeiert.


Vorab war ich noch kurzentschlossen beim Friseur gewesen, um mich wieder einmal richtig verwöhnen und auf Vordermann bringen zu lassen. Auf dem Kopf mußte dringend die Ordnung neu hergestellt werden, ganz zu schweigen von innen drin, hehe.  
Die Jugendabschluß-Feier begann dann auch bereits um 13.00h mittags, bei uns hinter dem Haus auf der Anlage. Den ganzen Tag über gut gelaunte Menschen, Köstlichkeiten vom Grill, kühles Bier, Hugo aus dem Becher, Musik, Sonne satt und Fußball. Die Stimmung war ausgelassen und feucht fröhlich wie gewohnt, das kann ich Euch sagen. Der Abend wurde ja dann auch noch von dem spannenden EM-Viertel-Final-Spiel gekrönt. Im Zelt vor der Leinwand beim Elfmeterschießen haben wir mitgefiebert wie wild. So eine Spannung aber auch!
 

Apropos Sommer-Sonne-Sonnenschein: So zwei oder drei warme bis heiße Tage hatten wir in den letzten Wochen ja glücklicher Weise dann doch. Wenn das Thermometer die 30-Grad-Marke übersteigt (einmal bisher in diesem Jahr), dann gibt es natürlich nix Besseres als ein schattiges Plätzchen unter dem Sonnenschirm, Abkühlung für die Beine und Füße - dafür sind auch plantschende Kätzchen dankbar - und on top einen herrlichen Eiskaffee. Der ist wirklich fix gemacht, wenn Ihr ein paar Teile den Sommer über im Haus habt:

Kaffee
Milch
Zucker
Vanille-Eis
Sprühsahne
Schokoladen-Sauce

Am besten zwackt Ihr gleich von der ersten Kanne Morgenkaffee zwei Gläser ab, süßt sie leicht, gebt ein wenig Milch hinein und stellt sie kalt. Nachmittags dann braucht Ihr nur noch zwei Kugeln Eis drauf zu geben, das Ganze mit ordenlich Sahne krönen und für die Optik einen Schuß Sauce drüber zu geben - fertig! Strohalm rein und langen Löffel (wir haben von der Schwiegermama mal eine Kombination aus beidem bekommen) und los schlabbern!


Unseren Herzchen hatten wir vor drei Wochen eine sog. Kratztonne gekauft. Vor allem Salems, aber auch Luckys Arme sind viel zu lang, um sich an den vorhandenen Kratzbäumen ordentlich die Krallen zu schärfen, hatten wir festgestellt. In Folge dessen hat Salem sich über einen langen Zeitraum an den Esszimmer-Stühlen vergangen und Luckys Krallen sind permanent zu lang. Das behindert ihn beim Laufen und er bleibt außerdem ständig irgendwo hängen. Daher wird der Arme alle paar Monate mal geschnappt und zu seinem Leidwesen in Richtung Tierärztin verschleppt, um sie dort schneiden zu lassen. Wir selber trauen uns das beide nicht zu. Lucky ist in solchen Dingen ein sehr spezieller Kandidat. Erstens hätten wir bis in die nächste Eiszeit ausgeschissen (pardon) und zweitens würde er sich vor Angst so in die Hose machen, dass es sicher Verletzte gäbe. Von daher... Nun hoffen wir, dass die neue Tonne auf die Dauer eine gute Lösung bietet. Anfangs wurde sie sehr skeptisch beäugt. Doch bereits nach zwei oder drei Tagen ward sie lieb gewonnen. Nun liegt entweder mindestens einer drauf, oder es wird gekratzt oder drin rum geklettert oder wie auch immer. Mittlerweile also ein voller Erfolg!


Am Freitag hatte ich ein Büschel Johanniskraut gesammelt, das nun über dem Altar zum Trocknen hängt. Erst hatte ich überlegt eine Tinktur anzusetzen, aber dafür war es mir dann mengenmäßig doch nicht genug gewesen, also wird später mal Tee daraus. Am Montag hatten wir dann ja Neumond und die starken Energien wurden auch diesmal ausgiebig genutzt. Für eine Instagram-Bekannte (die im Übrigen ein sehr gutes Buch geschrieben hat, welches ich gerade parallel lese) ging es ums Loslassen ihrer seit vielen Jahren, unter dramatischen Umständen verstorbenen Schwester. Sie hatte einige von uns gebeten sie energetisch bei ihrem Vorhaben zu unterstützen. Da ich ja nun gerade mitten drin stecke in der Geschichte, war ich natürlich sofort mit dabei.

Nachdem ich also mittags für sie eine Kerze entzündet hatte (und eine kleine des weiteren für mich selbst) setzte ich mich mit den Muschen raus auf die Terrasse. Ca. eine halbe Stunde später kam mein Mann nach Hause und wollte den Fernseher einschalten - ging aber nicht. Verdutzt stellten wir fest, dass wir wohl einen Stromausfall hatten. Der FI war raus geflogen und wie wir ebenfalls bald bemerkten, hatte es die Überspannungsschutz-Buchse unserer Spülmaschine durch gehauen. Glücklicher Weise nur eben die und nicht gleich die ganze Maschine - hallelujah! Wegen des - bekannter maßen - mangelhaft abgesicherten Stromkreises in unserer Küche mußte also dafür Ersatz beschafft werden, bevor ich meinen Spül-Buttler wieder in Betrieb nehmen konnte. 

Am nächsten Morgen stellte sich zu allem Überfluß dann auch noch heraus, dass es unsere Kaffeemaschine dahin gerafft hatte. Das Kontroll-Licht leuchtete, aber ansonsten tat sich gar nichts mehr. Das war natürlich sehr ärgerlich, aber machen kann man da nicht wirklich was. Also wurde flugs eine neue bestellt, die morgen auch eintreffen soll. Was bin ich froh, dass wir zusätzlich unsere Dolce Gusto haben und somit nicht zwei Tage lang auf Kaffee verzichten mußten - hallelujah! Die Maschine muß wohl einen Defekt gehabt haben - vermutlich zu lange die Platte heizen lassen, das machen wir schändlicher Weise immer so - es gab einen Kurzschluß und deshalb ist der FI raus gesprungen. Und die Sicherung vom Überspannungsschutz der Spülmaschine hat zum Glück auch gehalten. Was für Energien! Bei > Rowan < und > Trish < hatte es doch glatt zwei Kerzengläschen zerlegt. Eines komplett in Einzelteile zerplatz, das andere hat einen satten Sprung. Sie hatten übrigens auch für die Bekannte an dem Loslass-Ritual teilgenommen. Wahnsinn, oder? Da finde ich doch Ausdrücke wie spooky und magisch sehr bezeichnend. Ich kann es mir nur so erklären, dass dort über Jahre angestaute Kräfte nun mit einem Mal frei geworden sind - Überspannung - Entladung - Stromschlag! 


Mein neuer, hellgrün schimmernder Essie-Lack heißt übrigens Reggae and Rum - ein sehr cooles Motto für den Sommer, wie ich finde! Und wenn das Wetter nicht mitspielt, dann genießen wir eben in den vier Wänden das schöne Leben: Mit Auswärts-Frühstück, Pizza oder einfach chillender Weise mit einem guten Buch auf der Couch. Lasst es Euch gut gehen, Ihr Lieben und hoffen wir dennoch für die nächsten Tage auf einen sonnigen Sommereinbruch ;)

Montag, 2. Mai 2016

Mai-Lebenszeichen

Was soll ich sagen, Ihr Lieben - die Arbeit hat mich fest im Griff. Und das ist ja auch nichts Schlechtes, wenn man gut zu tun hat, wenn frau mal ehrlich ist. Ganz im Gegenteil! Zwischendurch haben wir aber natürlich auch noch schön Geburtstag bei Bekannten gefeiert und ein leckeres Schweinereien-Rezept von der lieben > Rowan < ausprobiert (veröffentlicht im Cleric´s Cottage) und und und. Irgendwie lebe ich so viel - ja ich weiß, das klingt seltsam - dass ich grad nicht dazu komme über mein Leben zu schreiben. Aber auch das entbehrt natürlich nicht einer gewissen Logik. 



Ich hoffe Ihr hattet alle ein magisches, leidenschaftliches oder einfach gut gelauntes Beltane! Bei mir gab es noch kein Ritual und diesmal auch keine magische Mädels-Runde, einfach weil wir wie gesagt am Samstag zu einem Geburtstag eingalden gewesen sind. Und da wurde es richtig spät. Oder sollte ich besser sagen früh? Wir waren um zwanzig vor fünf morgens am Sonntag zuhause, da könnt Ihr Euch die Bezeichnung selbst aussuchen, hehe.


Als Dankeschön für einen Erkältungstee, den ich ihr kürzlich gemischt hatte, bekam ich von der Frau des Geburtstagskind letzte Woche diesen herrlichen Miniatur-Hexengarten geschenkt! Habt Ihr soetwas zauberhaftes schon mal gesehen? Also ich bin hin und weg! Das schnuckelige Teilchen ist wie gemacht für meinen eigenen Balkon-Hexengarten - ich war ja so gerührt! Definitiv wäre das natürlich nicht nötig gewesen, ich mische und verschenke sehr gerne meine Heiltees aus der Hexenküche an liebe Menschen. Aber dennoch war die Freude natürlich immens groß.

Apropos: Ich teile ja sowieso gern. Deshalb gab es heute bei mir auf instagram und der Ruhrpotthexen-Seite auf facebook ein kleines Legesystem für kreative oder spirituelle Fragen für Euch. Ich nenne es das Herz von Beltane. Wenn Ihr das gerne für Euch legen möchtet schaut unbedingt mal kurz dort vorbei.


Und was das leidige Krankheits-Laster angeht habe ich auch ein Update parat. Leider leider sieht es wohl so aus dass ich aktuell einen Schub habe. Das wollte ich natürlich gar nicht hören. Die Blutwerte haben sich nach Einnahme des Antibiotikums zwar verbessert, sind aber in den entzündlichen Bereichen immer noch viel zu hoch und nicht annähernd so, wie sie sein sollten. Vorerst erspart mein Hausarzt mir das Cortison (was meine Fachärztin nicht machen würde), weil ich unter Tränen darauf bestanden habe. Das möchte ich echt nicht wieder durchmachen... Die krasse Gewichtszunahme, das Wasser im ganzen Körper, das schrecklich entstellte Gesicht, Schlaflosigkeit, Gelenkschmerzen, Haarausfall... Echt nicht! Ich muß insofern zunächst mal zwei-wöchentlich zur Blutkontrolle und ansonten versuchen es über die Ernährung einzudämmen.  Kein Alkohol, wenig Koffein, möglichst auf weißen Zucker verzichten, ebenso auf helles Brot, Kohlsorten, Hülsenfrüchte usw. usf. Wie das halt so ist. Ich werde es versuchen. Aber ich gebe zu, es fällt mir verdammt schwer. Wie auch immer, es nutzt ja nichts. Schließlich möchte ich gesund werden. Der ein oder andere Griff in die kräuterkundige Trickkiste wird mir sicher dabei nicht schaden.

Außerdem hat die Frau meines Arztes ihr Leben lang bereits selbst mit entzündlicher Darm-Problematik zu kämpfen und deshalb Ende letzten Jahres ein, wie ich finde, sehr wertvolles Lebensmittel entwickelt. Es handelt sich dabei um eine geschrotete Mischung aus Körnern und Saaten, die morgens wie eine Art Frischkornbrei das Frühstück ersetzen soll. Vegan, gluten- und laktosefrei ist es, selbstverständlich enthält es auch keinerlei Geschmacksverstärker, Konservierungsmittel oder ähnliches. Es senkt den Cholesterinspiegel, leitet Schadstoffe aus, entlastet Allergiker, bekämpft Entzündungen im Darm und macht lange satt. Das hatte sie mir nach meinem Gespräcn mit ihrem Mann nahe gelegt und da sie es zu einem absolut vernünftigen Preis vertreibt habe ich natürlich direkt zugeschlagen. Schaden kann es ja definitiv nicht! Wenn ich es eine Weile getestet habe werde ich es gerne offiziell hier vorstellen. Drückt mir also die Daumen. Ich kann mir auch wirklich vorstellen dass es für die eine oder andere von Euch ebenfalls was sein könnte.

Jetzt mache ich hier erstmal wieder Schluß für heute. Die restliche Woche ist ziemlich voll und wir haben auch noch ein paar Verabredungen, aber mal schauen ob ich Euch nicht nächste Woche mal wieder ein Kartendeck vorstellen kann oder aber auch meinen Künstler-Malkoffer mal näher her zeigen. Es ist ja nicht so dass ich nichts zu erzählen hätte oder keine Ideen, das hat sich zwischenzeitlich defintiv geändert. Der Frühling geht eben doch an keiner von uns spurlos vorüber. Aktuell macht mir einfach der Zeitplan einen Strich durch die Rechnung. Macht es gut, Ihr Lieben und wenn Ihr auch noch nicht magisch Beltane gefeiert habt, dann hoffe ich Ihr könnt es bald nachholen. Das möchte ich auch...


Samstag, 26. März 2016

Feiertags-Flaute

Wieso um alles in der Welt bin ich momentan bloß so verdammt unmotiviert und vor allem vollkommen frei von jeglicher Inspiration? Ich habe so viele Projekte im Hinterkopf und auf meiner To-Do-Liste. Aber egal ob es um Karten, Magie, Malen, Lesen oder auch nur Tagebuchschreiben geht - ich kriege den Arsch nicht hoch (pardon). In einer Art könnte ich den lieben langen Tag Filme oder Serien durch die Glotze laufen lassen. Andererseits langweilt mich das auch schon. Was ist bloß los? Draußen fängt die Welt an aufzuleben, nur in mir scheint das nicht anzukommen. Oder sollte ich sagen aus mir heraus? Keine Ahnung. Wie gesagt. Eigentlich treiben mich eine Menge Gedanken um. Ich stelle mir Fragen. Auf die ich versuchen könnte mittels Tarotkarten eine Antwort zu finden. Zumindest könnte ich sie mit meinem Tagebuch besprechen. Ob nun online oder auf Papier, ganz egal. Aber nein, ich kriege den Dreh nicht.

Wenigstens hab ich gestern endlich den Altar neu gestaltet. Dort herrscht jetzt auch Frühling. Heute scheint schon den ganzen Tag die Sonne, ich spüre wirklich eine deutliche Veränderung. Ob das sowas wie Frühjahrsmüdigkeit ist, die sich da grad auf meiner Motivation festgesetzt hat? Nichtmal zum Bloggen hab ich Lust oder Blogs zu Lesen. Wobei das ist wie mit dem Essen: Der Appetit kommt wenn Du erstmal angefangen hast. Meist kommen mir dann auch selbst Gedanken, die ich gerne niederbringen würde. So wie jetzt gerade zum Beispiel.
Gestern hab ich geputzt und heute auch, noch ein wenig Wäsche gemacht und ansonsten echt nur rum gegammelt. Gut dass wir für morgen verabredet sind. Erstmal mache ich meinen falschen Ostara-Hasen-Braten und gegen abend geht es dann zu Bekannten. Erst ein wenig vorglühen, dann das Osterfeuer im Dörfchen besuchen. Darauf freue ich mich schon. Auch darauf die Balkone für die Sommersaison fertig zu machen und alles voll mit Blumen zu bepflanzen. Das wird mir gut tun.

Und wann widme ich mich nun meinen Malprojekten? Wann werde ich den Dreh kriegen und endlich mal wieder ein Ritual abhalten? Oder für mich Karten legen? Ich weiß es nicht. Einerseits kribbelt es mich in den Fingern, wenn ich hier so darüber schreibe. Andererseits fehlt ein letzter zündender Funke. Sollte ich mich mit den Fragen auseinander setzten, die immer mal wieder hoch sickern und mir so durch´s Gehirn wabern? Oder sie einfach ziehen lassen? Aufschreiben hilft ja meistens. Egal bei welchem Prozess. Ist eigentlich die simpelste Form von Therapie überhaupt. Deinem Tagebuch kannst Du schöne Dinge erzählen, Belanglosigkeiten, aber auch die ganz tief versumpften Klammotten. Es hört zu. Wertet nicht. Führt Dich aber letztlich auf die richtige Spur. Hin zu Dir selbst. Zum Ursprung. Und somit gleichzeitig zur Antwort auf Deine Fragen. Es beruhigt Dich. Ganz ohne Dir gut zu zu reden. Es kommt alles aus Dir selbst heraus. Quasi führst Du einen Dialog mit Dir selbst. Ich empfinde das als zutiefst heilsam. Vor Allem wenn es um die Themen geht, die ich eben nicht offen ausspreche. Die ich mit mir selbst ausmachen muß. In den letzten Tagen habe ich wieder öfter geschrieben. Mal schauen ob ich nachher wieder den Stift zur Hand nehme, oder doch meinen aktuellen Roman. Der plätschert allerdings auch nur so vor sich hin und ist zugegebener Maßen nicht sonderlich spannend. Schade. Aber egal. Der nächste Pageturner wird sicher kommen.

Und wieso fällt mir ansonsten nichts zum Bloggen ein? Wo ich doch in gewisser Weise freier bin und flexibler als jemals zuvor? Weil ich eben einfach den Arsch nicht hoch kriege. Da beißt sich die Katze also wieder in den Schwanz... Ich sollte mir vielleicht einfach bloß mal wieder angewöhnen hier aufzuschreiben was so in mir  vorgeht, was mich umtreibt, was mir begegnet oder auch nur vorüber zieht. Wann ist mir das verloren gegangen? Wo? Wieso?

Freitag, 11. März 2016

Alles wieder im Lot

Hach ja, was ist das schön. Die Viren haben sich langsam aber sicher vom Acker gemacht, ich bin wieder fit. Auch die letzte Operation am lebenden Objekt ist Dienstag erfolgreich verlaufen. Will heißen meine Handy-Camera ist wieder in Schuß und ich somit glücklich. Das Frühjahr küßt uns alle wach, auch die Kleiderschränke und Bäder. Wodurch die ein oder andere Hose, das ein oder andere Blüschen, wie auch Boots (die alten waren wirklich auf) und Parfümchen neu eingezogen sind.
Den ganzen Tag waren wir unterwegs gewesen, nachdem ich meinen gebeutelten Körper bereits Montag aufgerafft hatte, um die Bude auf Vordermann zu bringen. Dienstag dann gab es Pulled Pork mit frisch gemachtem Weißkrautsalat zum Mittag, was ich das erste Mal überhaupt gegessen hatte. Schließlich waren wir auf der Durchreise und da probiert frau ja auch schon mal was Neues. Einfach köstlich zart ist das Fleisch gewesen, ich bin froh es einmal probiert zu haben und werde es sicherlich auch kein zweites Mal verschmähen. Später kehrten wir in ein zauberhaftes Cafe ein, wo wir den Blick auf den darunter liegenden See im Nebel genossen, während wir schaumigen Kaffee schlürften. Am Mittwoch stand dann Schreibtischarbeit auf dem Programm, Wäsche, die Nägel sind frisch gelackt worden und es gab eine Extraportion Vampire Diaries. Die aktuelle Staffel ist wirklich großartig spannend!

Gestern hatte ich die liebe Silberweide zu Besuch und was soll ich sagen - selbstverständlich haben wir einmal mehr den lieben langen Tag aufs Angenehmste verquatscht :D Viele Pläne gemacht für kreative sowie schamagische Projekte, die ab dem nächsten Treffen dann auch wirklich mal aktiv umgesetzt werden sollen. Da werden wir mit Farben und Leinwänden hantieren was das Zeug hält. Die drei runden nämlich, die ich extra für meine schamanischen Schilde bestellt hatte, sind gestern auch schon angekommen. Insofern steht den Bildern, die ich gemäß Anleitung meines aktuellen Buches malen werde auch nichts mehr im Wege. Wenn die auch im hochkanten / rechteckigen Format entstehen werden. An das Ergebnis vermag ich noch gar nicht zu denken, wird sicher wahnsinnig ulkig werden. Malen lag mir leider als Kind in der Schule schon nicht besonders. Ich mag es sehr, verfüge jedoch über keinerlei Talent dafür. Wie auch immer. Für die Sachen, die ich mir vorgenommen habe, wird es reichen.

Die Katzen haben uns in unserer Gesprächsrunde mal wieder wahnsinnig viel Spaß gemacht. Insbesondere Snowhite, welche die Füße der Silberweide jedesmal regelrecht vergewaltigt. Sie schmust mit ihnen, kullert sich drauf rum, krallt und beißt aber auch rein, dass frau schon mal dazwischen gehen muß. Wobei natürlich die Frage aufkommt woraus das seltsame Betragen resultiert. Sowas hat sie schließlich vorher noch nie gemacht, wirklich bei niemandem. Am Ende hatten wir dann die vermutliche Lösung, weil da wohl im Pflegeprogramm das Teebaumöl zum Einsatz kommt. Ich weiß dass man Teebaumwasser zur Pflege und Wundversorgung von Katzen verwenden darf - ganz im Gegensatz zu Kamillenprodukten übrigens - daher sehe ich dort den Ursprung. Witzig ist es alle Male, wenn die liebe Silberweise heute dann auch aussah wie von den Salvatores akkupunktiert ;))

Ich bekam eine Backform samt Hefebeutelchen und Backmischung von Demeter für Brot mit hübscher Filz-Frühlingsdeko geschenkt, worüber ich mich außerordentlich gefreut habe. Leider habe ich bislang versäumt ein Foto zu schießen, aber das werde ich auf jeden Fall noch machen, bevor ich das Ganze verbacke. Was ich definitiv tun werde. Nicht zuletzt > Rowan < mit ihren köstlichen Eigenkreationen läßt mir da ja schon seit einer Weile das Wasser im Munde zusammen laufen. Stand also eh längst auf der Wunschliste, mal endlich ein Brot selber zu backen.

Auch die Pärchenfreundin von zwei Häusern weiter backt momentan alles selbst. Sie macht eine von der Heilpraktikern verordnete, sechs wöchige Zuckerdiät und ist deshalb auf den Trichter gekommen. Von ihr bekam ich ein recht simpel anmutendes Rezept für ein Quarkbrot, welches ebenfalls wirklich mega lecker schmeckt. Nicht zu vergessen die bereits erwähnten Kreationen von Rowan, die sie seit einer Weile > im Cleric´s Cottage < vorstellt. 


Ansonsten ist eigentlich nicht viel los gewesen. Ich springe immer mal wieder ein Stückchen weiter über meinen inneren Schatten. Setze mich mit mir und meinen Bedürfnissen auseinander. Schrecke nicht davor zurück sie auszudrücken und für sie einzustehen. Ich weiß dass diese Prozesse und Marotten für meine Mitmenschen, wie beispielsweise meine Freundinnen, anstrengend sein können. Aber trotzdem gestehe ich sie mir zu. Denn wenn ein Anliegen sich aus welchem Gefühl heraus auch immer wichtig für mich anfühlt, dann müssen das wohl oder übel alle Beteiligten akzeptieren. Wir haben ja alle unsere Päckchen zu tragen und insofern auch daraus resultierend Gewohnheiten entwickelt, Rituale, einen Rahmen, in dem wir uns wohl fühlen, den wir so brauchen. Seelenarbeit, Wohlfühlbereiche, Komfortzonen, Schlüsselkarten, Schlagworte, Erlebnis-Bücher. Mich treibt so einiges um, worüber ich brüte und ich denke es wird etwas sehr Fruchtbares, Kostbares daraus erwachsen.