Freitag, 14. Dezember 2012

Gott und die Götter

Ja, ich unterscheide dies bezüglich... Man mag es womöglich kaum glauben, aber für mich ist beides nicht dasselbe. Aus einem Guss, ja - das sind wir wohl alle. Aber ich bin deshalb noch lange keine Göttin und "meine Götter" sind für mich nicht gleich bedeutend mit dem Begriff "Gott".

Alles ist meiner Meinung nach durchdrungen von dem, was wir als Gott bezeichnen. Dieser höheren Macht, der Schöpferkraft - der wir alle entstammen und in die wir zurück kehren - aus der wir bestehen. 
Auch die Götter selbst, so glaube ich es. 

In meinen Augen sind die Götter zwar "höher entwickelt" (kann das nicht so gut beschreiben) als wir, aber schöpferische / wandlerische und gestaltende Fähigkeiten tragen wir alle in unserer Veranlagung. Eine Gottheit ist wohl einfach eine andere Lebensform oder Art der Seele, als eben ein Mensch oder vielleicht auch ein Engel. Sie / er unterliegt der Dualität, genau wie wir und existiert schlicht auf einer anderen Ebene des Seins. Wobei das nicht heißen soll die Götter können nicht in unsere Sphären gelangen, natürlich sind sie präsent - wenn sie es möchten und je nachdem wie offen wir dafür sind dies wahrzunehmen. Ich ehre die Götter, respektiere sie.

Gott jedoch, kann ich kaum erklären oder beschreiben. Vermutlich fehlen hierfür auch tatsächlich die Worte. Wie soll man Gott darstellen? Wir alle leben in Gott, dieser Energie. Sind durch "sie" miteinander verbunden, entstammen "seiner" (geschlechts- und alterslosen) Kraft. Aber gleichzeitig ist Gott auch in uns allen und alle zusammen ergeben wir irgendwie Gott. 

"Es" ist grenzenlos, vermutlich ohne "Charakter" in dem Sinne was ich darunter verstehen würde. Gott urteilt nicht, bestraft nicht, verfügt über keine Sinneseindrücke, keinen Wesenskern, zählt nicht Deine mensch-gemachten Sünden, hat keine Meinung. Ist einfach Macht, Lebensenergie, die Ursuppe - das ALL(es).

Die Götter hingegen, uns normal sterblichen, inkarnierten Menschen natürlich weit überlegen, haben ein Ego. Sie haben Meinungen, ziehen Schlüsse und urteilen für sich, haben ein Bewußtsein. Sie sind Naturgewalten, personifizierte Aspekte des Lebens und haben gleichzeitig ihre eigene Geschichte. 

Gott ist die rohe Masse, das Wort, der Gedanke, der Ton, die Farbe - die Summe von alle dem zusammen. Es formt nicht bewußt, sondern ist niemals endende Schöpfung in ihrer puren Erscheinung. Die Götter arbeiten mit diesem Material, wie wir auch. Nur haben sie eine bessere Kontrolle darüber, vermutlich wie in einer Art Hirarchie...

Wenn Du die Elemente anrufst, über das Leben nach dem Tod nachdenkst, die Gesetze der Physik - das sind Fragen nach Gott. Wenn Du die Sonne anrufst, die Mondin verehrst, einen Wunschzauber ausübst, dann wirst Du Dich vermutlich an eine bestimmte Gottheit wenden.

Götter haben Gesichter, wenn sie auch in unzähligen Erscheinungsformen auftauchen können. Entweder harmonierst Du mit einer gewissen Gottheit oder eben nicht. Gott kannst Du hingegen nicht ausweichen. 

Im Film "der Hexenclub" sagt Nancy glaub ich an einer Stelle (über "ihren Gott") etwas in der Art wie: Stell Dir vor die Welt ist eine Insel und Mannon (wie sie ihn nennt) ist der Ozean um sie herum (leider weiß ich nicht mehr genau was sie wirklich gesagt hat, aber sinngemäß war es etwas in dieser Richtung). So kann man sich das glaub ich vorstellen. Ich meine was wissen wir schon wirklich über das Universum inzwischen? Eine ganze Menge, oh ja. Aber es ist noch gar nicht allzu lange her da dachten die Menschen die Erde wäre eine Scheibe...

Eine Aussage ist bekanntlich immer nur so lange gültig bis die Wissenschaft ihre neuesten Erkenntnisse macht und ggf. den Standpunkt als überholt erklärt. Wer will also behaupten man / ich könne mich dies bzgl. nicht auf mein Gefühl verlassen?

Schon als ich noch kleiner war habe ich immer gesagt ich würde die Bibel (aus deren Inhalt ich zugegebener Maßen nicht allzuviel weiß) eher als eine Art Geschichte in Bildern verstehen. Nicht dass alles falsch wäre, nur dass die Menschen eben versucht hätten die Zusammenhänge leicht verständlich mitzuteilen. Das ist wie die Bine und das Blümchen. Ein Kind versteht noch nicht sehr viel mehr. Und wieviel kann ein Volk verstehen? Was ist die Menschheit bereit anzuerkennen? Symbole sind wichtig, waren sie in jeder Zeit.

Selbstverständlich ist es da einfacher "unseren Ursprung" als einen (bös gesagt) alten Mann mit Bart im Himmel darzustellen. Du kannst nunmal keine 5L Saft in ein Glas mit 200ml Fassungsvermögen quetschen. Aber wir wachsen ja... Also nehmen wir was wir kriegen können an Informationen und merken vielleicht eines Tages dass unser Glas viel größer ist als die 200ml, die wir bisher lediglich bemerkt haben. Dann erweitert sich ggf. der Horizont, weil wir plötzlich um eine Ecke gucken. 

...In wessen Gesicht werden wir dann schauen...?

Kommentare:

  1. Sehr interessant, wie du das empfindest!Ich sehe manche Sachen ähnlich (nicht genauso, aber es geht schon sehr in deine Richtung), aber die Bezeichnungen sind komplett anders. Gerade gegen das "Gott" wehre ich mich doch sehr, weil es für mich zu sehr nach Christengott bzw. männlichem Gott klingt und ich das im Gegensatz zu dir dann nicht mehr geschlechtslos ansehen könnten. (Ist aber auch meine Gendermacke. ;)).

    Ich mag den Begriff, den ich bei Amala gelesen habe: Das All-Eins. Für mich ist das alles, was uns umverfasst und verbindet und die Götter sind ein Teil davon. Manche Götter sind mE daraus hervorgegangen, andere wurden von den Menschen gemacht, durch die Kraft ihres Glaubens, ihrer Gedanken an eine solche Gottheit.

    Alles Liebe,
    Liath

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    1. Auch sehr interessante Standpunkte. Mit dem Gedanken der von Menschen geschaffenen Gottheiten kann ich mich allerdings nicht so anfreunden. Meiner Meinung nach können wir Elementale erschaffen und was nicht alles. Aber keine Götter in dem Sinne, was ich darunter verstehe. Und "Gott" kann man sicher für mich auch 1:1 übersetzen mit All-Eins, Urenergie, höhere Macht. Gott ist eben das für mich gebräuchliche Wort und sollte insofern aus meiner Warte dann nicht mit dem einen Gott der Christen verwechselt werden usw.

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  2. Klasse Beitrag! Ich würde das weitgehend so unterschreiben (wieder mal), denn ich empfinde ziemlich genauso, nur ohne es jemals in solch passende Worte gefaßt zu haben. ;-)
    Da ich nicht mit einer Religion aufgewachsen bin, habe ich weder Vorlieben noch Abneigungen gegen bestimmte Begriffe, wie "Gott". Ich habe eher ein Problem damit, Gottheiten zu huldigen, wenigstens solchen, die ich nicht irgendwie persönlich kenne. Du weißt schon - zu manchen hat man ja doch einen Bezug, einen ganz eigenen Zugang. Und dann ist es für mich keine Huldigung mehr, sondern mehr wie ein Gespräch mit einem wohlmeinenden Mentor.

    Was sind Elementale und was soll man damit?

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    1. Ich kenne den Begriff aus dem Forum und hab deshalb einfach dieses Beispiel mal bemüht. Wenn mich nicht alles täuscht sind es eine Art verstofflichte Emotionen bzw. verdichtete, aus denen dann quasi selbständige Wesenheiten werden. Sie beeinflussen die Stimmung in der Umgebung, können sich an Personen und Orten festsetzen, wenn ich das richtig verstanden habe. (Ich glaube man kann das auch mit Poltergeist-Phänomenen vergleichen). In der Regel sind sie jedenfalls nicht unbedingt erwünscht...

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