Noch ein weiteres Buch habe ich diese Woche zuende gelesen und ich muß sagen, es war eines das mich wirklich schwer begeistert hat! So großartig! Luisa Teish schreibt wunderbar. Locker flockig von der Hüfte weg, scheut sich aber auch kein Stück davor Tabu-Themen ganz offen in den Mund zu nehmen und vor Allem ihre Kultur in allen Facetten näher zu bringen. Ganz wunderbar, wirklich. Eigentlich hat sie einen fetten Applaus verdient, den sie hiermit gerne von mir bekommen kann. Ich verneige mich tief vor Dir, Luisa! Ob es wohl am Namen liegt, daß die Frauen, die so heißen einfach fabelhaft schreiben können? ;-) Jedenfalls mag ich Euch meine ausführliche Meinung als > Amazon-Rezension < auch diesmal auf keinen Fall vorenthalten. Und als definitive Lese-Empfehlung hier der gewohnte kleine Vorgeschmack, in Form von einigen (es waren sooo viele, da fällt die Auswahl gar nicht leicht...) meiner Lieblings-Zitate:
"Alles ist beseelt, das ist das wichtigste Prinzip dieser Religion.
Du kannst nichts wegnehmen, zerstören, verachten, manipulieren,
ohne massiv ins ganze Weltgeschehen, in alle Häute
des Universums einzugreifen."
"So wie in einem alten Holz ein Skorpion hausen kann,
der sich gestört fühlt und dich beißt,
kann in einem alten Fetisch, einem Stein, einem Ritualgegenstand,
ein Geist hausen, dem du nicht gewachsen bist."
"Voodoo in New Orleans ist wie Jambalaya:
ein würziges Gericht mit vielen feinen Zutaten,
alles zusammengekocht. Da werden die Bräuche von drei
Kontinenten zu einer Tradition vermischt:
afrikanische Ahnenverehrung, die Erd-Religion der Ur-Einwohner
Amerikas und europäischer christlicher Okkultismus."
"Schwester, wenn du dich einmal zwischen dem Teufel
und der tiefen Melancholie verhedderst,
laß dein ganzes Denkmuster fallen. Halte dich nicht mehr
daran fest, was man dir als Realität präsentiert hat,
und rufe einen Durchbruch an, mache eine Anrufung.
Es wird dir nicht leid tun."
"Aber Gott ist nicht limitiert. Alles, was wir wissen, ist Gott,
aber auch alles, was wir nicht wissen. Gott überschreitet
unser Verständnis, und jenseits oder außerhalb von Gott
gibt es nichts. Gott, den wir kennen, ist die Summe
aller Naturkräfte in einem dynamischen Wechselspiel.
Eine unserer Begrenzungen ist die Sprache."
"Die Sklaven mußten das Christentum neu gestalten,
um etwas damit anfangen zu können.
Sie versteckten sich unter Marias Röcken
und verehrten ihre eigenen Götter und Göttinnen."
"So wie Jung dem Wort Zufall eine neue Bedeutung gegeben hat,
indem er das Gesetz der Synchronizität,
der Gleichzeitigkeit, in die Diskussion geworfen hat,
ist es Zeit, das Wort Aberglauben neu zu definieren."
"Die LaVeau-Frauen waren wie goldene Ringe.
Sie verbanden die Schwarzen mit ihrer afrikanischen Vergangenheit
und ihrer christlichen Gegenwart. Sie brachten Frauen
aus verschiedenen Rassen und sozialen Schichten zusammen,
und kämpften hart gegen die Ketten der Unterdrückung."
"Es scheint, daß es immer einen körperlichen, seelischen
oder geistigen Angriff gegeben hat, gegen den ich
mein Schwert zücken mußte. Und dabei wollte ich doch immer nur
Musik machen, tanzen, Gedichte schreiben und Blumen pflanzen."
"Magische Arbeit ist wie eine Regenbogenschlange:
uralt, schön und ganz. Sie schließt jedes Land, jede Kultur,
jede Person ein. Sie verbindet unsere Vergangenheit
mit der Gegenwart und wirft ein Spektrum vor uns...
hoch und breit wie ein Regenbogen. Sie frißt ihren eigenen Schwanz
und läßt Authentizität zu Originalität werden."
"Mach Dir nichts vor. Eine Person muß nicht unbedingt wissen,
daß sie verhext wird, damit es wirkt. Das ist eine ganz falsche
Vorstellung. Es ist der Glaube, die geistige Macht, die eine
magische Handlung wirksam macht. Und gerade die Menschen,
die von sich sagen, daß sie nicht an Magie glauben,
glauben in Wirklichkeit am meisten daran."
"Ich definiere Magie als die Kunst, die Kräfte der Natur
durch die Handhabung von Symbolen so zu nutzen,
daß eine erwünschte Veränderung in Menschen und Dingen
eintritt. Mehr noch: Die Natur hat uns schon alle Werkzeuge
in die Hand gegeben, mit denen wir alles schöpfen können,
was wir brauchen."
"Magie versagt nie, sie prüft uns aber, zwingt uns,
unsere Bedürfnisse und Wünsche zu überdenken,
und sie bringt uns dazu, unsere Konzentration
auf andere Wege zu richten."
"Die Natur hat kein Bedürfnis in die Welt gesetzt,
das sie nicht stillen könnte. Es gibt keine noch so vage Hoffnung,
die die Seele nicht kennt. Und es gibt keine noch so große
Sehnsucht, die die Flügel des Geistes nicht erreichen könnten.
Deshalb sei geduldig und gib dir Mühe."