Samstag, 21. Juli 2012

Thirty-Somethings

...Oder: Girls just wanna have fun!

Vor ein paar Tagen bekam ich eine SMS von einer Freundin, in der sie mich fragte ob wir nicht mal wieder zusammen mit unseren Männern essen gehen wollen. Ich freute mich riesig, wir suchten einen passenden Termin raus und ich sagte zu.

Anschließend ging mir durch den Kopf wie schön entspannt das doch eigentlich ist. Vor zehn Jahren habe ich nichts anderes im Kopf gehabt als mit meiner Mädels-Clique bei jeder nur passenden Gelegenheit die Nächte durch zu feiern. Ich war Anfang zwanzig, ungebunden, hatte meinen Job, mein Zuhause und meine Katzen. Wußte noch nicht so recht wo die Reise hin gehen sollte und es bekümmerte mich auch nicht so sehr.

Wenn ich jetzt darauf zurück blicke muss ich lächeln und sehe wie gut es mir gefällt, auf welche Weise mein Leben sich verändert hat. Ich dachte mir in diesem Moment, was ich schon öfter überlegt habe: Jeder Lebensabschnitt hat offensichtlich seine schönen Seiten und für alles gibt es eben seine Zeit.

Ich hatte damals Spaß und war zufrieden, heute möchte ich aber nicht mehr tauschen, gegen das was ich nun habe. Da fragt man sich doch automatisch was noch kommen mag, wenn wir vielleicht in den Vierzigern sind.

Eine ehemalige Kollegin, die inzwischen Anfang fünzig sein müßte, meinte immer die schönste Zeit ihres bisherigen Lebens wäre um die dreißig gewesen. Da dachte ich mir noch: Na ja, ich habe nun Pickel UND Falten, muß hart arbeiten, aber es ist wunderschön. Kann es jetzt nicht nur noch abwärts gehen? ;-) Ich hatte ja schon ein leicht mulmiges Gefühl fünfundzwanzig zu werden, weil ich meinte es ginge nun unweigerlich auf´s Altwerden zu. Mittlerweile muss ich darüber natürlich schmunzeln, denn ich fühle mich gar nicht alt. Ok, diverse Gebrechen haben sich breit gemacht - und ich hoffe wirklich dass sich nicht noch mehr dazu gesellen! :-P

Ich bin Anfang dreißig, blicke zurück auf das was war und mich zu dem Menschen gemacht hat, der ich heute bin. Ich sehe mit Freuden auf mein Leben, wie ich es im Hier und Jetzt führe. Aber natürlich frage ich mich auch unweigerlich was die Zukunft noch bringen mag. Ich glaube egal wie alt man ist, man kann sich einfach nicht vorstellen dass es noch besser werden könnte. Ich meine, ist das jetzt nicht vielleicht wirklich die beste Zeit? Sind wir nicht in der Blüte unserer Jahre, wie man so schön sagt? Klar ist das jetzt eine sehr subjektive Sichtweise, aber mir geht es auch mehr um die Altersklasse allgemein. Logisch dass jedermanns Leben sich anders gestaltet...

Was sich sagen will ist: Wir müssen nicht mehr mit Gewalt versuchen cool zu sein, jedem zu gefallen und jedem Trend hinterher zu rennen, nur um dabei zu sein. Wir entscheiden selber ob wir feiern und uns just for fun betrinken oder eben einen gemütlichen Abend mit lieben Menschen in einem netten Restaurant verbringen möchten. Auf die Idee wäre ich vermutlich mit zwanzig gar nicht gekommen - oder zumindest wäre sie mir nicht besonders reizvoll erschienen. Heute ist es aber so dass ich gar keine Lust mehr habe in Discotheken rum zu springen, weil ich mir dort inzwischen ziemlich fehl am Platz vorkommen würde.

Trotzdem haben "wir" (die in den Dreißigern) immer die Wahl: Mädels-Abende mit Weiber-Kram, Cocktails & DVDs. Oder Kino? Vielleicht auch Putz-Party und schnattern was das Zeug hält? Wer mag geht Party machen. Am meisten freue ich persönlich mich jedoch derzeit immer wenn ein Abend mit einem guten Buch und ganz viel Ruhe winkt. Und fällt Euch was auf? Keiner lacht.
Genau. Deshalb sind die Dreißiger vermutlich tatsächlich ein richtig gutes Alter. Erwachsen, aber immer noch ein Mädchen - wie wir es gerade gerne hätten. Je nach Lust und Laune schlüpfen wir mühelos in beliebige Rollen. Wir sind rebellisch, im Job erfolgreich, leben unsere Hobbies aus und schmeißen nebenbei noch den Haushalt. Wenn uns danach ist zicken wir rum wie Teenager, heulen uns bei unseren Freundinnen aus oder bügeln stundenlang.

Nur bei alle dem stellen wir uns in diesem Alter auch immer wieder die existenziellen Fragen. Ob wir die richtigen Wege eingeschlagen haben, die passenden Weichen für unsere angestrebte Zukunft gestellt. Ob wir etwas verpaßt haben? Ich sicher nicht. Ich habe gelebt, ich lebe mein Leben mit Wonne und so lange es geht immer weiter.

Aber Bilanz ziehen und den Stand prüfen ist trotzdem nie verkehrt. Wir sollten uns hinterfragen ob die ausgewählte Rolle uns noch immer entspricht, der Job uns erfüllt, der Freundes- und Bekanntenkreis noch immer passen.

Bloß nicht zu viel grübeln, das ist nicht gesund und davon kriegt man Falten :D

 Wir tun was wir lieben und mit wem - wir sind Frauen!

Kommentare:

  1. Was für ein total schönes Foto! Ihr seid ein richtig süßes Pärchen. ^^

    Und ich persönlich würde es sehr schätzen, wenn ich mit 60 auch noch Mädelsabende mit Popcorn und DVD gucken (oder welches Medium es dann sein wird) haben kann, einfach nur, weil uns danach ist. Warum nicht?

    Da fällt mir auf... ich bin auch Anfang 30 und hab das meiste, was Du da aufzählst, noch nie gemacht. *grübel* Ich wüßte nichtmal, wo ich das Popcorn herkriege. Ich muß Dich wohl doch mal länger besuchen oder umgekehrt. =D

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  2. Oh je, sorry - das sollte jetzt nicht so allgemeingültig rüber kommen. Es ist halt so´n richter Weiber-Kram-Post, weil ich da einfach Bock drauf hatte ;)

    Natürlich ist nichts von dem wichtig, sondern immer nur jeder nach seinem Geschmack.

    Aber trotzdem sollten wir einiges davon dringend mal nachholen :-)

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