Sonntag, 12. August 2012

Snowhite and the Huntsmen

Zunächst mal: Nein, das in dem Titel sind keine Rechtschreibfehler ;-)
Ich will hier lediglich eine eigene Version der Geschichte mit diesem sehr bekannten Namen erzählen.

Es war einmal ein kleines weißes Katzenbaby, irgendwo und irgendwie in irgendeiner ungarischen Stadt. Das kleine Mädchen war gerade mal acht Wochen alt und verstand noch gar nicht die Zusammenhänge in der großen weiten Welt.

Von einem anderen, dunklen und entfernten Ort in der großen Stadt brachen eines Tages wieder die Jäger auf, um ihre Mission für den Staat zu erfüllen. Sie hatten den Auftrag die gesamte Gegend von den freilaufenden Tieren zu "säubern". Sie zogen also durch die Straßen und auf ihrem Weg fingen sie alle Katzen und Hunde ein, die sie finden konnten.

Nicht genug damit dass die gräßlichen Männer Familien auseinander rissen, Angst und Schrecken verbreiteten. Sie brachten all die kleinen, unschuldigen Geschöpfe, die ihnen nicht entkommen konnten, an einen scheußlichen, abgelegenen Ort, voll von Elend und Leid.

Diesen Ort nannten sie die "Tötungsstation". Etliche der Katzen und Hunde, hauptsächlich noch Tierkinder, pferchten sie nun zusammen in grausam kleine Hasenkäfige. Dort saß nun auch das kleine weiße Mädchen, zusammen mit neun anderen Kätzchen und alle hatten sie entsetzliche Angst. Sie taten sich gegenseitig weh, weil sie nicht genug Platz hatten und sie alle vermißten ihre Mütter so sehr. Sie hatten Hunger, bekamen jedoch nichts, außer einigen Kartoffelschalen oder anderen Küchenabfällen, die ihnen einmal am Tag durch die Gitterstäbe geschmissen wurden.

Auch hatten die kleinen mit dem fürchterlichen Gestank in ihrem Gefängnis zu kämpfen, denn die paar Heuspähne auf dem Käfigboden konnten nicht annähernd die Ausscheidungen der zehn gequälten Kätzchen aufnehmen, so dass diese zu allem Überfluß auch noch krank wurden.

Und wozu dies alles? Ohne es zu wissen warteten sie gemeinsam auf ihre Hinrichtung. Doch die barmherzige Grausamkeit einer Spritze, durch die sie langsam einschlafen würden sollte ihnen nicht vergönnt sein. In Ungarn werden Tiere mit Giftgas ermordet. Es lähmt die Atmung und je nach Größe oder auch Zustand hat so ein Wesen dann einen Todeskampf zwischen fünf Minuten bis zu einer halben Stunde vor sich.... Doch davon ahnten die kleinen Unschuldslämmer hoffentlich noch gar nichts.

Eines nach dem Anderen verloren die Kinderlein jedoch im Laufe der vergehenden Tage und Wochen den Glauben an das Gute in den Menschen, an ihr eigenes Leben und daran dass sie eine Zukunft haben könnten.

Doch gab es noch Hoffnung für das kleine weiße Katzenmädchen und seine Leidensgenossen, von der diese wahrscheinlich ebenfalls nichts ahnten. Denn auf der anderen Seite des großen Reiches, wo das Licht noch aus den Herzen der Menschen scheint, sammelten sich eifrige Helfer und Ritter mit edelen Seelen, um die Hilflosen zu befreien und für ihre Rechte zu kämpfen.

So brachten diese selbstlosen Menschen zweimal täglich richtiges Futter für die Gefangenen der Tötungsstation und sie versuchten sie medizinisch zu versorgen, so gut sie nur konnten. Jedes einzelne der kleinen Wesen nahmen sie auf den Arm und hielten es in eine Kamera. Keines der Kinder verstand den Sinn dahiter, mußten sie doch alle zurück in den schrecklichen Käfig.

Aber an einem noch viel viel weiter entfernten Ort auf dieser Erde waren andere fleißige und gütige Menschen bereits mit der endgültigen Rettung der Winzlinge beschäftigt. Sie hatten alles aufs Genaueste geplant. Nun fehlten nur noch Geld, um die Kosten der Aktion für jedes einzelne der Tierkinder zu finanzieren und freie Körbchen im ganzen Land. Glücklicherweise gabe es eine Menge liebevoller Fanilien überall, die gewillt waren die Kindelein aus dem dunkelen Land heraus und in ihr eigenes Heim zu holen.

Und hier beginnt die Geschichte von Snowhite. Das kleine weiße Katzenmädchen nämlich, das nun immer noch verzweifelt in der Tötungsstation saß, hatte einen starken Überlebenswillen und sie war eine Kämpfernatur. Bereits als man das Foto von ihr gemacht hatte war sie überzeugt gewesen dass sie mit ihrem Blick nur den richtigen erreichen mußte, wer auch immer das sein konnte, damit sich für sie alles zum Guten wenden würde.

Die Menschen von der Tierschutzorganisation Casa Animale in Deutschland hatten der Kleinen in ihren Unterlagen und Aufzeichnungen den Namen "Friderika" gegeben und sie waren wild entschlossen sie gemeinsam mit den anderen aus ihrem Gefängnis zu befreien. Also wurde fleißig Geld gesammelt und eine ganze Reihe reiner Herzen schlug im gemeinsamen Takt, um dies möglich zu machen. Das kleine weiße Mädchen jedoch, das seinen Namen nicht kannte und auch noch nie in seinem Leben irgendwie angesprochen worden war, ahnte noch immer nichts von alle dem.

In Deutschland hatte zu dieser Zeit die liebe Feona mit ihrer besten Freundin schon Geld gespendet, um das Mädchen mit dem Namen Friderika zu retten und auch immer wieder ihr Bild im Internet gepostet, damit sich auch ja das richtige Zuhause für sie finden würde.

Und hier kommt die liebe Stiefmutter ins Spiel. Sie hatte das kleine Mädchen bereits beim ersten Anblick nicht ignorieren können, denn soetwas brachte sie nie übers Herz. Aber sie sah derzeit keine Möglichkeit für sich, was sie hätte tun können. Also versuchte sie darüber hinweg zu sehen und darauf zu hoffen dass sich andere liebe Menschen für Friderika finden würden. Doch die gute Feona war hartnäckig und postete ihr Bild immer wieder. Beim dritten Mal saß die gute Königin :-)) nun also an ihrem Computer und konnte sich des Eindruckes einfach nicht mehr erwehren dass es sich nicht um einen Zufall handelte und ihre innere Stimme riet ihr inständig nun etwas zu unternehmen. Wie sie dieses hübsche, kleine, weiße Wesen mit dem unschuldigen Gesichtchen und den vertraut anmutenden Augen so betrachtete, ging ihr das Wort "Snowwhite" durch den Kopf und ihr Herz wurde schwer. Also wendete sie sich an den König und fragte um Rat, was zu tun sei. 

Sie hatte ihm ebenfalls das Bild geschickt und ihm dazu geschrieben dass das kleine weiße Katzenbaby in einer Tötungsstation fest saß und dass sie doch noch so jung war. Jedoch hatte das Königspaar bereits zwei ausgewachsene Königstiger in seinem Zuhause, weshalb die Königin zögerte und ein wenig Angst hatte, ob wohl mit den Dreien alles gut gehen könnte. Der König jedoch rief sie sofort an und riet ihr, sich um die kleine Friderika zu bemühen. Er beruhigte sie und sagte ihr dass alles gut werden würde, sie solle nur schnell handeln. Die Königin tat wie ihr Mann ihr geraten hatte und setzte sich mit den Menschen der Tierschutzorganisation in Verbindung.

Das kleine weiße Katzenmädchen wurde noch am selben Abend aus dem schrecklichen Käfig geholt und in eine Auffangstation gebracht. Dort wartet sie nun tapfer auf den nächsten Flug nach Deutschland, wo sie zunächst für ein oder zwei Wochen in einer Pflegefamilie unterkommen wird. Ihr Hautpilz, den sie sich in dem Unrat des beengten Käfigs eingefangen hat wird auskuriert, damit die beiden anderen Königskinder sich damit nicht anstecken können und sie soll erstmal zu Kräften kommen. Dann fahren der König und seine Königin voll ausgestattet mit Leckerchen und weichen Decken quer durch´s Land - worauf ihre Herzen schon so sehnsüchtig warten und bringen sie endlich nach Hause, die kleine

Snowhite


....wo sie zu einer stattlichen Prinzessin heran wachsen und glücklich werden kann, wie sie es verdient hat. Denn sie ist nicht das Aschenputtel, das die Seelenlosen aus ihr gemacht hatten.

Und weil die liebe Stiefmutter eine Königin und Hexe zugleich ist, wird sie alles in ihrer Macht stehende unternehmen, damit dieses Märchen ein Happy End haben wird und die ganze Familie gemeinsam glücklich werden und in dem kleinen Palast in Dorsten leben kann, bis sie alle alt und grau sind!

To be continued....

Interessanter Weise hat mir übrigens meine Arbeitskollegin einen Link geschickt, nachdem Sie gelesen hatte dass wir Snowhite adoptiert haben. Es finden sich hier einige aufschlußreiche Infos über die Eigenschaften von z. B. schneeweißen Krafttieren. Das dann in Verbindung mit Katzen, die mich ohnehin schon immer begleiten, empfinde ich als sehr passend für mein Leben und meine momentane Situation. Ich würde das zwar vermutlich mit meinen eigenen Worten ein wenig anders ausdrücken, aber im Grunde kann ich die Infos sehr gut einordnen und für mich übernehmen.
Nachdem ich ein bißchen geschmökert hatte (es gibt ja auch noch ganz viele andere richtig tolle Seiten und Bücher zu dem Thema) hatte ich festgestellt dass "alle meine" Kraft- bzw. Helfertiere (bis auf die Katzen) ein gemeinsames Stichwort aufweisen: "Einweihung". Und eigentlich ist das Leben mit offenen Augen doch auch nichts anderes, oder?

Kommentare:

  1. Sagen-haft, im wahrsten Sinne des Wortes! Hoffentlich lesen dies ganz viele Menschen und öffnen ihre Herzen für die Zustände in dieser Welt. Danke für deinen Beitrag - für den in Worten auf dieser Seite und ganz besonders für den in Taten!

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    1. Und ich danke Dir für die lieben Worte!
      Hoffe auch inständig dass noch mehr Leute für sich so eine Entscheidung treffen - dort sind noch so viele kleine Schätze...

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  2. Du Liebe, Deine beiden Königstiger werden an dem kleinen Schnuffelchen ein Wunder vollbringen und ihm zeigen, wie schön das Leben sein kann, wenn man die richtigen Menschen gefunden hat.
    Mir blutet auch immer das Herz, vor allem wenn ich von armen Labradoren lese... =(

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    1. Ich weiß wie das ist Maus... Wir leiden dann, weil wir ein Herz haben...
      Und danke für Deinen Glauben an unsere beiden, ich zähle da auch ganz fest auf sie :)
      Erzähle ihnen schon jeden Tag vom kleinen Schwesterlein und hoffe sie werden sich freuen, thi.

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  3. Jetzt hab ich ein paar Tränen verdrückt. Obwohl wir Gedeon ja schon beim letzten Mal gerettet hatten und auch noch einer anderen die Rettung geschenkt hatte (trotz Geldmangel) ... musste ich dieses Mal wieder reinsehen und mein Blick, blieb an allen weißen, dem Perser Prince und dem schwarzen Bärchen Lukretia hängen. Ich musste immer und immer und immer wieder schaun.

    Leider ist "Fabian" gestorben - er hat es nicht geschafft gehabt, der kleine weiße Schatz. Doch mein Herz ging auf als "Oben" raus kam und dann saßen da immer noch Snowhite und Oddina (<3) und mein Bärchen fest ... und keiner schien sich zu kümmern. Ich war so am verzweifeln hier. Ich konnte doch gar nicht alle retten - was sollte ich nur tun?
    Bei dem schwarzen Kätzchen ging mir immer das Herz auf und nach einem Gespräch mit Ash ... wurde die Entscheidung getroffen, dass sie mit Gedeon zu uns ziehen soll. Wo 3 satt werden, werden es auch vier und zwei Kleine waren vielleicht eh besser für einander - so würde keine das dritte Rad am Wagen sein ... und so wird Lukretia, die bald einen neuen Namen bekommen wird - auch zu uns ziehen - zusammen mit Gedeon <3

    Da Oddina immerhin schon aus der Tötung raus ist - <3 ... ich bin so glücklich darüber, fehlt nur noch ein wundervolles Plätzchen für die hübsche weiße Katzendame.

    Ich freu mich so, dass ihr Snowhite ein neues Zuhause geben werdet und weiterhin bete ich für die Gesundheit der geretteten Katzen!

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    1. Ich hoffe und bete ebenfalls inständig und ich werde daran glauben bis es wahr ist!
      Dir möchte ich noch 1000mal danken, dafür dass Du mich immer wieder mit der Nase drauf gestoßen hast. Für die vielen kleinen Leben, die Du zu retten geholfen hast. Und dafür dass Du uns Snowhite ins Leben geschickt hast. Ich liebe sie - sie gehört zu uns :-*

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  4. Deine wahre "Geschichte" geht einem unter die Haut. Als ich diese durchgelesen habe, habe ich immer wieder eine Gänsehaut bekommen und war den Tränen nahe. Mir tun die armen Schätze auch so leid :'(
    Ich freue mich für Snowhite das sie 2 tolle Menschen bekommt, die sich schon so liebevoll um ihre beiden anderen Königstiger kümmern.
    Sobald ich meinen "König" überredet habe(das bekomme ich schon hin) werde ich 2 der vielen hilfsbedürftigen ein neues Zuhause geben. lg

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    1. Oh, wie toll! Würde mich wirklich freuen wenn Ihr auch noch zwei von den Kleinen zu Euch nehmt!

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