Mittwoch, 6. Januar 2016

Krähen Mädchen - Narben Kind - Schatten Schrei

Die Rede ist hier natürlich von der viel gelobten, in Schweden spielenden Victoria-Bergman-Trilogie. Irgendwann im August muß > Luana <  mir in einem unserer endlos langen WhatsApp-Sprachnachrichten-Gespräche diese Reihe empfohlen haben. Und sie hat da definitiv nicht zuviel versprochen. Bis zum Ende des dritten Bandes werdet Ihr das Große Ganze nicht durchschauen, das versichere ich Euch. Sowas hatte ich bisher tatsächlich auch noch nicht erlebt.

Einige Zusammenhänge waren zu Anfang bereits durchschaubar, so dass ich mich schlau und auf der sicheren Seite wähnte. Doch freut Euch nicht zu früh! Wer starke Nerven hat und auf düstere, psychologisch hoch interessate Thriller steht, der ist hier gut beraten. Seit September habe ich nun an dem Dreiteiler gelesen und gestern bin ich fertig geworden. Ein wirklich absolut grandioser Showdown, soviel sei verraten. 

Bei den Amazonen hab ich > hier < diesmal allerdings tatsächlich lediglich den ersten Band bewertet. Beim zweiten habe ich es irgendwie versäumt und das würde ich auch jetzt nicht mehr auf die Reihe kriegen. Dafür sind die Eindrücke vom letzten Teil jetzt überlagernd und viel zu frisch. Aber ich denke für den Einstieg braucht es auch nicht viel mehr als diese eine Rezension. Dennoch werde ich hier wenige ausgesuchte Zitate aus allen drei Bänden wiedergeben. Das ist einerseits verlockend und andererseits war es diesmal glaub ich die größte Herausforderung überhaupt, irgendwelche Zeilen aus dem Kontext zu reißen. Es geht aber auch gar nicht um eine schreiberische Brillianz, die sucht man hier möglicher Weise vergebens. Es ist die Handlung, die packt und nicht mehr los läßt...

"Wie viel Leid kann ein Mensch anderen zufügen,
bevor er selbst aufhört, Mensch zu sein,
und zu einem Monster wird?"

"Stockholm ist untreu wie eine Straßendirne.
Seit dem 13. Jahrhundert ruht es in seinem brackigen Wasser
und verführt mit seinen Inseln und Holmen
und seinem unschuldigen Aussehen. Es ist ebenso schön
wie trügerisch, und seine Geschichte ist von Blutbädern,
Bränden und Verbannung geprägt."

"Wohin sie auch blickte, sie sah immer nur sich selbst,
aber wenn sie versuchte, sich selbst zu finden,
war da eine Fremde."

"Kann man böse sein, wenn man keine Schuld empfindet?
überlegt sie, als sie den Hammer mit voller Wucht
in Samuels rechtes Auge krachen läßt.
Oder ist Schuldgefühl die Voraussetzung für das Böse?"

"Früher war hier ein kleines Wäldchen, in dem angeblich
häßliche alte Männer und Alkis hausten. Aber Fremde
wollten ihr nie etwas Böses. Nur diejenigen,
die ihr nahestanden, konnten ihr wirklich wehtun."

"Das Kind, das sie einmal gewesen ist, will sie 
von ihrem Vorhaben abbringen. Es will weiterleben.
Doch dieses Kind muß ausgelöscht werden."

"Es handelt sich um zwei Personen ohne den geringsten
gemeinsamen Nenner. Abgesehen davon, dass sie
sich einen Körper teilen."

"Die Libido ist ein Trieb: das, was man ersehnt, begehert,
haben will. Ohne sie wäre die Menschheit nicht denkbar.
Wenn wir nichts vom Leben erwarten und verlangen würden,
könnten wir uns auch einfach in eine Ecke legen und sterben."

"In vielen primitiven Kulturen ist Rache ein Gebot,
ein Grundrecht, das dem Geschädigten die Möglichkeit gibt,
sich wieder Respekt zu verschaffen. Der Vergeltungsakt
setzt den Schlußpunkt hinter einen Konflikt."


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