Dienstag, 2. Juni 2015

Es geht uns gut!


Als ich vorhin diese Titelzeile in der FLOW samt dazu gehörigem Artikel las, begann es sehr schnell mich in den Fingern zu kribbeln. Ich muß dazu einfach was sagen. Erstmal finde ich es gut wenn jemand das mal so sagt. Statt der ewigen Schreckensmeldungen, Warnungen und Mißstände klingt das einfach mal ziemlich nüchtern. Es ist auch noch ein bißchen was anderes als die lichtie-blitzende Dankbarkeits- und Mindfullness-Bewegung, bei der man immer "nur" das Positive in allem Negativen finden muß, oder quasi das Beste draus machen soll. Kennen wir alle, wissen wir alle, strengen wir uns an.

Das Schöne an diesen sehr schlichten Worten ist eigentlich Folgendes: Wir erkennen uns ja wohl alle irgendwo darin wieder, oder nicht? Selbstverständlich hat auch diese Einsicht was mit Dankbarkeit zu tun. Mit einer grundsätzlichen Lebenseinstellung und der Erkenntnis, daß es so ist.

Ich will jetzt auch gar nicht mit diesem "wir sind so privilegiert"-Geschwafel um die Ecke kommen. Darum geht es gar nicht. Und auch nicht um Schicksalsschläge, Krankheiten, leere Portemonnaies oder schlechtes Wetter. Sondern um die Zeit, in der wir leben. Das eine jede Kernaussage nicht auf volle 100% der Weltbevölkerung zutreffen kann, versteht sich vermutlich von selbst. Und auch nicht auf jeden Einzelnen gerade jetzt, gerade hier, gerade in diesem Augenblick. Worum es mir - und vor Allem auch dem Schreiber des Artikels - eigentlich geht, ist die permanent brodelnde Krisenstimmung, welche uns von den Medien tagein-tagaus vermittelt wird.

Damit möchte ich nichts schön reden, nichts beiseite schieben und auch die Augen nicht verschließen vor grundsätzlichem Übel. Aber Fakt ist doch: Wir, die wir diese Fernsehnachrichten hier verfolgen, die Pop-up-Meldungen lesen und die fetten Überschriften in (meinetwegen zweifelhaften) Tageszeitungen prangen sehen - sind von den allermeisten, dort beschriebenen Szenarien, überhaupt gar nicht betroffen! Keine Sorge, das soll jetzt hier kein Plädoyer gegen die Empathie oder gar das Mitgefühl werden. Es soll lediglich etwas verdeutlichen. Nämlich daß wir Angst haben, uns bedroht fühlen und den Kopf in den Sand stecken wegen Dingen, die wir vermutlich nie am eigenen Leibe erfahren werden wenn alles glatt läuft

Da werden Ängste geschürt, Panik gemacht und die Propaganda-Trommel gerührt, was das Zeug hält. Schon klar, wir leben im Internet-Zeitalter. Da wird die Welt klein, jedes Ereignis wird in Minutenschnelle über den gesamten Erdball verbreitet, sofern es jemanden interessiert. Und wir interessieren uns natürlich für unsere Mitbürger, für das, was auf dem Planeten passiert. Doch wenn wir uns den Schuh zu fest anziehen, dann bringt das sehr schnell Niedergeschlagenheit, Angst und ein Gefühl der drohenden Ohnmacht mit sich, wenn man nicht aufpaßt. Da sieht man die Welt untergehen, die Reiter der Apokalyse nahen schon... Für Feinfühlige sicher keine Seltenheit, derartige Gedanken zu spinnen. Ganz besonders nicht wenn es um Krieg, Terror, Mord, Vergewaltigung, Seuchen und Wirtschaftskrisen geht, von denen wir uns beinahe dauerhaft bedroht fühlen. Ganz zu schweigen von Kinderschändern, Tierquälerei und zweifelhaften Forschungs-Experimenten, die wir nicht einzuordnen wissen.

Ich muß noch einmal betonen daß ich die Existenz all dessen, ebenso wie beispielsweise die stetige Zerstörung unserer Umelt, keineswegs abmildern kann und will. Das ist nich Sinn und Zweck, weswegen ich das hier gerade schreibe. Aber anstatt uns die Haare zu raufen über all die Übel (an denen natürlich etwas geändert werden muß) sollte man sich vielleicht einmal all die positiven Entwicklungen vor Augen führen. Ebenso wie es eben im Kleinen, im eigenen Leben gehandhabt wird. Es ist NICHT ALLES schlecht. Wir haben Krankenversicherungen und mehr zu essen als früher (wenn natürlich auch noch immer nicht alle satt werden, klar). Es gibt Gesetze und Bündnisse, die Kriege weitest gehend verhindern sollen. Moderne Medizin erlaubt es uns Krankheiten zu heilen, an denen vor ein paar Hundert Jahren oder weniger noch im jugendlichen Alter jeder verstorben wäre. Die Lebenserwartung steigt allgemein. Gegen Treibhauseffekt und Tierversuche oder Massentierhaltung sind Bewegungen ins Leben gerufen worden, denen sich immer mehr Menschen anschließen (!!!). Es gibt einen Umschwung im Denken, die Leute fühlen sich immer mehr verantwortlich. Es gibt Bücher und Aufklärung und Menschenrechte, Gleichberechtigung und Meinungsfreiheit. Das sah vor nicht allzu langer Zeit noch ganz anders aus.

Nein, dies ist bei Weitem keine heile Welt. Das Leben ist und bleibt kein Ponyhof. Aber genau wie das Leben jedes Einzelnen von uns ist sie es wert, mit wohlwollendem Auge als ein Ganzes betrachtet zu werden. Mit einer Aussicht auf Besserung und einer positiven Entwicklung, auf Wachstum.

Könnte man da nicht evtl. ganz vorsichtig unter dem Strich behaupten, daß wir auf einem guten Weg sind? Auch wenn noch nicht alle "erleuchtet" oder "errettet" sind? Auch wenn wir noch so viele Herausforderungen und Probleme zu bewältigen haben? Die Menschheit entwickelt sich doch, ist eine "aufstrebende" Spezies. Wir versuchen unsere Probleme zu lösen, sie zu erkennen und gemeinsam etwas zu unternehmen, anstatt die Flinte ins Korn zu werfen. Jeder wie er kann und an einem anderen Ansatzpunkt, sicher. Kein Mensch allein könnte das Gewicht tragen, die Probleme der ganzen Welt zu lösen. Dazu wurden wir auch nicht geboren. Aber wir arbeiten doch dran, oder? Und sicher sieht es oft ganz düster aus, sind die Prognosen nicht unbedingt rosig. Wir kriegen aber auch viel mehr mit als früher, das müssen wir uns bewußt machen. Früher sind auch Vulkane ausgebrochen und Menschen krank geworden oder hingerichtet. So traurig das auch sein mag. Da gab es aber noch kein Internet und deshalb hat es nicht die ganze Welt mitbekommen. Positive Meldungen häufen sich nur nicht so augenscheinlich und machen sich nicht so gut als Aufreißer, wie die schlimmen. Wir, die wir von all den Katastrophen hören, lesen und sie mitverfolgen, können jedoch zum großen Teil eindeutig sagen: Es geht uns gut...

Und jetzt bitte nicht mit Kartoffeln werfen oder zu laut Buuuuhhh rufen...! ;o)

Kommentare:

  1. Hola!
    Ich klatsche mal ne Runde für deinen Beitrag. Das musste mal gesagt werden. Sehe ich genauso wie du.

    Gruß
    Solvey

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  2. Schönes Posting, habe ich heute Morgen schon gedacht, als ich es auf Instagram sah. ;)

    Und genau darum meide ich negative Berichterstattung, so es mir möglich ist. Sie gibt mir nichts und vergiftet mich schleichend und ich gehe höchstens total negativ gepolt an die Dinge ran und wie soll das was Gutes dabei rauskommen? Ich denke, es hat nichts mit "Träumerei" oder "die Augen verschließen" zu tun, wenn man sich bewusst den Dingen zuwendet, die einem gute Laune machen. Denn wie willst du anderen helfen oder andere motivieren, wenn du seelisch selbst am Stock gehst? Und warum sollte ich mir von irgendwem alle Illusionen rauben lassen? Stell dir mal vor, das hätten die mich sich machen lassen, die von den Ärzten für unheilbar krank erklärt wurden und die sich einen Dreck drum geschert haben. Nee. Wenn mir jemand mit bad news meine seelische Ausgeglichenheit rauben will, werde ich echt zickig. ;)

    Also von mir keine Kartoffeln für dich. ;D

    Apropos "Lilith"-Buch in der Sidbar: Kennst du das "Lilith"-Buch von Kocku v. Stuckrad?! Großartig. Sehr, sehr lesenswert. Ich liebe es. :))

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    1. Sehe und halte ich inzwischen im Großen und Ganzen genau wie Du - Daumen hoch! Wenn ich es nicht ändern kann, dann lasse ich es lieber ganz aus meinen Augen und aus meinem Sinn. Tut mir wirklich leid, wenn jemand das nicht verstehen kann. Das ist der Grund weshalb ich schon seit Ewigkeiten keine Tageszeitung lese, keine Nachrichten schaue und Facebook-Seiten oder fb-"Freunde" mit Schreckensmeldungen nicht mehr abonniere. Es macht mich eben einfach sehr, sehr krank. Und das kann für niemanden gut sein.

      Wegen des Buches muß ich unbedingt mal schauen, meines ist nämlich.... STAUBTROCKEN :-p
      So - hab es ausfindig gemacht und auf meinen Wunschzettel gelegt. Das klingt schon mal wesentlich interessanter! Danke für den Tipp!
      Ist auch nicht zuviel mit Berechnungen der Sterne in Häusern usw. usf., ja...?
      Liebste Grüße und eine schöne Woche noch für dich, bis bald! :-*

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    2. @Buch: Oh, das ist eine gute Frage, ich habe die Berechnungen ja gar nicht nutzen müssen, weil ich mir vor einem Jahr mal so eine astrologische Persönlichkeitsanalyse habe erstellen lassen und da wurde das ganze Lilith-"Zeugs" (in welchem Haus etc.) wunderbar aufgelistet. ;)) War definitiv sehr erhellend und mit einer der größten Augenöffner, die mir seit langem untergekommen sind.

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    3. Och Menno - Dein Bloggerprofil ist weg und Dein Insta-Account auch! :( Lass Dich mal blicken, falls Du noch irgendwie unterwegs bist, ja...? Ansonsten wünsche ich Dir alles Liebe und Gute und hoffe daß wir uns irgendwann mal wieder über den Weg laufen! <3

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  3. Ich seh das so: Wenn wir uns diese guten Dinge nicht bewusst machen, dann fehlt uns doch letzten Endes die Kraft, an den schlechten Dingen was zu ändern.
    Daher 100pro Zustimmung.

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    1. Vielen herzlichen Dank, Diana - es freut mich sehr daß Du hier her gefunden hast!
      Liebe Grüße und Alles Gute für Dich, vielleicht liest man sich mal wieder! :)

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  4. Ich denke auch, dass es wichtig ist, mal innehalten und sich auf die positiven Dinge zu konzentrieren - nicht nur auf das, was man ohnmächtig ertragen muss, sondern auf das, was man schon erreicht hat und was man noch ändern kann und wofür man dankbar sein darf. Auf all die Dinge, die unser Leben einfacher und schöner machen und uns die Chance geben, zu kämpfen und zu protestieren, wo wir noch zu viel Leid und Ungerechtigkeit sehen.

    Liath

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    1. Schön daß Du das auch so siehst, Liath. Und überhaupt auch mal wieder von Dir zu hören! Ich hoffe es geht Dir gut!
      Drücke Dich mal aus der Ferne, bis bald!

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