Freitag, 20. Juni 2014

The Conjuring (& Fakten)

Oh Mann, ich war offen gestanden gestern schon ein wenig erschüttert - und das kann ich auch immer noch "herauf beschwören", obwohl es schon einen ganzen Tag her ist, dass ich den Film gesehen habe. Grusel vom Feinsten zum Frühstück, könnte man sagen. Mußte mich danach erstmal mit Frauentausch und meinem Roman ablenken ;-) Manchmal kommt der Tag eben anders, als geplant.
Der Streifen ist ja jedenfalls seit einiger Zeit in aller Munde und ich wollte ihn unbedingt auch sehen. Kein Wunder dass er so gut angekommen ist. Es stockt einem wirklich der Atem.
Nicht nur dass die dichte Atmosphäre und das sogar bei Tageslicht lauernde Grauen Dich permanent auf Spannung halten. Man könnte natürlich meinen dass es sich lediglich um einen weiteren, in einer ganzen Reihe von Spukhaus-Filmen handle. In der Tat finden sich Elemente wie beim Exorzisten, des Exorzismus von Emily Rose, Amityville und Allem was wir sonst noch so von dem Kaliber kennen. Und doch könnte ich von keiner Szene sagen dass sie mir auch nur im Entferntesten wie ein Abklatsch vorgekommen wäre. Das hat der Film nicht nötig, wirklich nicht. Er beschleunigte meinen Herzschlag, ich war vollkommen gefangen, erschrak mich und einige Sequenzen haben mich echt geängstigt.

Auf Blut wird in diesem Grusel-Schocker vollständig verzichtet und ich glaube das steigert die Unbehaglichkeit sogar noch. Splatter-Filme mit Kettensägen-Massacker ekeln uns. Bei diesen Psycho-Filmen jedoch betrifft die Gefahr nicht nur unser leibliches Wohl, sondern wir sehen unsere Seele bedroht. Vermutlich ist es genau das, was die Angst steigert und so wenig greifbar macht.
Am faszinierendsten finde ich die Tatsache dass die Story auf einer wahren Begebenheit beruhen soll. Ich habe das kurz oberlächlich recherchiert und bin dabei tatsächlich auf den Dämonologen Ed Warren und seine Frau Lorraine gestoßen. Beide sollen nicht nur den vorliegenden Fall, sondern auch noch eine Reihe weiterer bearbeitet haben, die dann teilweise ebenfalls sogar (sehr erfolgreich) verfilmt worden sind. U.a. Haus der Dämonen und den Klassiker Amityville. Ich habe die Filme ebenfalls gesehen und sie hatten mir seinerzeit den gleichen Schrecken eingejagt. Womöglich ist es dadurch zu erklären, dass diese Ereignisse tatsächlich stattgefunden haben. Phew.
Ed und Lorraine haben einige Bücher geschrieben und Vorträge an Universitäten gehalten. Sie soll eine begabte Hellseherin sein, er hingegen ist als anerkannter Dämonologe und Erforscher des Paranormalen bekannt geworden. Vielleicht werde ich beizeiten noch ein wenig über die beiden lesen.
Schon Blockbuster wie The Rite mit Sir Anthony Hopkins, oder Stigmata, hatten mich seinerzeit veranlaßt mich ein wenig mit dem Thema Exorzismus auseinander zu setzen. Überraschend fand und finde ich noch heute die Tatsache, dass tatsächlich nach wie vor offiziell Exorzisten vom Vatikan ausgebildet und berufen werden. Benedikt soll erst noch 200 von Ihnen in die Welt entsandt haben, sofern man dem Internet Glauben schenken darf. Es gibt mehr Filme mit tatsächlich geschehenen Vorlagen, als man vermuten würde. Mindestens ein wirkich beunruhigender Fall davon aus Deutschland. Googelt und klickt mal ein wenig durch Wiki, wenn Euch das Thema ebenfalls interessiert. Aber zurück zur "Heimsuchung".
Ohne zuviel von der Handlung verraten zu wollen, hier dennoch eine grobe Wiedergabe:

Eigentlich der ganz klassische Fall. Glückliche Familie erfüllt sich den Traum vom eigenen Haus auf dem Land. Der erste Eindruck ist für den Zuschauer vermutlich gleich eher unbehaglich, wenn auch die spielenden Kinder und lachenden Gesichter noch nicht von Unheil künden. Doch schon sehr bald beginnt der Spuk. Hündin Sadie, welche sich von Anfang an weigerte das Haus zu betreten, liegt am nächsten Morgen tot im Garten. Alle Uhren im Haus bleiben nachts um die selbe Uhrzeit stehen, jedesmal. Seltsame Geräusche, Türen die auf- und zugeschlagen werden, eine schlafwandelnde Tochter. Die Mutter entdeckt an jedem Morgen neue Blutergüsse an ihrem Körper. Die Übergriffe steigern sich immer weiter, bis zuletzt alle Familienmitglieder völlig verängstigt sind und sich entschließen die land-bekannten Geisterjäger Ed und Lorraine Warren um Hilfe zu bitten. Das Erscheinen rüttelt die dunkle Existenz im Haus jedoch erst so richtig auf, die Ereignisse überschlagen sich.
Zwischendurch erfahren wir in parallelen Handlungssträngen auch immer mal wieder etwas mehr aus dem Leben der Warrens und deren andere Fälle...
Das Ganze steigert sich und erreicht in einem explosiven Showdown seinen Höhepunkt, der mir exzellentes Herzrasen beschert hat :-P
Mehr will ich aber nicht verraten, sonst gibt es ja gar keine Geheimnisse mehr.

Wer den Nervenkitzel liebt, auf Splatter aber gut und gerne verzichten kann, dem sei dieser Film momentan allen übrigen voran empfohlen.
Gruselt Euch schön und genießt die Gänsehaut ^^


Kommentare:

  1. ich habe den film auch geguckt und fand ihn leider ganz langweilig, weil er halt so typisch für einen haunted-house-film ist. geklapper, geschepper, ein paar blutergüsse und das tote haustier...ja mei.
    kennst du cabin in the woods? den fand ich genial :o)

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    1. Ja aber es ist alls wahr - das alleine ist doch beängstigend genug, oder findest Du nicht? ;D
      Ist Cabin in the woods nicht so ein Splatter-Film? Ich steh ja nicht so auf sinnlose Abschlachterei und Blutgespritze :-P

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  2. Es gibt 2 Möglichkeiten: Entweder der Film "funktioniert" bei Dir, oder aber eben nicht. Offensichtlich bist Du der gleiche Typ Filmschauer wie ich, er hat bei Dir funktioniert und Du hast auch noch länger was davon.
    Da sage ich mal gleich vorweg: Danke für den Filmtipp ;-)
    Bei mir haben übrigens "the blairwitch projekt" und "The Ring" auch funktioniert, ich hatte Wochen später noch etwas davon. Und der Gatte fand es grottenlanweilig....
    So ist eben die menschliche Psyche eine vielen Facetten - oder aber in Punkto Gruseln nur mit zweien - entweder es klappt oder es klappt nicht!

    Herzliche Mittsommergrüße
    Beltane

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    1. Ohoho, Blair Witch und The Ring haben bei mir auch mehr als gut funktioniert ^^ Ich denke sogar heute noch manchmal daran :D
      Kennst Du auch schon "der verbotene Schlüssel" oder "The Gruge", wo wir gerade dabei sind? ;-)

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  3. Mir ging es so bei dem Film "Insidious". Da dachte ich damals, Mensch derjenige, der sich die Story ausgedacht hat, muß das selbst erlebt haben. Dann noch ein paar Effekte dazu und fertig ist das Grauen!

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    1. Sowas denke ich öfter mal bei richtig gut gemachten oder durchdachten Filmen bzw. Büchern...
      Da sagst Du übrigens was, den Film habe ich auch noch nie gesehen ^^ Also der kann was, sagst Du?

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