Samstag, 2. Februar 2013

Im Zeichen von Brighid

Ganz oben auf der Lichtmess-Liste stehen logischer Weise die Kerzen. Auch Fackeln, Laternen, (Kamin-) Feuer und Licht im Allgemeinen stellen den zentralen Mittelpunkt sämtlicher Ereignisse dar. Sie symbolisieren auf einfache und eindeutige Weise die wieder zunehmende Kraft der Sonne und sind somit ein Zeichen der Hoffnung schlechthin. Die Wärme bringt den Schnee zum Schmelzen, wodurch jegliches Leben neu aufkeimen kann. So stecken bald die ersten Frühblüher ihre Köpfe aus der neuen, fruchtbaren Erde gen Himmel. Schneeglöckchen, Krokusse, Veilchen, Weidenkätzchen, Haselnußkätzchen, Hyazinthen oder was die Natur bereits hergibt sind somit der optimale Schmuck für Wohnung und Altar. Was auch draußen für die Fruchtbarkeit, Jugend und Frische des heran nahenden Frühlings steht, kann in die eigenen Zeremonien mit eingebunden werden. 

Zentrale Farben des Feiertages (also bei Kerzen, Deko ect.) sind für mich weiß (Schnee, Reinheit, Licht), grün (Frühling, Natur, Leben, Jugend, Heilung, Wohlstand, Brigids Mantel), gelb / gold (Sonne, Brigids blondes Haar), blau / hellblau (Wasser für Brigids Aspekt als Quell-Göttin, Schutz, Schneeschmelze), rot (Herdfeuer, Brigids ewige Flamme und ihr Aspekt als Göttin der Schmiedekunst).

Da eben Brigid in gewisser Weise den Dreh- und Angelpunkt von Imbolc ausmacht, ist ein Großteil der favorisierten und verwendeten Symbolik an ihre Eigenschaften angelehnt. Da finden sich somit keltische Knoten und Kreuze, sowie die traditionellen Brigittenkreuze oder Püppchen aus Stroh. Diese werden der überlieferung nach überall angebracht, wo Glück und Schutz benötigt werden, oder eben ganz simpel, um der Göttin die eigene Wertschätzung auszudrücken. Weil sie eine dreifache Göttin ist kann auch das Triskelion ihre Macht versinnbildlichen, wie ich finde. Dafür, also wenn man sich zu ihren Energien hingezogen fühlt, kann man sich ja vielleicht am besten ein hübsches Schmuckstück aussuchen, z. B. einen Kettenanhänger und den dann an ihrem Feiertag weihen. Ebenfalls ein Zeichen des Göttlichen, der Ewigkeit und Unvergänglichkeit im Allgemeinen ist "die große" Spirale. Ich selber mag dieses ursprüngliche Zeichen sehr, trage es an einem Fingerring aus Holz, sowie auf einem kleinen Amulett in Verbindung mit einem silbernen Pentagram und einem hölzernen Kreuz. Weitere Dinge, die man nutzen kann, weil sie mit Brigid in Verbindung gebracht werden, sind folgende:


Ein Hammer (für Notwendigkeiten im Haushalt), schönes Messer (vielleicht zu rituellen Zwecken) oder Hufeisen (als Glücksbringer) kann als Symbol für Brigids Aspekt als Göttin der Schmiedekunst Pate stehen. Da sie aber ebenfalls die Patronin der Dichter und Autoren oder eben Schreiber im Allgemeinen ist, passen hübsche Notizbücher (die man vielleicht in Zukunft für persönliche Zwecke nutzen möchte), pergamentene Schriftrollen (in meinem Fall z. B. mit dem Hexen-Credo darauf) und Gedichtbände (womöglich auch eine andere besondere literarische Neu-Anschaffung). Als eine sehr heilkräftige Gottheit werden ihr auch ein Sträußchen getrockneter Heilkräuter, ein Schälchen geweihtes Wasser oder ein Kelch (Aspekt als Quell-Göttin) entsprechen. Weil man über Brigit außerdem sagte dass neun Jungfrauen an ihrer Seite gedient haben sollen und diese nun wohl durch 9 weiße Steine dargestellt werden, habe ich einfach einen Kreis aus ebensolchen auf meinem Altar gelegt.

Wer nicht so weit in die Tiefe gehen möchte, oder anstatt zu den einzelnen Elementen lieber einen Bezug zu Brigids eigenen Wurzeln herstellen möchte, könnte auch ein Elfenfigürchen aufstellen. Da die Ursprünge der Göttin in der Anderswelt vermutet werden ist dies ein besonders persönliches Symbol, wie ich meine. Zudem irgendwie ganz witzig, aber durchaus praktikabel ist übrigens auch das Aufstellen von Gartenzwergen. Zwerge nämlich wurden früher als bedeutende Mienenarbeiter angesehen, die magische Werkzeuge herstellen konnten und mit der Göttin Brigid im Bunde gestanden haben sollen. Angeblich soll sogar der legendäre Hammer von Thor auf deren Konto gehen, aber mit der Behauptung würde ich mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen wollen :-)

Generell kann man natürlich auch einfach auf Gegenstände zurück greifen, die man mit Brigids Kräften aufladen möchte. Tinkturen, Salben, Tees, Medikamente, (vielleicht selbst angesetzte) öle und andere gesundheitsfördernde Mittelchen oder Talismane können auf diese Art der Göttin mit einer Bitte gereicht werden. Jeder sollte einfach seine eigenen Symbole verwenden, die für ihn / sie Situationen aufzeigen, in denen man vielleicht um Brigids Hilfe bitten möchte. Selbstverständlich muss nicht immer nur alles aus Wollen und Wünschen bestehen. Dankbarkeit zu zeigen ist doch ebenfalls eine sehr schöne Geste, weshalb es ja auch eine nette Idee wäre Gegenstände auszuwählen, die verdeutlichen welche Krankeheiten oder anderen Prüfungen man vielleicht im vergangen Jahr bestanden hat. Womöglich war jemand mit seiner eigenen Kunst bzw. einem speziellen Projekt sehr erfolgreich und möchte daran einfach in Zukunft anknüpfen. Generell ist ja Brigid eine Göttin, die für Kreativität in vielerlei Form steht. Nichts dürfte also leichter sein, als die Gunst der Stunde, die eigene Inspiration und Fantasie zu nutzen, um daraus eine kleine Besonderheit für diesen speziellen Anlass entstehen zu lassen. Starre Muster müssen eben nicht wirklich sein und schon gar nicht, wenn man es mit einer derart vielseitigen Göttin zu tun hat. 


Möchte man sich dennoch oder außerdem an traditionelle und überlieferte Symbolik halten, sind auch hier haufenweise Möglichkeiten gegeben: Lämmer und Schäfchen haben zu dieser Zeit Hochkonjunktur, was sie zu dem Wahrzeichen von Imbolc schlechthin werden ließ. Im Bereich der Tier-Symbolik stehen auch Kühe und Kälber für Fruchtbarkeit bzw. Wohlstand und Singvögel kündigen den herannahenden Frühling an. Schweine bzw. Eber stehen für die kriegerische Seite der Metall-schmiedenden Brigid, Fische für Fruchtbarkeit und Heilung. Ebenso ein heilkundiges und besonders ursprüngliches Tier ist die Schlange (da sie auch das göttlich-weibliche und die Magie verkörpert). Aber auch süße kleine Küken können ein ganz reizendes Deko-Element für diese Zeit des (Wieder-) Erwachens sein.

Heu und Gräser sind obendrein Zeichen für den Frühling, die zusammen mit Blumen oder auch Klee als Altarschmuck usw. Verwendung finden können. Die Reinheit und Unschuld der Natur zu dieser Zeit spiegelt sich zudem in der Symbolik von Jungfrauen, die zu Bräuten werden (Bride ist ein anderer Name von Brigid), was letztendlich zum Heranwachsen des Sonnengottes führen wird. Diese Sichtweise wiederum spiegelt sich wieder, wenn wir zu Imbolc Bienenwachskerzen verwenden. Denn wie ich unlängst las werden Bienen z.B. von der Kirche als jungfräuliche Tiere angesehen, die Kerze an sich soll Jesu als Licht der Welt repräsentieren.

Und um an dieser Stelle den Aspekt der Reinheit und somit Reinigung noch einmal aufzugreifen, wenden wir uns nun mal den symbolisch geeigneten Utensilien für die Haus- Reinigung und -Segnung zu. Glöckchen können dieses Ereignis mit Klang untermalen, da man ihnen allgemein nachsagt dass sie Negativität zu vertreiben mögen. Hellblaue Kerzen stehen für Reinigung und Klärung (eine wässrige Farbe verbunden mit dem Feuer-Element), hellrosa Kerzen wiederum werden zur anschließenden Segnung genutzt. Zum Putzen kann man dem Wasser außer den gewöhnlichen Reinigungsmitteln noch Salz und Rosmarin- oder Salbeiöl hinzufügen, da alle drei stark reinigende, schützende und Negativität abwehrende Eigenschaften aufweisen. Räucherstäbchen können mit dem Duft von Weihrauch, Rosen, Drachenblut oder ähnlichem verbrannt werden. Last but not least bringen noch Rosenquarze nach erfolgter Reinigungsarbeit neue Harmonie ins Haus, die sie auch festhalten sollen. 


Bei mir daheim ist´s irgendwie von allem etwas, das hat sich einfach so ergeben. 

Habt Ihr auch was geschmückt, geräuchert oder so?

Kommentare:

  1. Ich bin zur Zeit so furchtbar müde (wahrscheinlich die Wetterkapriolen), so dass ich Imbolc zwar gefeiert habe, aber alles sehr minimal hielt. Neue Altar-Deko gab es auf jeden Fall und viele Kerzen, aber geräuchert oder großartig ritualisiert habe ich nicht.

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    1. Bei mir ist ja auch nicht so viel draus, geworden, weil ich ja auch dann noch Hals- und Ohrenschmerzen hatte und all so´n Quatsch. Aber das gute ist ja eben dass diese Zeit um Imbolc noch längst nicht vorbei ist, also jede Menge Gelegenheiten. Zumindest Kartenlegen werd ich noch und ein klitze-kleines Mini-Ritual abhalten ;-)

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