Sonntag, 12. Mai 2013

Die Wolfsfrau

Es ist soweit! Nachdem ich mich jetzt doch einige Wochen daran aufgehalten habe ist meine Amazon-Rezension nun endlich online!
Und was soll ich sagen...? Dieses Buch hat mir SO VIEL gegeben...

Es stimmt, die Bücher kommen zu Dir, wenn es an der Zeit ist, wo Du sie gerade benötigst. Vor allem auch dieses hier. Ich brauchte es, dringend sogar und war mir anfangs gar nicht wirklich bewußt wie sehr.

Denn ich befinde mich derzeit genau in solch einer riesigen Phase des Lebensumbruchs, wie sie zu Haufe von Clarissa Pinkola Estés beschrieben werden. Und das auf wundervolle Weise. Ich könnte jetzt so viel dazu sagen.
Wieviel ich verstehen durfte und darüber wie viele Male ich in den Spiegel zu schauen schien, als ich darin las... Und nein, das war nicht immer einfach.
Ist es ja auch gerade überhaupt nicht. Aber genau darum geht es.

Ein weiteres Mal musste ich erkennen dass nichts Neues entstehen kann, wenn nicht vorher etwas Altes stirbt. In dem Fall ich. Mein bisheriges Leben.
Ein langer Abschnitt ist zuende und dieses Buch hat geholfen mich durch die wichtige Anfangsphase zu begleiten.
Es lindert nicht den Schmerz, nimmt die Ängste vollkommen oder ändert etwas. Nein, aber die Sichtweise. Mich selbst. Die Art, wie ich die Dinge betrachte.

Nach einem Gespräch in der letzten Woche mit einer "weisen" Frau und weiterer Lektüre hier, wurde mir auch plötzlich bewußt worum es dieses Jahr in meiner Jahreskarte geht. Der Teufel... Oder doch die Entsprechung dazu aus dem Daughters-of-the-Moon-Tarot. Vielleicht erinnert Ihr Euch.
Einmal mehr habe ich offensichtlich verkannt dass diese Wegweiser nicht nur unser äußeres Leben spiegeln, sondern vielmehr auch einen Prozess in uns selbst. Eine Wahl in dem Fall, eine Qual - viele davon. Abhängigkeit kommt häufig von innen und dann ist die Frage wie man damit weiter verfährt, wenn man zu dieser Erkenntnis einmal gelangt ist...

Aber gut, das gehört eigentlich gar nicht hier her. Sprechen wir über das Buch.
Was auch immer ich an Zitaten jetzt gleich hier vorstellen werde, es ist zu wenig. Nicht genug, um meiner Begeisterung Ausdruck verleihen zu können.


"Mit der Verbindung zur Wilden Alten sind Frauen nicht länger Freiwild
für Ausbeuter, sondern unter den Gesetzen der Natur berechtigt, 
sich zu entfalten, sich durchzusetzen."

"Der Räuber taucht in allerlei Verkleidungen auf. 
Er macht sich als zersetzende Kraft im Berufsleben bemerkbar und sorgt dafür,
dass die großen Lebensziele nie tatsächlich erreicht werden.
Indem er den Frauen Zweifel an ihrem intuitiven Wissen einflößt.
Er raubt ihnen die vitale Lebenskraft."

"In den meisten Fällen bildet die Frau sich ein, dass sie das Ersehnte
im nächsten Augenblick erreichen wird, wenn sie nur noch ein paar Tage
länger auf den alten Schienen weiter fährt,
sich noch ein kleines bißchen mehr Mühe gibt,
noch etwas mehr Opferbereitschaft an den Tag legt,
es nur noch ein einziges Mal ernsthaft versucht.
Wie von unsichtbaren Fäden dirigiert, läßt sich die hoffnungsvolle Frau
immer wieder auf den Seelenräuber ein...
begreift nicht, dass sie eine Gefangene ist...
der sie zuerst manipuliert, dann beherrscht und schließlich
körperlich und seelisch attackiert.
Selbstverständlich betrachten sie es dann als ihre Pflicht,
diesen kranken Mann von seinen Neurosen und Wahnideen zu heilen..."

"Sobald eine Frau begreift, dass sie in der inneren und äußeren Welt
zum Freiwild und Opfer geworden ist, hat sie die Grenze
des für sie erträglichen überschritten...
Die Wolfsfrau pariert mit instinktiver Schläue,
indem sie weiterhin das fügsame Opfer spielt,
aber insgeheim einen Plan für ihre Gegenwehr schmiedet."

"Meistens wird man durch irgendeine Veränderung der Lebensumstände
aus dem Nest gestoßen, ohne vorher gefragt zu werden."

 "Die Instinktnatur erscheint in Gestalt einer Hexe,
was heut zu Tage als Schimpfwort gilt,
aber in vorchristlichen Zeiten eine Bezeichnung für
mit Heilkräften begabte Medizinfrauen war...
Diese Aspekte sind genau das, was Frauen am Dringendsten
wiederfinden um zum Vorschein bringen müssen."

 "Sterben lassen, wenn die Zeit des Sterbens gekommen ist.
Das ist das Thema am Ende dieser Einweihungsgeschichte."

"Freunde, Geliebte und Eltern, denen es keine Freude macht,
unsere Zweiseitigkeit näher kennenzulernen, weil sie kein Interesse haben,
sich gemeinsam mit uns über den gegenwärtigen Punkt
hinaus zu entwickeln, werden auf der Strecke bleiben."

"Was Du in Wahrheit suchst, wartet in Dir auf Dich.
Lauf nicht davon, wenn es sich zeigt.
Ruhe Dich aus und warte ab, was passiert."

"Das einzig notwendige Vertrauen ist das Wissen,
daß ein Ende naturgemäß zu einem neuen Anfang führt."

"Gewöhnlich fallen Menschen bei einem Nervenzusammenbruch
bzw. Identitätsverlust in einen von drei typischen Gefühlszuständen:
Ein Kuddelmuddel, ein Schwelgen in Selbstmitleid
oder ein schwarzes Loch."

"Toter Wurf: Vorstellungen und Pflichten, die schlicht und einfach
funktionsunfähig sind, leblos und einer Frau unnötigerweise
die Lebenskraft aussaugen. Dabei wird die Frau anämisch,
streitsüchtig, immer weniger kompromißbereit und zerstreut.
Ihre Sicherungen brennen immer schneller durch.
In der Popkultur nennt man das dann ausgebrannt.
Aber es ist Seelenhunger."

"Sie wollen sich für den Rest ihres Lebens vor den Fernsehapparat
setzen und Seifenopern anschauen. Gut. 
Du brauchst nämlich wirklich nur Ruhe."

"Gewöhnlich kommen Frauen gegen Ende Dreißig an diesen Punkt,
wo sie die Schnauze voll haben."

"Es ist heilsam und völlig richtig, sich eine Zeitlang intensiv
mit einem Trauma zu beschäftigen, aber irgendwann
näht man die Wunde zu und läßt sie fortan in Frieden, 
damit sie vernarben kann."

"Im Nachhinein stellen Frauen erst fest, daß sie sich die ganze Zeit -
machmal Jahre lang - innerlich auf den Abstieg vorbereitet haben,
bis sie endlich und meistens sehr plötzlich
in die Tiefe gestoßen werden oder, in den seltensten Fällen,
freiwillig von den Klippen springen."

"Der Archetyp der Jungfrau wird von dem Archetypus des Wanderers ersetzt.
Die Frau ist zu einer einsamen Wölfin, einer Außenseiterin 
ihrer Gesellschaft geworden. Sie lebt außerhalb der Norm,
der Komfortzone des Herdenbewußtseins.
Sie folgt älteren, inneren Gesetzen..."

"Der Teufel repräsentiert alles, was die tieferen Vorgänge 
in der Seele eines Menschen korrumpiert,
ganz speziell das Seelenleben der Frau im Zuge der uralten,
universellen Bewußtseinsentwicklung
von der abhängigen Jungfrau zur vollreifen
zweimal Geborenen."


Kommentare:

  1. Ich hab'simmer noch nicht geschaft damit wenigstens mal anzufangen. Ich schreibe zu viel....lach,....und hänge mit dem Lesen in der Quantenphysik fest......
    Aber wenn ich das so lese,......bin ich schon ein Stück da drüber hinaus......es wäre nur noch die Bestätigung von Dingen, dien ich bereits weiß,...aber auch einige davon nicht erlebt habe.....
    Na mal schauen....jetzt sind erst mal andere Sachen dran.....
    Alles Liebe
    Rosi

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    1. Is ja auch nicht alles für jeden gleich wichtig ;-)
      Und ich kannte auch schon so einiges, also hab vieles bereits erlebt, anderes mach ich gerade durch. Aber gerade deshalb fand ich es wertvoll, auch um rückblickend mit ein paar Geschichten abschließen zu können...

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  2. interessant, daß dir das buch so gut gefallen hat. ich fand es unsäglich. es ist eins der wenigen bücher, die ich weggeschmissen habe, so grottig fand ich es. es hat mich maßlos wütend gemacht, dieses gerede davon, daß frauen selbst schuld sind, wenn ihnen gewalt / ausbeutung und co. passiert. period!

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    1. Hm, das erstaunt mich jetzt wirklich...
      Bist Du sicher dass es dasselbe Buch war?
      Also ernsthaft jetzt?
      Ich empfinde es nämlich genau anders herum.
      Dass es Frauen dazu ermuntert sich nichts gefallen zu lassen usw. Auszubrechen, wenn bedrohliche Situationen einen fertig machen. Schuldzuweisungen o.Ä. habe ich darin nicht entdecken können...
      Aber da sieht man mal wie unterschiedlich die Leute solchen Stoff auffassen, ist doch okay.

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  3. Das dritte Zitat ist für mich. :-/

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    1. Und auch für mich (nur in einem anderen Zusammenhang, wie Du weißt). Und ich glaube für generell sehr, sehr viele Frauen...

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