Samstag, 15. Juni 2013

Woher kommt eigentlich MITTSOMMER?

Den meisten Leuten heut zu Tage ist ja "Midsommar" nur noch durch IKEA ein Begriff ;-) Aber natürlich ist Möbel beim blau-gelben Schweden zu kaufen nicht Sinn und Zweck dieses Festes und hat auch eigentlich mit seiner ursprünglichen Bestimmung nichts zu tun.

Bereits vor ca. 8.000 Jahren wurden Steinkreise wie Stonehenge erbaut, um die Position der aufgehenden Sonne zur Zeit der Sommersonnenwende anzuzeigen. Die lateinische Bezeichnung hierfür; „Äquinoktikum“ bedeutet soviel wie „die Sonne steht still“. Dies scheint auch so ungefähr hin zu kommen, da sie tatsächlich zu dieser Zeit augenscheinlich fast am gleichen Ort auf- und unter geht.

Die Sommersonnenwende wird traditionell am 21. Juni gefeiert, kann allerdings auch kurz davor oder danach stattfinden. Die Druiden nannten es „Alban Heruin“ = „Licht am Ufer“ oder auch Eichenfest. Es war dies die Zeit im Jahr, zu der sie u. a. ihre Mistel-Beeren für magische und Heil-Zwecke sammelten, sowie Feuer aus Eichenholz entzündeten.

Bei den Angelsachsen hieß der Juni „Aerra Litha“, also „vor Litha“ und der Juli „Aeftera Litha“ (nach Litha), was wiederum zeigt welche bedeutende Rolle dieses Ereignis für die Menschen damals darstellte.

Dem gälischen Donnergott Taranis wurde gehuldigt, dessen Symbole das Sonnenrad und der Blitzstrahl sein sollen (ebenso jedoch die Harfe, wie ich aus zuverlässiger Quelle erfuhr ;), aber auch zahlreichen anderen Gottheiten. Natürlich hauptsächlich Sonnengöttern wie Apollon, Ra und Helios. Dann jene, die ebenfalls den Sonnen-Aspekten zugeordnet werden, wie Bastet, Sol oder Sul Minerva (die sowohl über Heilquellen, als auch das Element Feuer gebietet) und Dian Cécht, der irische Arzt der Götter.

Mit der Christianisierung jedoch wurde aus Litha und den heidnischen Feierlichkeiten zur Sommersonnenwende das Fest des heiligen Johannes (des Täufers, der ein älterer Cousin von Jesus gewesen sein soll) gemacht, das nun am 24. Juni stattfindet = Johannistag. Außerdem wird vom 23. auf den 24. die Johannisnacht gefeiert, der ebenfalls zahllose magische Eigenschaften nachgesagt werden. 
 
Auch die sog. Baal-Feuer (ein kanaanitischer Sturmgott mit einer Axt) wurden umbenannt und hießen fortan Johannis-Feuer (wie passend, da Jesus Johannes als ein brennendes und leuchtendes Licht bezeichnet haben soll).

Vor keinem der heidnischen Gottheiten wurde Halt gemacht: So wurde die georgische Sonnengöttin Barbale, deren Name in Verbindung steht mit den Worten für Rad, Kreis und Feuer, kurzerhand von den Christen in die heilige Barbara umfunktioniert.

Nichts desto trotz blieben Sinn und Zweck der Sonnenwend-Feiern erhalten und auch heute noch erkennen wir, wenn wir nur aufmerksam genug hinschauen, worum es im Kern der Sache geht.

Kommentare:

  1. Echt guter Post!!
    Danke.
    Das mit der heiligen Barbara wusste ich noch gar nicht.
    Liebe Grüße und schöness Wochenende.....Rosi

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    1. Oh, ich danke Dir :)
      Ich hab das mit der Barbara auch nur in einem buch gelesen, kann es mir aber sehr gut vorstellen.
      Ich meine die haben soviel adaptiert und so viele Götternamen einfach als Heilige übernommen, wieso nicht auch sie?
      Aber da ich ein persönliches Interesse an ihr habe will ich dies bzgl. eh noch intensiv recherchieren und auch drüber bloggen. Steht sogar auf meiner 101-Liste ;-)
      Dir auch noch alles Liebe, bis bald :-*

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  2. Sehr schön, danke für den Artikel! :) Ich bin auch gerade dabei etwas für Litha vorzubereiten, ein Gedicht soll es werden, allerdings ist es noch nicht fertig.

    Ich freu mich schon total auf die Sommersonnenwende. :)

    Liebe Grüsse
    Nicky

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    1. Ha, coo - ich will auch noch ein Gedicht dazu schreiben! :-))

      Ehrlich gesagt bin ich noch gar nicht so recht in Stimmung dafür. Vielleicht wenn die Sonne wieder hervor kommen würde und so. Nu ja, ist ja noch ein paar Tage hin ;-)

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    2. Bei Deinem derzeitigen Schreibflash überfällt es Dich wahrscheinlich irgendwann mitten in der Nacht oder so. =)

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    3. Die Sonne kommt sicher bald wieder (falls sie heutenicht schon zurückgekehrt ist?) Bei uns in der Schweiz ist es heute total heiss und morgen soll es noch wärmer werden! Allein der angenehme Wind verschafft da etwas Linderung.:)

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    4. Ach, das klingt ja reizvoll, Nicky :)
      Bei uns ist es nach wie vor so windig, dass man eigentlich keine Lust hat sich draußen aufzuhalten und richtig sonnig auch nicht. Bestimmt morgen, wenn das Wochenende vorbei ist ;-)

      Und Hummelchen, das kannt gut sein - sowas passiert mir öfter ;-) Völlig unangebracht beim Zähneputzen, kurz vorm Einschlafen oder so...

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  3. Ach - das ist das erste Mal, daß ich lese, daß Taranis gehuldigt wurde. Ich meine, zu einem konkreten Anlass bzw. Zeitpunkt. Gut zu wissen (obwohl ich mich frage, ob er das zu schätzen wüßte). ;-)
    Die beiden Sonnenwenden als große Lichtfeste wurden selbstverständlich von den Christen als Hochfeste beibehalten, und ich persönlich betrachte das mit Respekt und Dankbarkeit, denn vermutlich wären sie uns sonst verloren gegangen. Über die Art und Weise der Christianisierung zu bestimmten Zeiten brauchen wir nicht zu streiten - aber daß sie innerhalb des monotheistische Systems das Grundgefühl des Jahreskreises beibehalten haben, wie gesagt, mag ich. =)

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    1. Ich auch :) Und ich bin ja auch grundsätzlich keine von den Anti-Christ(lich)en ;-D
      Schätze mal Taranis ist in gewisser Weise genauso für Schmeicheleien zu haben wie jeder, man muss nur wissen wie ツ

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