Samstag, 22. März 2014

Nordische Mythologie

Schon seit einer ganzen Weile wollte ich mal ein bißchen mehr erfahren über Odin, Thor, Loki, Skadi und wie sie alle heißen. Mit diesem Buch hier war ich bestens beraten. Sicher war es auch mal über einige Seiten etwas trocken, aber ich denke das liegt in der Natur der Sache, ist ja nunmal kein Unterhaltungs-Roman. Dennoch waren die Geschichten teilweise schon sehr lebendig und ich habe sehr viel gelernt. Da gab es eine Menge Aha-Momente.
Meine > Amazon-Rezension < ist schon online und ich werd jetzt mal schauen ob ich nicht noch ein paar Zitate finde, die ein bißchen spiegeln wie das alte Schätzchen insgesamt so war...
 
"Asen sind also ursprünglich siegreiche
zu den Göttern erhobene Helden, heroisierte,
nach dem Tode zu göttlichem Leben erhöhte Fürsten.
Könige der nordischen Erde wurden zu Asen
des nordischen Himmels.
Dies sind also nicht Vollgötter, sondern Halbgötter."
 
"Die Ansicht, daß der am Himmel von den Göttern
mit geheimnisvollem Band gefesselte und zum beständigen
Aufsperren der Kiefer genötigte Wolf ursprünglich
das Sternbild Wolfsrachen in der Nähe der Milchstraße bedeutete,
von dem die Götter Unheil für sich und die Welt besorgten,
wenn es auf die Welt herabstürzte, verdient Beachtung."
 
"Aus neunerlei Holz wird das Notfeuer entzündet,
mit neunerlei Laubholz zündet man in der Johannisnacht
auf einem Kreuzweg ein Feuer an, um die Hexen zu sehen."
 
"Kein Volk war mehr davon überzeugt, daß Wissen Macht ist,
als die Germanen. Der Grundgedanke der ganzen
germanischen Mythologie ist die Macht.
Die Wanengötter sind Ausdruck für die Macht der Natur;
eine Personifikation der Zeugungskraft des Lebens; Wodan aber
ist, so zu sagen, mehr antropomorphisiert: er ist
die zur Göttlichkeit gesteigerte Kraft und Macht des Menschen,
nicht die leibliche, sondern die geistige Überlegenheit."
 
"Indem der Krieger durchbohrt oder unmittelbar vor seinem Tode
mit der Speerspitze geritzt wurde, empfing er das heilige Mahl,
das den Toten als Odins Opfer bezeichnete,
als Opfer dessen, der von den Helden
Herr der Speere genannt wurde."
 
"Der Krieger, der im Kampfe fällt, weiß, daß er unmittelbar
zu Odin eingeht. Darum mag der Held, der seinen Tod
in der Schlacht voraussieht, die Erwartung aussprechen,
daß er am Abend in Walhall zu Gast sein werde..."
 
"In den Mühen des Tages, in den Gefahren zu Wasser
und zu Lande, in der Sorge vor Unholden und Riesen
wandte man sich an Thor, und so war er der Gott,
der im praktischen Leben am meisten und häufigsten
angerufen wurde. In dieser Beziehung war er
der Gott für alle Verhältnisse des menschlichen Lebens
von der Wiege bis zum Grabe."
 
"Mädchen der Hel erscheinen den Sterbenden,
wie Hel dem Baldr vor seinem Tode verkündet,
daß sie des nächsten Tages in seinen Armen ruhen werde;
von einem dem Tode Verfallenen wird gesagt:
Hel wird als Deine Hausfrau Dich an ihren Busen legen."
 
"Bei der Auflösung der Welt verlangt auch Hel ihr großes Opfer.
Demgemäß wird ihr Baldr zuteil, und sie entsendet,
als das Schiff Naglfar flott wird, auf ihm ihre gespentsischen
Scharen zum Kampfe gegen die Götter; ihre Brüder aber,
der Fenriswolf und die Midgardsschlange,
vernichten Odin und Thor, ihr Vater Loki und Himdall
töten einander."
 
"Von der hohen christlichen Auffassung, daß die Kreatur vor
dem ewigen, mächtigen Herrn aller Dinge demutsvoll
in den Staub zu sinken hat, ist das nordische Heidentum
weit entfernt. Durch Opfer, Gebet und Anrufen ihrer Gnade und
ihres Beistandes beweisen die Menschen ihren Glauben,
nehmen aber dabei an, daß die Götter eine Verpflichtung
anerkennen, das empfangene Geschenk lohnend zu vergüten."
 
"Das Gebet ist eine Bitte, die man an die Gottheit wie an einen
Menschen richtet, und das Opfer ist ein Geschenk,
das man der Gottheit darbringt, wie wenn sie ein Mensch wäre.
Das altnordische Wort für beten bedeutet durch Bitten überreden;
altnordisch bón meint ursprünglich Zaubersprüche hersagen,
weist also auf den Ursprung des Gebetes
aus dem Seelenglauben zurück."
 
"Von hilfreichen Zwergen, Hausgeistern und Kobolden
kommt vielfach die Sage vor, daß man zum Lohn ihrer Dienste
und aus Mitleid mit ihrer Nacktheit ihnen Kleider schenkt;
sobald sie das sehen, dünken sie sich zu vornehm
zu arbeiten und verschwinden."
 


Kommentare:

  1. Verzeih....ich war die "Löscherin"....war noch als Rea angemeldet....

    Ich hab's gelesen, mir durch den Kopf gehen lassen und mir Gedanken dazu gemacht.....und ich glaube, ich hatte ja schon mal im Buchenhain etwas darüber gesagt....
    Jedenfalls finde ich es toll, dass Du es hier so detailiert beschreibst. Da kann man sich ein Bild vom Inhalt machen.

    Liebe Grüße und noch einen schönen Sonntag wünsch ichi Dir.
    Rosi)

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    1. Hey Rosi,
      ne Du - wüßt ich jetzt gar nicht mehr, dass ich über dieses Buch bei Dir schon mal was gelesen hätte.
      Also hast Du es auch durch geackert?
      Könnte mir vorstellen dass germanische, nordische, griechische Mythologie bzw. deren Pantheone nicht so Dein Fall sind, da doch ziemlich dominiert von den Herren der Schöpfung...? ;-)

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