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Sonntag, 4. November 2012

AHNENGEDENKEN



Auf den nachfolgenden Fragen-Katalog stieß ich im tollen Blog von Minerva und freundlicher Weise hat sie meinen Vorschlag, dass ihre Leser die Fragen auf den eigenen Seiten beantworten könnten, sehr freundlich begrüßt.
Wie ich finde passen diese Gedankengänge doch mehr als gut in die derzeit immer noch in der Luft hängenden Schwingungen von Samhain (oder eben Ahnengedenken, wie die liebe Hummel es nennt =)

Wie viel weisst du über deine Ahnen?
Nun, das kommt drauf an, welche. In der Tat ist es leider so dass ich mehr verstorbene als noch lebende Anverwandte aufzuweisen habe...
Über meinen Vater weiss ich viel. Viel gefühltes, vieles aus der Zeit, als wir noch Kontakt hatten. Genauso verhält es sich mit meiner Oma und meinem Opa mütterlicher Seits. Von Papas Seite her weiß ich ehrlich gesagt nicht sehr viel. Einige alte Geschichten, Familiendramen usw. Aber wenig über ihr eigentliches Empfinden, wer sie wirklich waren. Das ist zwar schade, aber inzwischen auch kaum noch aufzuholen. Denn väterlicher Seits lebt nur noch ein einziger Onkel und wir haben ehrlich gesagt fast keinen Kontakt. So wie es schon immer war.

Was weisst du über die Geschichte Deiner Heimat und von den Menschen, die hier vor 3000 Jahren lebten?
Puh, da muss ich ganz ehrlich sein - kaum etwas... Aber aus eigenem Interesse habe ich mir vor Kurzem ein Buch über germanische Mythologie und Geschichte besorgt, das ich bei passender Gelegenheit natürlich auch noch gründlich studieren möchte.

Welche ihrer Ideen und Rituale werden in dir/ mit dir wieder lebendig?
Ganz simpel betrachtet natürlich irgendwo diese innerliche Rückbesinnung auf die naturspirituellen oder anders ausgedrückt, eben heidnischen Wurzeln.

Fühlst Du Dich verpflichtet, das Kulturelle und Schamanische Wissen Deiner Ahnen zu erforschen und weiterzutragen?
Nein, verpflichtet fühle ich mich nicht wirklich irgend jemandem aus der Vergangenheit, tut mir leid. Mir selbst gegenüber habe ich eine Verantwortung und den jenigen gegenüber, mit denen ich im Heute lebe. Die sich entschieden haben oder von mir eingeladen wurden, meinen Lebensweg mit mir zu teilen.
Aber wie bereits weiter oben erwähnt habe ich ein gewisses persönliches Interesse daran, wie es früher gewesen ist und was ich davon in meine aktuellen Lebensumstände übertragen kann oder will. "Damals" war sicher nicht alles besser und man muss sich einfach mit der Gegenwart arrangieren, sonst kann man meines Erachtens nach im Alltag vor sich selbst und anderen nicht bestehen. Aber ich halte es für sinnvoll zu forschen und Rückschau zu halten, um von den gemachten Erfahrungen und dem gesammelten Wissen zu profitieren.

Wo bist du verwurzelt und die Frage ist nicht, wo du gerne verwurzelt sein möchtest?!
Die Frage ist für mich nicht ganz eindeutig. Meint sie meine genetische Abstammung? Also ganz weltlich betrachtet? Oder mein religiöses, kulturelles Umfeld?
Wie auch immer. Ich wurde in Deutschland geboren und bin folglich auch hier aufgewachsen. Wurde mehr oder weniger christlich erzogen, habe aber auch die Entscheidungsfreiheit eingeräumt bekommen, meine eigene Gesinnung entdecken und entwickeln zu dürfen.
Zu meiner eigenen Familie gibt es natürlich eine immer währende Verbindung und so vieles, das mich geprägt hat. Doch ist dieses Band eher ein seidener Faden, der im Alltag keinen Bestand haben kann.

Was meinst du, kannst Du von Deinen Ahnen lernen?
Ich denke es wäre wichtig aus gemachten Fehlern lernen zu können, oder Geschichten zu hören, die für´s Leben lehren. Was haben sie falsch gemacht, was ich besser machen könnte? In welche Fallen sind sie getappt, worin haben sie sich verrannt? Welchen Weg ich auf keinen Fall genauso einschlagen möchte, solche Dinge. Loslassen, bevor es zu spät ist. Kommunizieren, sein Gesicht zeigen. Loyalität, Anstand, wie man seinen Platz im Leben einnimmt.
Einiges habe ich schon näher betrachtet, manches wird sich mir vermutlich nie erschließen und wieder anderes werde ich noch unter die Lupe nehmen. Kommt Zeit, kommt Rat.

Fühlst Du Dich durch Deine Ahnen geleitet und gestärkt?
Mal mehr, mal weniger. Meinem Vater fühle ich mich heute in einer Art sehr viel näher als jemals zuvor. Und ich glaube nicht dass es an diesem Spruch liegt, wo es heißt dass man jemanden erst wirklich zu schätzen weiß, wenn man ihn verloren hat. Sondern eher als ob dieses Band erst nun aktiviert worden wäre.
Meine Oma und mein Opa und eine alte Freundin, die vor einigen Jahren um´s Leben kam, denen fühle ich mich auch noch immer verbunden. Häufig fallen mir Dinge ein, die sie sicher zu mir gesagt hätten oder es entsteht ein Gefühl, als wären sie kaum greifbare Wegweiser.

Hast du mal überlegt, das auch du einmal ein Ahn/inn bist?
Ehrlich gesagt nicht, denn im direkten Sinne werde ich nie eine sein.
Ich habe keine Kinder.

Was willst du hinterlassen und über was können die Generationen nach dir sprechen?
Ich weiß es noch nicht. Aber ich frage mich das auch manches Mal. Sicherlich irgendetwas das mit meiner weltoffenen Einstellung und vielleicht meinen Idealen zu tun hat. Damit dass ich einen alten Weg neu beschritt, ohne in irgend jemandes viel zu große Fußabdrücke dabei zu stapfen bzw. sich dafür verbiegen zu lassen.

Mit wem oder was fühlst du dich tief verbunden?
Eine sehr gemeine, aber auch tiefgründige und interessante Frage...
Natürlich mit denen, die ich liebe. Meinem Mann, engen Freunden und unseren Katzen. Mit meiner Glaubensvorstellung und meiner Sicht der Welt, wie ich sie empfinde. Im Prinzip also mit Allem. Mit mir. Mit der Vergangenheit, meiner Gegenwart und Zukunft. 
Hat Dir jemand etwas hinterlassen?
Ja. Viele Menschen haben das getan. Verstorbene und auch Lebende.
Meine Wertvorstellungen, Kampfgeist, Charakter und Gewissen.
Den Hinweis darauf und den Stups in die richtige Richtung, dass ich die Welt mit meinen eigenen Augen entdecken muss und nicht ohne Fragen zu stellen einfach so die Dogmen anderer übernehmen sollte.
Ich glaube das sind die erwähnenswertesten Punkte.

Was hinterläßt Du?
Das wird sich zeigen....
Ich habe eine Ahnung und einen Weg eingeschlagen, der mir erlauben dürfte auf sie zu zu gehen.

Wie lauten Eure Antworten...?

Dienstag, 30. Oktober 2012

Speis & Trank (den Göttern sei Dank...)

Zunächst sollten wir uns folgendes überlegen bzw. unterscheiden:
Welche Speisen möchte ich zubereiten und selber verzehren, was wiederum den Ahnen, Feen oder auch einer bestimmten Gottheit opfern?
Dann wieder die beiden Komponenten abwägen, ob nun traditionelles oder modernes auf den Tisch kommen soll. In dieser Hinsicht kann ich gar nicht oft genug betonen wie wichtig ich finde dass jeder diese Entscheidung für sich alleine trifft, ohne sich von der Meinung Anderer abhängig zu machen.

Wir hatten ja bereits festgestellt dass alles, was mit Kürbis und Mais zu tun hat (ob jetzt Suppen, Kuchen, Aufläufe ect.) sich bestens eignet, und zwar für beide Zwecke. Was übrigens ohnehin für alle Lebensmittel gilt. Was man selber gerne mag kann man auch anbieten. Außer natürlich Sachen bei denen Gefahr bestünde dass sie Tieren schaden könnten, falls man vor hat etwas nach draußen zu stellen.

Ebenso verhält es sich meines Empfindens nach mit Äpfeln und Holunder. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Ob man nun ganze Früchte gemeinsam mit Kastanien, Nüssen und Stroh auf dem Altar appliziert, oder eben was Leckeres daraus zaubert. Wir haben die Wahl (und können selbst am besten einschätzen welchen Aufwand unser Terminplaner her gibt).

Nicht notwendig zu erwähnen dass Süßigkeiten und Hochprozentiges ohnehin an Halloween hoch im Kurs stehen, richtig? ;-)
Apfelsaft, Wein oder Bier sind natürlich auch immer nett, keine Frage – oder ein schöner Tee (Hagebutten, Salbei – what ever).
Zum Thema Naschkram selber machen: Wie wär´s mit einem dampfenden Apfel-Zimt-Kuchen, knusprigen Choco-Crossies, klebrig kandierten Liebesäpfeln, zart schmelzenden Apfelringen mit Schokoladenüberzug oder einer Ladung duftendem Popcorn?

Da selbst ich mich jedoch nicht den ganzen Tag ausschließlich von Schoki & Co. ernähren kann... Würde ich alternativ noch Gerichte mit Erbsen und / oder Bohnen vorschlagen, Pilze, Kartoffeln. Und für die Rohkostler unter uns: Frischer Salat mit gerösteten Kürbiskernen ist immer eine Köstlichkeit, dazu eine Scheibe Sonnenblumenkernbrot mit Butter – und der Drops ist gelutscht!

Zum Snacken einfach Schälchen mit Nüssen, Kernen, getrockneten Cranberries oder Trauben bereit stellen. Und wer gar keine Zeit hat greift eben fix zum Studentenfutter-Mix aus dem Supermarkt :-)
Apropos Fingerfood: Im Buch von Silver stieß ich auf eine ganz tolle, Käsespiesse- oder Mettigel- ähnliche Idee. Man nehme einen Kürbis und genügend Zahnstocher, bestücke diesen mit Käse, kleinen Würstchen, Oliven usw. usf. Oder aber in der süßen Variante mit Weingummi und Marshmallows?
Kommt auf Parties sicher super an!

So, satt sind wir alle. Was würde ich ansonsten auf meinen Altar stellen, um ihn für Samahin her zu richten?
Mal sehen... Da hätten wir Grabkerzen und Lilien (weil ich sie mit dem Tod und dem Leben danach in Verbindung bringe), buntes Herbstlaub, ggf. Feldfrüchte, Blumen und Obst der Saison (wie beispielsweise Heidekraut oder so).
Ansonsten passen Birnen, Vogelbeeren, Hagebutten und das mit den Granatäpfeln hatten wir ja gestern bereits kurz angesprochen.

Geräuchert wird (bei mir) mit Patchouli, Drachenblut, Rosenblüten, Meersalz, Lavendel, Muskatblüten, Vanille, Orangenöl, schwarzem Pfeffer, Engelwurz, Weihrauch, Sandelholz und Salbei. Natürlich nicht alles auf einmal, sondern ich werde spontan entscheiden worauf genau ich zurück greifen möchte. Das mache ich von meiner Stimmung abhängig und davon worauf ich in dem Moment mein Augenmerk lege.

Die Ahnen bekommen ja nun vermutlich in jedem Fall Gestecke, Kränze oder Engelfiguren (mein Vater jedenfalls).
Wobei mir noch einfällt: Wer einer speziellen Göttin bzw. einem bestimmten Gott etwas Besonderes anbieten möchte: Ich finde es eine sehr schöne Idee vielleicht Silberschmuck im Gothic-Style, wie z. Kreuze o.Ä. an diesem Tag zu weihen. Also den Segen des jenigen „formell“ einholen und das ganze folgende Jahr (mindestens) in Gedanken davon profitieren und vielleicht auch mehr...

Ihr Kinderlein kommet.... ;D
 
 

Im Zeichen von ALL HALLOW´s EVE

Halloween macht uns die Frage nach Deko und Gestaltung so einfach wie kaum ein anderes Fest. Was auch immer das Gänsehaut-Gefühl oder die letzte Ernte im Jahr bildlich darstellt ist für die Party bzw. den Schmuck der Wohnung sicher geeignet.

Allen voran ist natürlich der Kürbis inzwischen (wenn auch nicht von Beginn an) unangefochtener Regent des 31. Oktober.
Dicht gefolgt von schwarzen Katzen (Aberglaube), bunten Vogelscheuchen (angeblich sind sie ein Abkömmling der seit Urzeiten nicht mehr stattfindenden Menschenopfer), dicken Spinnen, Fledermäusen, spitzen Hexenhüten und Skeletten (Tod).

Auf den Straßen begegnen uns vermehrt Hexen (wen wundert´s?!), Kobolde, Zombies, Mumien, Gespenster, Vampire und Werwölfe. Derartige Wesen umgeben sich naturgemäß am aller liebsten mit Särgen, Grabsteinen, Kreuzen, Totenschädeln, wattigen Spinnweben und Seelenlichtern.
Inzwischen gibt es sogar ganz fabelhafte Gasballons mit tollen Motiven und ich bin dieses Jahr nur ganz knapp um ein eigenes Exemplar gebracht worden. Jetzt ist es mir zu spät dafür, lohnt sich nicht mehr.
Mal schauen ob es nicht dann nächstes Jahr mal was wird....
Na ja, wie Ihr seht bin ich kein Gegner der Kitsch-Welle und den Hype um dieses Fest, da bin ich ehrlich.

Andersrum hat das Fest natürlich ein traditionelles Gesicht, das nicht unter Plastik verborgen liegt. Wenn wir unser Augenmerk darauf lenken stoßen wir auf die natürlicheren Bilder.
Die Altardecke wechselt nun bei mir auf ein schwarz-weißes, keltisches Motiv. Maiskolben mit Blattwerk machen sich prima, Kerzen in orange, schwarz und braun empfinde ich als passend. Ebenso allerdings die Farben lila und grau, die ich auch mit Hekate in Verbindung bringe. Klassische Kerzen in weiß dürfen bei mir aber auch nicht fehlen, insbesondere wenn es um Themen wie Tod, Reinigung und Abschied geht.
Eine Verbildlichung des Wesentlichen, der Gedanken an Samhain sind in meinem Empfinden auch Schlüssel (Tor zur Anderswelt, Türen in neue Lebensabschnitte, Entscheidungsfragen, Scheidewege usw.), Asche (Vergänglichkeit) und (weiße oder graue) Steine (z.B. die schützenden und von Natur aus magischen) Hühnergötter.

Auf den Feldern finden sich noch heute teilweise große Kornpuppen, die das Feld schützen und eine reiche Ernte im nächsten Jahr sichern sollen. Es ist die Zeit der Rabenvögel, die auf den kahlen Ackern picken und der nachtsichtigen Eulen, der Wächtertiere also.
Ebenso unscheinbar wie ewig gültig auch die Wahrzeichen von Besen (als weiblich-reinigender Aspekt) und Heugabel (in Anlehnung an den göttlichen Dreizack ein durch und durch männliches Fruchtbarkeitssymbol).
Wer den NEUmond-Aspekt (der Hekate) aufgreifen möchte ritzt das Zeichen des dreifachen Mondes oder auch das des vollen in seine Kerzen oder malt sie auf.

Es ist gehopst wie gesprungen; die Auswahl ist groß und wie immer eine Sache des persönlichen Geschmacks. Häufig bin ich in letzer Zeit auch schon auf den Granatapfel gestoßen, weil er an Persephone´s Abstieg in die Unterwelt erinnert. Jeder muss für sich entscheiden welche Essenz die Zeit für ihn bereit hält und was davon er ins Außen tragen möchte.

 

Sonntag, 28. Oktober 2012

Alte Bräuche und neue Ideen zum TOTENFEST


Heut zu Tage gibt es allen Ortes rauschende Parties mit Gesellschaftsspielen und bunte Kostüme am Abend des 31. Oktober. Ihn ganz ruhig zu begehen ist eher selten geworden. Wenn daheim, dann stehen häufig Horrorfilme oder wenigstens angenehm gruselige Romane auf dem Programm, während man mit Süßigkeiten bewaffnet auf das Türklingeln von Kindern wartet und es heißt „Trick or Treat“. Ich mag das schaurige Gehabe und die ausgefallenen Verkleidungen, weil sie entgegen der konservativen Meinungen eine wunderbar passende Atmosphäre erschaffen.

Doch auch für die traditionellere Gestaltung dieses größten aller heidnischen Feiertage gibt es unzählige überlieferte, sowie eher experimentelle Varianten.
Vermutlich wird die Otto-Normal-Hexe ;-) gegen Sonnenuntergang mit ihrem Treiben beginnen. Während wir wahrscheinlich bereits im Voraus Karten verschickt, Kürbislaternen geschnitzt und herbstliche Rezepte ausgetauscht haben, dürfte eine ungefähre Vorstellung davon entstanden sein, wie wir diesen Abend für uns zu etwas Besonderem machen möchten.

Einige machen vielleicht in der Abenddämmerung noch einen Spaziergang über den örtlichen Friedhof, bewundern die Lichter in der Dunkelheit und tauschen einige stille Worte mit den Verstorbenen aus.

Es tut gut sich ein wenig zurück zu ziehen, auf dem Altar einen Platz für die Ahnen einzurichten. Fotos können dazu gehören, Lieblingsblumen der jenigen vielleicht und weiße Kerzen. Wer mag setzt sich einen Augenblick und schreibt einen Brief. Was blieb ungesagt? Welche Fragen drängeln nach wie vor? Genauso gut können wir jemand Speziellem ein geliebtes Lied vorspielen, ihm ein Gedicht schreiben und es ihm einfach später unter den Teller legen oder eben an den Platz auf dem Altar.

In der Regel beginnt der eigentliche Festakt häufig mit einem, teilweise auch in Stille abgehaltenen, Mahl. Es wird je nach persönlicher Vorliebe mehr oder weniger üppig gespeist und getrunken. Fast immer jedoch wird bei diesem Dinner ein Gedeck am Tisch für die Toten aufgetan werden. Dieses bleibt quasi frei und die Speisen werden von den Gästen nicht verzehrt. Eher geht man hin und stellt sie hinterher raus vor die Türe, damit sich die Feen oder andere Geister davon nähren können. Während des Essens kann somit entweder eine amüsierte Stimmung herrschen, in der Erinnerungen ausgetauscht werden und Gelächter, oder aber völlige Ruhe. Wer den Abend alleine verbringt wird sich seine eigenen Gedanken machen. Eine liebevolle Geste ist es wenn man vielleicht für einen gerade verlorenen oder auch schon lange verabschiedeten Menschen das Lieblingsessen zubereitet.

Nach der Stärkung wird oftmals zu eher „harmlosem Partyspaß“ übergegangen. Kerzenhalter aus Äpfeln oder kleinen Kürbissen können gefertigt werden und später in einer Zeremonie Verwendung finden. In den Fenstern stellen wir ebenfalls (heut zu Tage aus Sicherheitsgründen häufig künstliche bzw. elektrische) leuchtende Kerzen oder Laternen auf, um den Ahnengeistern den Weg zu weisen. Sie sollen sich nicht verirren und ggf. den Weg zu uns nach Hause finden.

Auch kann man versuchen mittels Schmuckstücken oder ähnlichen persönlichen Dingen der Vorangegangenen ein wenig Psychometrie zu betrieben, also einfach ruhig zu werden und sich den aufsteigenden Eindrücken zu widmen. Ouja-Bretter zur Kontaktaufnahme oder ein Blick in die Glaskugel sind zu ähnlichen Zwecken ebenfalls sehr beliebte Werkzeuge.

Zu fortgeschrittener Stunde ist es an der Zeit für ein kleines Ritual. Vermutlich wird es Abschied und Loslösung zum Thema haben, oder auch Verabschiedung und Begrüßung. Jeder hat mit Sicherheit so seine Gedanken oder Erfahrungen, die er mittels einer Zeremonie loslassen bzw. diesen Vorgang ausdrücklich bekräftigen möchte. Diese kann man stichpunktartig oder eben in Briefform auf ein hübsches Pergament schreiben, eine Postkarte oder ein Foto. Wer kein großes Samhain-Feuer im Kessel ect. entfachen möchte oder kann, der behilft sich ebenso gut mit einer passenden Glas- oder Votivkerzen, um die Worte den Flammen zu übergeben. Kleine Opfergaben und alles Niedergeschriebene können hinein geworfen und die Asche hinterher als Talisman aufbewahrt oder verstreut werden.

Kreuzweg-Rituale sind sehr beliebt, gerade zu dieser Jahreszeit und insbesondere unter „den Anhängern“ der Hekate. Jedoch wird ein Zauber, der daheim oder im Garten ausgeführt wurde, sicher nicht minder wirksam sein.

Wer sich jedenfalls im Anschluß entscheiden sollte aus der zurück gebliebenen Asche und womöglich noch anderen Kleinigkeiten ein Mojo zu fertigen, braucht dazu eigentlich gar nicht allzu viel. Hübsch finde ich derzeit ganz besonders Filz- oder Samtbeutelchen, vielleicht Federn, eine Sigille, Steinchen, Anhänger und Naturmaterialien. Auch die Bänder kann man passend wählen, z.B. in orange und schwarz. Solche Säckchen finde ich immer prima um für Schutz zu arbeiten oder halt um Negativität abzuwehren.

Aber nicht jeder hat Ruhe und Muse um aktiv zu werden. Genauso schön kann es sein sich einfach zu versenken, etwa eine gelenkte Meditation zu machen, die Gedanken schweifen zu lassen. Man mag sich vorstellen wie unsere Altväter vor hunderten oder ein paar Tausend Jahren diese Nacht zelebrierten. Wie es gerochen hat nach den Feuern, wie kalt die Luft auf den Hügeln gewesen ist, der Wechsel in den Winter sich anfühlte... So mancher mag den Opfern der Hexenverfolgungen im Mittelalter seine Ehre erweisen, ihnen auf eigene Art gedenken.

Gegen Mitternacht sodann ist Gelegenheit einen ersten Blick in die Zukunft zu riskieren. Runen werfen oder eben Karten legen. Ich selber finde dieses Datum immer günstig für eine Jahreslegung. Das braucht eine Weile und inzwischen wird es dann auch Zeit sein ins Bett zu gehen.

Am nächsten Tag wollen schließlich die Gräber unserer Verwandten besucht und auf Vordermann gebracht werden. Wir richten sie schön her, bringen Kränze mit oder Gestecke und neue Kerzen.

In ein paar Tagen rückt nun der Kalender auf dieses Datum, aber Samhain ist schon lange da...

 

Samstag, 27. Oktober 2012

Woher kommt eigentlich HALLOWEEN?


Allerseelen, Samhain, Samhuinn, Geisternacht – Halloween hat viele Namen...
Lt. Historikern ist es vermutlich schon ca. 4.000 Jahre v. Chr. entstanden.
Bereits die Römer feierten zum ersten November ein Erntedankfest, welches sie das Fest der Pomona nannten, weil sie Göttin ihrer Obstgärten und der dazu gehörigen Ernte war.

Wie wir es heute kennen markierte es ursprünglich das keltische Neujahrsfest, Ende des Sommers und den Winteranfang. Ihr Jahreswechsel diente den Heiden als Möglichkeit mit dem Thema Sterben umzugehen.

Heilkundige & Weissagende gab es seit je her schon in sämtlichen Kulturen.
Das Hexentum an sich war (noch) keine Religion, sondern lediglich ein magisches System und fester Bestandteil aller heidnisch oder naturspirituellen Kulturen.

Im Laufe der Zeit entstand durch Völkerwanderungen, kirchliche Institutionen und politische Entwicklungen ein Feiertag, der Komponenten der europäisch-heidnischen Praktiken, christlichen Brauchtümer und Sitten der nordamerikanischen Indianer in sich vereinte. Auch afroamerikanische, aztekische und mexikanische Einflüsse verbreiteten sich zusehends. Später vermischten diese sich noch weiter mit kubanischer und haiitianischer Mystik.
Also ganz bunt: Heiden & Katholiken, Voodoo, Schamanismus & Santeria – ein multikultureller Mix.

In Mexiko und Teilen von Amerika wird ja nach wie vor der El Dia de los Muertos (Tag der Toten) zwischen dem 27.10. und 02.11. ganz groß gefeiert.

Sämtliche Vorurteile, „Halloween“ sei ein typisch amerikanisches und sinnlos kitschiges Fest, dürften hiermit beseitigt sein. Wie es heut zu Tage weit verbreitet zelebriert wird, das ist wieder eine andere Sache. Da überwiegen in der Tat die Gestaltung & Überschwänglichkeit unserer Freunde aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Die Wurzeln jedoch sind und bleiben nicht dort zu suchen. Selbst das Wort Halloween leitet sich aus dem englischen Namen für den Abend vor Allerheiligen ab (All Hallow´s Eve), womit er wieder auf die Zeit der Geister und die weit geöffneten Tore der Anderswelt verweist.

Wenn man den Aufzeichnungen soweit trauen darf wurde Allerheiligen wiederum am 13.05.610 von Papst Bonifatius IV ins Leben gerufen und erst im 7. Jahrhundert von Gregor III auf den 01. November verlegt.
Bereits im 4. und 5. Jahrhundert schon breitete sich das Christentum in den irischen Regionen aus und aus Samhain wurde für die widerspenstigen Heiden Allerheiligen gemacht.

Die Ehrung der Toten, feierliche Umzüge, Kostüme und lodernde Feuer – sämtliche Praktiken wurden in dem Zuge von der Kirche sanktioniert. Jedoch ging es natürlich nicht darum Spaß und ungezügelte Freudenfeste zu verbreiten, sondern ursprünglich eigentlich Angst und Schrecken.
Wie gut das funktioniert hat sehen wir ja ;-)

Nachdem sich also aus den bereits oben beschriebenen Umständen hauptsächlich in Amerika das Fest so weiter entwickelte wie wir es nun heute kennen, ist es nach langer Zeit wieder zu uns herüber geschwappt und kehrt somit zurück zu seinen Wurzeln.

Die Jahreszahlen habe ich übrigens dem Buch von Silver RavenWolf entnommen.
 

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Erste Worte zu SAMHAIN


Zum elften Neumond des Jahres bzw. in der Nacht vom 31. Oktober auf den 01. November feiern wir bekanntlich Samhain bzw. Halloween.
Hier zu Lande nennen die Menschen es mittlerweile Allerheiligen, verwenden also häufig den christlichen Namen.

Es läutet den Beginn der dunklen Jahreszeit ein, wenn Kälte das Land übernimmt, die Natur abstirbt, in sich selbst zurück kehrt. Nebelschwaden ziehen auf, wenn sich das Jahr dem Ende entgegen neigt. Mit dem dritten und somit letzten Erntefest ist diese endgültig eingebracht. Die Felder sind leer, die Kammern gefüllt, Spielplätze verwaisen zusehends.

Die Zeit der Hekate, Morrigan und Persephone beginnt. Es regiert die Weise Alte; die Hexen, die Geister und Zauberer. Wenn der Schleier zwischen den Welten sich lüftet, die Toren zur Anderswelt offen stehen... Dann ehren wir unsere Toten, setzen uns mit Ende und Abschied auseinander. Ergreifen die Gelegenheit um Führung, den Segen unserer Ahnen zu erbitten.
Der Nacht(seite) wird Aufmerksamkeit geschenkt, während wir den Ernst des Vergangenen gewahren.

Vergebung, Erlösung und Loslassen, das sind die Themen von Samhain.
Tod und Wiedergeburt, Ende und Anfang.... Das Jahr hat die Wegkreuzung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft erreicht.

Mit Kerzenschein erhellen wir nun die langen Abende daheim. Weil die Aktivitäten sich von draußen nach drinnen verlagern haben wir jetzt wieder genügend Zeit zum Lesen, spiritueller Arbeit und früher oder später werden wir neue Pläne schmieden.

So fühlt es sich an, wenn alle Blätter von den Bäumen gefallen sind und die Luft morgens schon ein wenig nach Winter riecht. Zwar ist erst Mittherbst, aber die Gedanken richten sich schon ein auf Eis und Schnee.

Natürlich ist das Alles für die meisten von Euch keineswegs neu oder gar spektakulär. Aber was genau nun es mit all dem Spuk, den Kürbissen und Gespenstern auf sich hat, denen Halloween seinen Ruf verdankt, darüber will ich hier in den nächsten Tagen mal näher eingehen. Einen Blick hinter die Kulissen werfen, längst verschwommene Details ins rechte Licht rücken.
 
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