Mittwoch, 24. September 2014

cb&c: Alles reine Behandlungssache


Wie ich hier so sitze, mein fleischhaltiges Mittagessen verdaue und Shopping Queen mit einem Auge schaue, liegt unser Baby Salem sicher noch halb-narkotisiert bei Fr. Dr. in der Praxis. Heute war nämlich der große Tag und unser Schatz ist kastriert worden. Hm. Ich meine das ist natürlich wichtig und klasse, gerade auch weil es unsere Snowhy ziemlich nervös macht, daß er neuerdings so nach Testosteron duftet :-p Aber so ganz kalt läßt es das Katzenmutti-Herz ja nu gar nicht, wenn der kleine Mann operiert wird mit gerade mal sechs Monaten. Seit gestern abend 21.00h gab es schon nichts mehr zu Essen und heute morgen um neun hat mein Mann ihn dann tapfer bei der Ärztin abgeliefert. Kuscheldecke und Lieblings-Teddy mit dabei in seiner Box, ist ja klar. Um elf dann durfte ich endlich anrufen. Da kam er just aus dem OP gefahren und es wurde mir mitgeteilt daß Alles gut gelaufen war, puh. Gegen halb vier, vier Uhr sollen wir nochmal einen Anruf erhalten, in dem wir dann erfahren wann wir ihn abholen dürfen. Und dann ist natürlich erstmal Schonung angesagt. Langsam wach werden, im Bett einmummeln, nicht auf der Treppe rum turnen oder dolle mit den beiden anderen toben. Nicht daß er sich noch die frischen Nähte verletzt. Ab morgen früh darf er dann auch endlich wieder was futtern, da ist er sicher heilfroh. Die nächsten Tage kriegt also nicht mehr nur noch die Prinzessin unsere volle Aufmerksamkeit und wird hinsichtlich ihrer Genesung bewacht, sondern insbesondere eben auch der kleine Babyschatz. Drei bis fünf Tage drauf achten sagte die Ärztin, dann ist er aus dem Gröbsten raus und der Alltag kann wieder einkehren.

Derweil an der schneeweißen Front: Zunächst mal sei gesagt daß der Heilungsprozeß wirklich endlich gut und sichtbar voran schreitet. Natürlich kann und darf hier immer noch nicht ohne Ende gerannt, geschlittert, geklettert und vor Allem aus der Höhe gesprungen werden. Manchmal ist die Kurze leider auch noch ein wenig desorientiert und man merkt es eben an der Motorik. Aber der Allgemeinzustand ist definitiv um Längen besser als noch vor einer Woche beispielsweise. Montag abend bei unserer Ärztin des Vertrauens gab es erneut Laser-Akkupunktur, Massage und Osteopathie. Außerdem natürlich auch noch einmal eine Spritze. Man merkt aber wirklich wie gut die Behandlungen ihr tun und wie weit es sie vorwärts bringt. Da ist sie dann auch immer ganz lieb, still und artig, läßt sich jeden Handgriff gefallen, so süß. Wie uns gesagt wurde kann so eine Verletzung an der Wirbelsäule (Prellung, vielleicht Bluterguß im Knochenmark, Schleudertrauma, angegriffenes zentrales Nervensystem) schon mal locker sechs Wochen brauchen, wenn sie denn vollständig ausheilt. Aber genau den Eindruck macht es glücklicher Weise inzwischen. Von daher sind wir gut im Rennen und mittlerweile auch sehr zuversichtlich. 

Gestern kam dann auch die Tier-Psychologin zu uns nach Haus, die sich hauptsächlich der Problematik des andauernden und extremen Schreiens (insbesondere bei Nacht) widmen sollte. Dies hatte sich in den letzten Wochen, vor Allem seit der Verletzung und dann nochmal seit Salem langsam potent wurde, soweit gesteigert, daß wir teilweise nächtelang keinen Schlaf hatten, wodurch es zum echten Problem wurde. Vieles von dem Besprochenen war uns eigentlich gewisser Maßen im Vorfeld schon klar gewesen, womöglich aber nicht ganz so bewußt, wie wenn man es nochmal von der Fach-Frau gesagt bekommt. Natürlich kommen derzeit für unsere Schönheit viele Stress-Faktoren zusammen, von ihrer angeborenen Taubheit und der Tatsache, daß sie ohnehin nie wirklich ruhig gewesen ist in der Nacht, mal ganz abgesehen. Sie ist sehr schlau, interessiert und benötigt auf Grund des komplett fehlenden Reizes ohnehin eine Menge Entertainment bzw. Aufmerksamkeit. Also muß sie gefordert werden. Undzwar nicht nur körperlich, was ja erst in ein paar Wochen wieder wirklich möglich sein wird, sondern eben hauptsächlich auch geistig. Zu diesem Zweck sollen erstmal noch mehrere Futter-Spielzeuge angeschafft werden. Eines dieser Agility-Activity-whatever-Wunderwerke haben wir ja bereits hier. Zukünftig soll es darauf hinaus laufen daß Trockenfutter gar nicht mehr den ganzen Tag über im Napf zur Verfügung gestellt werden soll, sondern eben statt dessen in diversen, wechselnden, herausfordernden Spielgeräten. Außerdem wild in der Wohnung versteckt, zum Erklettern, Suchen und nachher auch wieder zum Jagen / Fangen / Hinterher-Rennen (Futterbälle ect.).

Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Klicker-Training. In Snowhs Fall logischer Weise nicht über ein akustisches Signal, sondern mit Licht. Da haben wir jetzt so ein Mäuschen, einen Katzen-Laser-Pointer. Immer wenn sie ein "gewünschtes", positives Verhalten an den Tag legt (z.B. ruhig daneben sitzen, während wir fernsehen oder sowas) gibt es ein Licht-Pünktchen vor die Füßchen, worauf dann ein Leckerchen folgt. Das ist natürlich schön und gefällt uns beiden bisher sehr gut :-) Der dritte, wichtige Eckpfeiler, auf dem dieses Verhaltens-Therapie-Gebilde ruht, lautet "Ignorieren". Gar nicht mal so einfach, kann man sich vielleicht vorstellen. Also auch wenn sie jetzt tagsüber oder nachts die Bude zusammen schreit - nix. Nicht hin gucken, nicht hin gehen, gar nix. Womit auch das nächtliche Füttern jetzt ein für alle Male weg fällt. Wäre natürlich sehr kontraproduktiv wenn sie schreit und ich springe, um ihr frisches Naßfutter zu geben, um dann beim nächsten Schreien einfach liegen zu bleiben und mich nicht zu rühren. Das funktioniert nicht. Also ist jetzt erstmal Durchhalten angesagt. Da sie sehr schlau ist hoffen wir somit daß sie schnell dahinter kommen wird, welches Verhalten ihr mehr einbringt. Aufmerksamkeit, Leckerchen und Belohnung versus ignoriert und gar nicht beachtet werden, wenn sie laut ruft. Dennoch kann es gut sein daß wir ein paar Wochen damit zubringen werden müssen, einfach durchzuhalten. Warten wir es ab. 

Nach Ausfüllen eines mehrseitigen Fragebogens bekommen wir zusätzlich noch ein Rezept / eine Zusammensetzung für eine individuelle, auf sie zugeschneiderte Bachblüten-Mischung, die mehr bringen sollte als eine fertige Mixtur aus der Apotheke. Einfach unterstützend. Den Rest wird die Zeit wohl sowieso bringen, wenn Salem keine Sexualhormone mehr verströmt und wenn die alt bekannte Beweglichkeit zurück kehrt. Und Alles Andere ist nunmal hausgemacht. Kätzchen verhätscheln ist gut und schön, aber auf nervtötendes, wirkich geradezu unerträgliches Geschrei darf nicht mehr eingegangen werden. Soviel mal zum aktuellen Behandlungsstand unserer Pfötchen-Franktion ;-) Gerade habe ich auch mit der Praxis telefoniert, so daß wir klein Salem um fünf abholen dürfen. Trink ich jetzt noch ein Käffchen oder einfach eine Saft-Schorle? Wie auch immer, ich werde mich noch ein wenig lang machen und ein paar Seiten in Needful Things lesen. Da hab ich jetzt grad richtig Bock drauf!

Kommentare:

  1. Weiowei!!! Und Ihr müsst auch noch Arbeiten und Leben oder?
    Hammer! Ich drücke alle Daumen für die Heilung und daß alles bald ganz entspannt wird.
    Herzliche Mabongrüße schickt Beltane.

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    1. Haha, ja - in der Tat! :-p Sowas bringt Dich da auch echt dann schon mal an Deine Grenzen, das kann ich Dir sagen... Puh! Aber Göttin sei Dank ist unsere Puppe auf einem guten Wege der Besserung, wie ich finde. Vielen lieben Dank für Deine Anteilnahme immer :-*

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  2. Antworten
    1. Schade daß Du zu Samhain nicht dabei sein kannst... *schnief*

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  3. Gute Besserung für den kleinen Mann. Freut mich total, dass es mit Snowhy bergauf geht und ihr die Behandlungen gut tun.
    LG Jutta

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    1. Vielen herzlichen Dank an Dich, Du Liebe! <3 Wir kämpfen weiter, chakka! :D

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  4. Möge bei euch endlich wieder eine sorgenfreie und entspannte Zeit einkehren. Liebe Grüsse!

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    1. DAS wünsche ich mir auch! DANKE <3

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  5. Schön dass es der kleinen Prinzessin langsam wieder besser geht =) Toitoitoi, die letzten kleinen Hürden schafft ihr auch noch.

    Und auch für klein Salem alles erdenklich gute. Ich hoffe ja dass er seine Nähte in Ruhe lässt, Melody war damals so penetrant am zupfen (hat sich aber auch nicht stören oder gar abhalten lassen), dass sie dann schlussendlich einen Kragen verpasst bekommen hat. Den hatte ich ihr zwar ein bisschen bemalt damit sie ihn besser wahrnimmt, aber war trotzdem ätzend und als er dann endlich wieder abgenommen werden durfte, war sie da wo der Kragen auflag total stoppelig. Hat ihr sämtliche Härchen "abrasiert", das sah vielleicht aus -.- Ich drück die Daumen dass ihm sowas erspart bleibt =)

    Liebe Grüße

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    1. Wir hatten tatsächlich versucht ihm die Krause anzudrehen, als er am Abend der OP gleich anfing dort zu putzen und zu lecken... Ist ja vielleicht erstmal nicht so gut, so direkt. Jedenfalls hatte der das Teil bereits schon zweimal in der Praxis vorher abgekämpft und zuhause dann auch wieder gekämpft wie ein wilder. Man konnte wirklich deutlich erkennen, daß er damit mal so gar nichts anfangen konnte ;-)) Ich glaube wir hatten Glück, daß inzwischen das Gröbste überstanden sein dürfte. Vielen lieben Dank jedenfalls und bis bald mal! :-*

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