Sonntag, 6. Oktober 2013

(Mehr) Zeit für mich

Immer wieder stolpere ich auch auf anderen Blogs über dieses Thema. Es ist ja nun mal wichtig und scheint gerade in der heutigen Zeit eine Menge Leute zu bewegen. Ich meine das ist ja auch nicht so ganz einfach. Wie kriegt man alles unter einen Hut und bleibt dabei selbst nicht auf der Strecke? Es gibt nunmal Dinge, die müssen erledigt werden - ob man gerade Lust dazu hat, oder nicht. Da wären der Hausputz und beispielsweise Wäsche waschen oder bügeln. Ebenso Einkäufe und im Idealfall frisches Essen zu kochen. Ohne Nahrung geht´s eben nicht. Und mal ehrlich: Wer kann schon permanent Fast Food zu sich nehmen, ohne dass es einem schnell zum Hals raus hängt? Abgesehen davon dass es ungesund ist und dick macht...? Eben.
Ich schätze da sind wir uns einig: Essen, schlafen, putzen und einkaufen müssen wir, da führt kein Weg dran vorbei.

Wenn jemand außerdem beispielsweise noch Vollzeit berufstätig ist, dann wird´s schon kniffeliger mit dem Zeitmanagement. Zeit für Freunde "muss" drin sein (wenigstens mal auf einen Kaffee, einen gemütlichen Abend oder im besten Fall eine Essenseinladung, mindestens jedoch zwischendurch mal telefonieren oder eine mail schreiben) und der Partner soll natürlich auch keinesfalls zu kurz kommen. Gemeinsam etwas unternehmen - und sei es nur ein DVD-Abend oder ein kleiner Stadtbummel.

Aber eigene Interessen haben wir ja auch noch. Und mir ist schon vor langer Zeit aufgefallen dass ich wirklich und wahrhaftig unzufrieden werde, um nicht zu sagen unglücklich, wenn ich denen so gar nicht nachkommen kann. 
Ich möchte also selber bloggen, aber auch die Blogs anderer Leute lesen. Weil sie  mich inspirieren und interessieren. Außerdem lese ich gerne Bücher (mein Wunsch wäre ein Sachbuch und ein Roman im Monat) und stöbere nach neuen Anregungen in Zeitschriften.

Wichtig ist mir außerdem der Bereich Beauty / Pflege. Ich liebe in der kalten Jahreszeit gemütliche Bäder am Abend, bedufte und becreme mich gern ausgiebig. Ich brauche Zeit für meine Haare, mein Make up, Besuche im Nagelstudio usw. usf. Das ist also quasi schon Pflichtprogramm, aber eines, das ich will - wo wir wieder beim Thema selbstgemachter Freizeitstress wären. Aber wieso sollte ich darauf verzichten? Ich lege ungemeinen Wert darauf und das war schon immer so.

Kochen würde ich am liebsten jeden Tag frisch bzw. jeden zweiten und dann halt für zwei Tage. Leider klappt das in der Realität häufig aber nicht. Denn abwechslungsreich soll es ja auch noch sein, am liebsten jede Woche ein neues Rezept ausprobieren.

Doch wie man es auch dreht, der Tag hat nur 24 Std. :D
Wie macht Ihr das also?
Wie kriegt Ihr es organisiert dass Ihr Euren "hausfraulichen Verpflichtungen" nachkommt (was mir ebenfalls sehr wichtig ist und mit den drei Katzen bzw. deren Haaren ect. hat man eigentlich auch immer was zu tun), Freunde seht, genügend Auszeiten mit dem Liebsten verbringen könnt und dennoch eigenen Hobbies nachgeht?

Ich meine Ideen hätte ich natürlich noch ohne Ende mehr. Was ich gerne alles besuchen und fotografieren würde, darüber schreiben, mal was basteln usw. usf.

Am einfachsten ist es im Prinzip, wenn man nach getaner Arbeit bzw. erledigter Pflichten einfach tut wozu man Lust hat. Und das sollte man auch. Was aber wenn mir der Sinn nach lesen steht, ich jedoch bereits für den Abend verabredet bin? Oder gern mit meinem Mann spontan spazieren gehen würde, obwohl wir dringend noch einkaufen müssen? Solche Sachen halt...

Mir schleicht sich ja auch immer wieder die Vermutung auf, dass ich mir generell zu viele Gedanken über dieses Thema mache. Aber es läßt sich nicht ändern, das Thema kommt logischer Weise im Alltag ständig neu auf. Also Ansprüche herunter schrauben und mit 30 Min. "frei verfügbarer Zeit für mich" zufrieden geben? Das klingt mir irgendwie zu gezwungen und gar nicht mehr nach "frei verfügbar".

Eine gesunde Portion Egoismus ist in mir ja schon angewachsen in den letzten Monaten und das finde ich auch gut so. Kein Mensch kann permanent verfügbar sein und ständig parat stehen. Das ist ungesund, unnormal und wohin das führt habe ich ja selbst erlebt. Dennoch gibt es Pflichten und Vergnügungen und beide gehören zum Leben gleichermaßen dazu. 

Ich fänd es irgendwie super klasse wenn die ein oder andere von Euch Lust hätte selbst mal zu schreiben wie sie das handhabt im Alltag, ob nun hier als Kommi oder im eigenen Blog. Wie gesagt, das Them begegnet mir ohnehin häufig an verschiedenen Stellen und niemand scheint bisher die perfekte Patentlösung dafür gefunden zu haben. Ist ja vermutlich auch normal im Leben, dass man nicht ständig nur tun kann wozu man gerade Bock hat. Denn wie sagt man so schön "das Leben ist kein Ponyhof". Nichts desto trotz ist es für unser Wohlbefinden und auch die geistige / körperliche Gesundheit unerläßlich, zufrieden oder noch besser glücklich mit dem eigenen Zeitmanagement zu sein.

Von daher - immer raus mit den Ideen :)

So, nun ist es auch schon wieder halb vier und ich werde meinen freien Abend nach Herzenslust genießen! Gekocht hab ich nämlich heute schon, gewaschen wird erst morgen wieder und einkaufen kann man sonntags ja zum Glück auch nicht ;-)

P.S: Wie wird man das schlechte Gewissen los, weil ja doch irgendetwas immer auf der Strecke bleiben muss? Weil man z.B. nur was Schnelles aufgewärmt hat, um noch lesen zu können? Oder die Bügelwäsche liegen geblieben ist, man die Freundin schon wieder nicht angerufen hat...?

Kommentare:

  1. Wie man das schlechte Gewissen los wird? Ignorieren, denn es wird sich immer wieder einschleichen, ist wahrscheinlich ein Gummiband dran, aber egal.....bevor Du selbst auf der Strecke bleibst, erwischt es eben etwas anderes, ist definitiv auch gesünder, gell?

    Dann ist da auch die alte Sache mit den Prioritäten, die vier Hände mit denen wir im Zirkus unser Geld leichter verdienen würden und und und....
    Es gibt ja ganz interessante Bücher über Zeit-Management, aber für mich ist das einfach nix, mir reichen schon die gesetzten Termine, da mache ich doch nicht noch Termine mit mir *schauder*

    Was allerdings spannend ist, sich auf die Jagd nach Energie-Vampieren zu begeben, da lässt sich schon so manches an Zeit und Energie finden.....

    Aber ansonsten habe ich kein Patentrezept, auch ich entscheide von Situation zu Situation unterschiedlich, manchmal nach Wichtig-bzw. Notwendigkeit und auch nach Verfassung und wenn mir danach ist, mache ich auch alle Türen zu und gehe spazieren *-*

    Lieb Grüße♥

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    1. Ich glaube so sollte es auch sein. Zeitmanagement gut und schön, vor allem bei der Arbeit ist sowas schon wichtig. Aber ich sehe das wie Du, Termine mit mir selbst muss ich nicht haben.
      Ich hab in meinem "Freundes"kreis schon ganz arg ausgemistet in den letzten Monaten und befinde das auch nach wie vor für gut. Wer nur aus Eigennutz mit mir befreundet sein möchte, auf den kann ich verzichten - und ein Kummerkasten bin ich auch nicht ;.)

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  2. Ich hab' mich beim Essen überwiegend auf bofrost verlegt. Frau muss nicht lange kochen. Geht schnell und schmeckt gut.Und wenn ich aus einen Beutel für sieben Euro drei Mahlzeiten mache.....ist's auch nicht teurer als woanders.

    Ja, ja,...seufzzz...das Lesen kommt bei mir auch immer zu kurz und das fernsehen so wie so.....

    An Crems und Düften hab' ich auch so meine Freude...zunehmend.....

    Mit dem "parat stehen müssen" .....das ist auch mein Probleme.
    Der erste Gedanke früh, ...schnell anziehen, es könnte ja der Postbote gleich klingeln. Oder später kommt das Essen. Da hab' ich nicht mal die Ruhe auf die Toilette zu gehen. Schrecklich. Auch was den Jörg betrifft, fühle ich, dass ich immer verfügbar sein müsste. Immer "parat sein", wenn er was fragt, was will, oder ich halt was machen soll.....besonders an seinen freien Tagen, wenn er zu Hause ist und alles gemacht wird, was halt so ansteht.

    Diese Thematik ist bei mir auch jeden Tag present. Viel zu viel.....obgleich ich doch fast den ganzen Tag zu Hause bin.
    Aber bei mir, liegt's halt an der Einteilung der Kraft.....krankheitsbedingt.

    Ich glaube die Frage des Zeitmanagements stellt sich jeden Tag auf's Neue. Ich bin jetzt schon 53 Jahre, und stelle aus Erfahrung fest, dass es mit Alter und Krankheit nicht leichter wird.
    Was mir dazu einfällt ist; Prioritäten setzen und dann eins nach dem anderen abarbeiten. Was auf der Strecke bleibt,...bleibt eben! ....und das "schlechte Gewissen" verlieret Frau wahrscheinlich nie ganz.....sei denn,...wir kommen endlich mal ernsthaft zum meditieren.......:)
    Liebe Grüße
    Rosi


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    1. Ja, da haste wohl Recht... ;-) Aber ist ja irgendwie auch schon mal schön zu sehen, dass man sich mit solchen Gedanken nicht alleine abplagt, hihi! Prioritäten setzen, das mach ich auch. Was gemacht werden muss, da komm ich eben nicht drum rum. Und alles andere, das seh ich dann ja. Wozu Zeit und Kraft noch reichen und Lust ;-)

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  3. ich brauche sehr viel zeit für mich, weil ich eine einzelgängerin bin. ich sage immer, ich bin eine insel. mit fährverkehr, aber eine insel (und der fährverkehr endet zu bestimmten zeiten und es gibt auch urlaubszeiten, wo keine fähre geht *gg*). bestimmte sachen möchte ich täglich machen und gehe dabei auch keine kompromisse ein, z.b. yoga, jeden tag frisch kochen (ziehe ich tatsächlich durch) und sowas. für diese sachen ist immer zeit da, weil sie fester bestandteil des tagesablaufs sind und wir uns alle daran gewöhnt haben. außerdem war es wichtig für mich, klare grenzen zu ziehen, weil zur PAP meines sohnes dazugehört, grenzen absolut zu ignorieren. dazu gehören die zeiten, wenn ich lese / am rechner arbeite / male. da darf er kurz stören, aber maximal zweimal. danach reagiere ich nicht mehr (nur in notfällen - hand ab, haus brennt, katze weg oder so *lol*).

    was also meine familie angeht, die ist darauf trainiert, daß ich nicht verfügbar bin, sondern allenfalls von mir aus das angebot mache, daß ich nun eine bestimmte zeitlang für sie zeit hätte. das heißt aber nicht, daß sie dieses angebot wahrnehmen müssen.

    die abende verbringen wir übrigens auch öfter mal getrennt. der eine mann musiziert gern, der andere schaut gern filme und ich lese gern - da ist es gut, daß wir getrennte zimmer haben. manchmal verabreden wir uns auf einen tee oder einen film oder zum reden, aber danach geht wieder jeder seines weges. ähnliches gilt für die wochenenden und den urlaub. wir sind sehr unterschiedliche typen mit unterschiedlichen vorlieben und bedürfnissen.

    ich habe überhaupt kein schlechtes gewissen, denn ich habe meinen partnern nie was vorgespielt - ich war schon immer so. sie hätten also nein sagen können *gacker* außerdem könnte ich keine authentische partnerin sein, wenn ich ständig davon genervt wäre, daß ich nicht genug zeit für mich selbst hätte. also, null schlechtes gewissen.

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    1. Das klingt ja echt spannend - und gesund :) bzw. ausgeglichen!
      Um meinen Mann geht es im Prinzip auch gar nicht so sehr. Der kennt mich wirklich gut und weiß auch genau dass ich meine Zeiten am Laptop oder mit Buch in der Hand dringend brauche. Ebenso macht er es ja auch, da können wir auch prima gemeinsam auf der Couch dabei sitzen :)

      Mit Freunden sieht das immer schon ein wenig anders aus. Ich habe immer "Angst" oder sagen wir mal die Befürchtung, dass jemand mich falsch verstehen könnte. Also denkt er bzw. sie sei mir nicht wichtig genug, weil ich halt nicht so häufig Zeit habe.
      Aber gut, ich denke wenn man mich gut und lange genug kennt, dann kann man das auch einschätzen und weiß wie ich ticke.
      Und wie Du so schön sagtest: Wenn ich unzufrieden in der Gegend herum lungere, dann ist damit ja auch niemandem geholfen ;)

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  4. Wichtiges Thema, beschäftigt mich auch immer mal wieder.... Ich bin ja momentan in keinem festen Job, kann also über relativ viel Zeit verfügen. Merke aber trotzdem, dass ich zu viel Zeit mit "Unwichtigem" verbringe und zu wenig Zeit mit dem, was ich eigentlich gern möchte. Für mich ist es also definitiv eine Frage der Prioritäten, die ich mir klar machen und dann auch dementsprechend meinem Alltag gestalten müsste. Zuerst das Unangenehme, dann das Angenehme, finde ich eigentlich ganz gut. Dann bin ich auch zufriedener.

    In stressigen Zeiten habe ich gemerkt, dass ich manches ganz automatisch und ohne Schmerz täglich mache (frisch kochen zum Beispiel ist meine tägliche Meditation, ich brauche das richtig für mein Gleichgewicht) und anderes fällt einfach hinten über. Und das versuche ich mir nicht übel zu nehmen, wir sind halt nicht perfekt!

    Wenn mir etwas aber trotzdem wichtig ist, ich mich aber nicht aufraffen kann, wird's schwer :) Im Moment versuche ich es damit: Habe mal gelesen, wenn man eine Handlung 22 mal durchführt, ist sie Gewohnheit und fällt nicht mehr schwer. Das versuche ich gerade mit dem täglichen Joggen. Mal sehen, ob es klappt!

    Ach, das mit den Energievampiren ist ein guter Punkt. Ich habe mich erst kürzlich von zweien verabschiedet und merke, wie viel mehr Energie ich seitdem habe. Ich brauche viel zeit für mich selbst, das müssen meine Freunde akzeptieren. Geht nicht anders für mich.

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    1. Das kann ich sehr gut nachvollziehen und trifft auf mich mehr oder weniger auch zu. Also von dem, was ich an Zeit habe, brauche ich schon einiges für mich (und meinen Mann).
      Ich glaube Freunde akzeptieren das auch bzw. wissen es einzuordnen, wenn sie Dich richtig kennen und verstehen. Hat ja nichts mit ihnen zu tun, sondern lediglich mit Dir selbst und Deinem eigenen Wohlgefühl.
      In diesem Sinne wünsche ich Dir eine schöne, neue Woche! :)

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  5. Das Dilemma kenne ich auch. Ich bin ein sehr geselliger Mensch, aber brauche auch sehr viel Zeit für mich allein. Da mache ich in aller Euphorie Termine mit Freundinnen aus, nehme Einladungen an und freu mich auch drauf. Und dann, je näher der Termin rückt, umso mehr fühle ich mich unter Termindruck und das stresst mich. Wenn ich dann dort bin ist es wieder richtig schön und weil es so schön ist, mach ich gleich die nächsten Termine aus, die mich dann beim näher rücken schon wieder irgendwie stressen. Das ist doch bescheuert, oder?
    Insgesamt ist mir meine Zeit außerhalb der Arbeit heilig. Da möchte ich wirklich nur noch tun, worauf ich Lust habe. Die Pflichtdinge erledigen, aber was sonst von Zeit übrig bleibt verbringe ich nur noch mit mir und meinen Lieben. Von Leute, denen ich mich irgendwie verpflichtet fühlte, die mir aber nur Kraft rauben, habe ich mich letztes Jahr verabschiedet - und das fühlte sich sehr befreiend an.
    Und wenn ich wieder mal lieber stricke und/oder lese statt das Bad zu putzen, dann habe ich kein schlechtes Gewissen mehr. Das mach ich dann eben am nächsten Tag oder am übernächsten. Läuft ja nicht weg...

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    1. Amen Schwester :D Sehe ich ganz genauso und habe ebenfalls in meinem "Freundes"kreis sehr "ausgemistet"...
      Schön wirklich zu sehen dass man nicht alleine mit diesem Dilemma ist ;o)

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