Mittwoch, 1. Juni 2016

Ein Schild für alle Fälle

Bye bye lieber Mai, Du warst wild und frei und wunderbar - genau wie ich es liebe! Ein paar warme Sonnentage und dafür weniger Schmuddelwetter würde ich mir für den Juni dann aber doch wünschen. In jedem Fall ist eindeutig Sommer, egal was der Kalender sagt. Wenn ich nachts bei offenem Fenster schlafen kann, es fast bis zehn Uhr abends hell ist, im kleinen Balkon-Hexengarten die Blumen um die Wette blühen und mich früh morgens schon der Sonnenschein begrüßt, dann ist bei mir der Frühling rum. Und deshalb hab ich hier grad auch schon mal meinen Header samt Hintergrund auf Grün und Blau und Sommer und Meer umdekoriert. 

Aber eigentlich wollte ich Euch ja mein neuestes Kreativ-Projekt zeigen. Am Sonntag war es wieder Zeit für meine jüngst entdeckte Leidenschaft, das Malen. Leider spielte das Wetter diesmal nicht mit, so dass ich drinnen mein zur Staffelei umgebautes Köfferchen aufstellen mußte. Riesenspaß hat es trotzdem gemacht. Nur die Katzen waren nicht von den Eindrücken in den Gärten unter uns abgelenkt, so dass sie sich voll und ganz auf mein Geschehen konzentrierten. Snowhy stieß gleich zweimal mein Wasserglas für die Pinsel um. Glücklicher Weise jeweils noch direkt zu Anfang, so dass noch keine Farbe drin gewesen war. Klares Wasser läßt sich ja doch um einiges leichter aus dem Teppich und von den Stuhlpolstern entfernen.  Einmal ergoß sie den gesamten Inhalt des Glases über mein Buch, das ich zum Abmalen der Vorlage aufgeschlagen neben meiner Leinwand liegen hatte. Nun ja, Shit happens. Letztenendes meinten sie es dann doch noch gut mit mir und das Interesse verlagerte sich auf den Umkarton, in dem ich sonst meinen Malkoffer aufbewahre.


Auch diesmal entschied ich mich wieder für eine runde Leinwand, da ich mir erneut vorgenommen hatte eines der schamagischen Schilde aus meinem Büchlein entstehen zu lassen, welches ich Euch > an dieser Stelle hier < bereits vorgestellt hatte. Wie Ihr in meinen voran gegangenen Posts vermutlich schon mitbekommen habt, beschäftige ich mich aktuell mit der Arbeit an meinem inneren Kind. Es geht um traumatische Erfahrungen aus meiner Kindheit und Jugend, vordergründig somit um meine Eltern und vor Allem um Erlebnisse mit meiner Mutter. Da ist damals sehr viel vorgefallen und auch teilweise schier Unglaubliches, das seine Spuren in mir hinterlassen hat. Die Krallen der Angst haben sich tief in mein Unterbewußtsein geschlagen und machen sich bis zum heutigen Tage von dort aus in Verhaltens- sowie Denkmustern bemerkbar, die mich daran hindern frei und glücklich aufleben zu können. Jedes Thema hat seine Zeit und eine jede Verletzung braucht ihre eigene Spanne, um irgendwann tatsächlich heilen zu können. Dazu müssen wir selbst bereit sein, der Weg dorthin ist häufig steinig, lang und belastend. 

Im Augenblick stehen die Sterne wohl günstig und meine Zeit scheint gekommen zu sein. Als ich mein Büchlein das erste Mal durchblätterte blieb ich gleich an diesem Schild hängen und wußte, dass ich es eines Tages malen würde. Dass ich es würde malen müssen. Denn kein Buch kommt zufällig zu uns, da sind wir uns wohl einig, oder? ;) 


Für jemanden, der eigentlich überhaupt nicht malen kann und bislang über so gut wie gar keine Übung verfügt, stellt das Motiv schon eine echte Herausforderung dar. Aber was ist schon einfach. Also wurde wieder mit Bleistieft vorskizziert und dann ging es los mit den Farben...


Ihr dürft ruhig lachen! Hat mein Mann auch gemacht und auch meine Freundin Ana. Ich weiß dass die Darstellung Anlaß zu Spekulationen gibt und ein wenig danach ausschaut, als würde da jemand mit seinem Pöppes vor dem Gesicht eines anderen hocken. Aber das sind die Knie und auf der anderen Seite liegen die Füße. Dieser fiese schwarze Gnom (die personifizierten Ängste) kniet auf dem bedrängten Menschen (mir) und drückt ihn nieder. Besser hab ich das echt nicht umgesetzt gekriegt, haha. Wobei ich ehrlich zufrieden bin mit der Umsetzung, obwohl ich weiß dass an mir kein kleiner Picasso verloren gegangen ist. Inzwischen glaube ich nämlich dass es darum gar nicht unbedingt geht beim Malen. Und eben erst recht nicht bei dieser Art von psychologisch-spiritueller Arbeit. Es ist halt ein Themen-Motiv und nicht unbedingt ein Bild von einer bunten Blumenwiese. Das hier sagt etwas über mich aus. Über meine Ängste, ihre Ursache und Wirkung und auch darüber, wohin ich eigentlich will.

 
Ist er nicht ein stolzer Schatz, unser Salem? Lucky hat sich eigentlich mal wieder am wenigsten von den Dreien für mein Projekt interessiert. Der wollte statt dessen lieber auf meinen Schoß und kuscheln. Was natürlich grad in dem Moment nicht ging. Ich male übrigens natürlich im Stehen und komme damit auch am besten klar. Aber mal zurück zum Bild:
Was die Farbgestaltung angeht, da war für mich sofort klar dass die Angst in tiefem Schwarz dargestellt werden sollte. Einfach weil sie groß ist und tief und schier überwältigend. Ich bin ja bislang so gut wie nicht gegen sie angekommen. Und das obwohl ich sie ziemlich gut kenne. Ich weiß woher sie stammt, wie sie sich auswirkt und warum ich mich wann wie verhalte oder in bestimmter Art reagiere. Doch selbst obwohl ich mir über all dies völlig im Klaren bin ist es ein großer Kampf und in vielen Momenten scheint dieser üble Gegener stärker als ich. Er steuert mich häufig fern, könnte man sagen.

Darunter liege ich. Der Körper ist nicht detailliert ausgestaltet mit Formen und Gliedmaßen, was wohl von der Autorin auch so gewollt war. Insofern habe ich daran nicht viel geändert und auch nichts hinzugefügt. Der Raum um uns, also der Hintergrund, mußte hellblau werden. Das assoziiere ich mit Luft, Gedanken, Ideen, eben geistigen Aktivitäten. 

Dann mußte unbedingt noch die Othala-Rune mit ins Bild und das sogar vielfach. Die Silberweide hatte mir über sie vor Kurzem mehr so "zuäfllig" was vorgelesen. Und von dem Moment an war es klar, wofür ich sie brauche. Ja sogar dass ich sie in leuchtendem Blau malen würde. Blau ist für mich eine typische Schutz-Farbe. Sie ist klar, kann heilen und abgrenzen.

Ich persönlich habe mich immer mal wieder mit Runen auseinander gesetzt, aber häufig weil ich eine bestimmtes Symbol für eine magische Arbeit suchte. Das heißt ich bin in das Thema leider noch nicht so ganz tief eingestiegen, was ich aber unbedingt noch machen möchte und werde. Sehr sehr spannend, wie ich finde und absolut tief gründig. Damit kann man soviel machen. Eigentlich in der Magie ein unverzichtbares Werkzeug.

Aber zurück zu Othala. Dieses Zeichen versinnbildlicht für mich hier den Einfluß und das Reich der Ahnen. Also die Ursprungs- oder auch Geburtfamilie und alles, was damit einher gegangen ist. Ich sagte ja bereits dass ich genau weiß, woher meine Probleme stammen. Es geht um die Vergangenheit, das feinstoffliche Erbe. Abgesehen davon dass ich mit dem Kartenlegen das Erbe meines Vaters angetreten habe, kommen leider von Oma und den Tanten her Depressionen, sowie das rigorose, absichtliche, unverzeihliche Fehlverhalten meiner Mutter dazu. 
Einerseits symbolisiere ich also mit dieser Rune die Ursache meiner Ängste. Im Negativen wirkt ein zu starkes Festhalten an diesen Lebensbereichen in der Vergangenheit sich aus, indem starke Ängste sich festsetzen. Verlustängste, Existenzängste, Unfähigkeit zu vertrauen und Ähnliches. 
Andersherum zeige ich damit gleichzeitig auf, was ich statt dessen möchte. Nämlich ein glückliches Heim, sicheren Besitz, "wertvolles" Erbe (positiv im mentalen, spirituellen und feinstofflichen Bereich), die Fähigkeit zu vertrauen und somit meine eigene Familie -> Nestwärme. Usw. usf.

 
Die Runen winden sich in einer Spirale von Innen nach Außen und umgekehrt. Also einerseits zu mir hin und andererseits von mir weg. So meine Gedanken und Absichten dazu. Und hier seht Ihr nun das fertige Werk.
Ich kann wirklich immer wieder nur sagen wie wertvoll ich dieses kleine Büchlein empfinde und dass ich es vielen von Euch ans Herz legen möchte. Darin finden sich so viele Themen und Lebensbereiche, mit denen sich die meisten von uns irgendwann im Leben einmal herum schlagen.

Ich ließ das Bild über Nacht in der Küche stehen, weil ich noch nicht wußte wo es seinen Platz finden sollte. Es kam dann auch ein paar Stunden später schon der Gedanke, dass es auf meinen Ahnenaltar gehört. Dort schließt sich ein Kreis. Da kommt es her und dort geht es auch hin. Hekate wacht über dieses Reich und wird mein Anliegen weise verwalten. 

 

Kommentare:

  1. Ich finde Du gehst richtig auf in Deiner Kunst udn das freut mich riesig. Hör bitte nicht auf damit
    Drück Dich lieb

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Keinesfalls Süße, es macht mir einfach riesigen Spaß! <3
      Zuletzt habe ich mir ein Buch bestellt zu Göttinnen und Astrologie. Da malt man wohl zu jedem der zwölf Häuser am Ende des Kapitels am Bild. Auf dieses Projekt freue ich mich schon total! *-*

      Löschen
  2. Da kann ich mich Luana nur anschließen. Vielleicht solltest du mal ein Museum für moderne Kunst besuchen, um etwas weniger hart zu urteilen. Außerdem hatte dein Bild schon eine positive Wirkung auf andere Menschen. Oder wie würdest du ein ehrliches Lachen sonst einstufen? ;-)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich glaube da muß ich Dir definitiv Recht geben, Miri :D Ganz lieben Dank! :*
      Am Wichtigsten ist ja erstmal bei diesem Projekt, dass die Schilde auch ihre Wirkung zeigen und dass ich Freude daran habe.
      Dennoch ist es natürlich toll, dass ich so positive Resonanz bekomme =)
      Fühl Dich gedrückt und komm gut in die neue Woche, bis bald!

      Löschen
  3. Du malst gut und wichtig ist, dass es aus dir kommt.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das ist sehr sehr lieb von Dir, Mausi :*

      Löschen
  4. Ich finde es ist wirklich schön geworden, besonders der böse Gnome sieht sehr bedrohlich aus - für mich. Einer wunderbare Idee und du hast sie auch sehr deutlich umgesetzt, so schlecht kannst du doch gar nicht malen :) Das Blau im Hintergrund gefällt mir sehr gut, auch die Idee mit den Runen ist toll gewählt. Ich habe auch große Probleme mit meiner Kindheit und Jugendzeit in meinem Elernhaus leider mitbekommen, dass lastet wie ein Fluch auf mir. Man weis zwar woher die Probleme kommen, wie sie entstanden sind und das es jetzt anderes ist, doch wird sie trotzdem irgendwie einfach nicht los. Ich hoffe das dir das Othala hilft.
    Liebe Grüße Anshara

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das hoffe ich auch und wünsche Dir ebenfalls das Allerbeste! Vielen lieben Dank für Dein positives Feedback, Anshara :)

      Löschen
  5. Hallo Athena, ich lese neu bei dir mit. Bin via Claras Blog auf deinen gestossen. Das mit dem Schild hat mich so fasziniert, dass ich das Buch nun selber gekauft hab ... habe mein benötigtes Schild auch bereits gefunden...

    Liebe Grüsse
    Anne

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo liebe Anne, vielen herzlichen Dank für Deinen lieben Kommentar und sei willkommen in meinem kleinen, magischen, bunten Reich hier! Momentan habe ich nicht viel Zeit am Rechner und das wird auch noch eine Weile so bleiben, sonst hätte ich mich direkt mal bei Dir eingelesen.
      Es freut mich sehr, dass Du wegen mir über dieses Büchlein gestolpert bist und ich wünsche Dir mit Deinem persönlichen Schild ganz viel Erfolg!
      Sonnige Grüße aus Dorsten, bis bald! :)

      Löschen
    2. Hallo Athena, danke für den warmen Willkomm! Mir gefällts hier :) Wünsche dir eine ganz gute Zeit offline.. Das Schild wird ab Mitte August benötigt und aktiviert... bin schon gespannt. Liebe Grüsse aus der Schweiz, Anne

      Löschen