Mittwoch, 21. September 2016

Merry Mabon!


Ihr Lieben, bevor Ihr noch denkt ich hätte das Bloggen ganz eingestellt - so ist es nicht. Ab Oktober solltet Ihr langsam aber sicher wieder etwas mehr an dieser Stelle von mir hören. Heute daher erstmal gar nicht viel, denn ich bin müde. Wenn auch müde und zufrieden. Ich wünsche Euch allen, die mir hier treu geblieben sind, auch wenn es so ruhig geworden ist, ein gesegnetes Fest der zweiten Ernte und hoffe dass sie reich ausfällt in diesem Jahr. Seid froh, blickt mit Zuversicht und hoffentlich friedlich in Euren Herzen auf die dunkle Jahreszeit.

 
Gerade heute haben die Wettergötter es gut mit uns gemeint. Die Sonne schien, es war mild, geradezu warm für den fortgeschrittenen September. Dennoch läßt der Herbst sich nicht leugnen. Auf dem Altar haben sich Heidekraut und Kastanien eingefunden, frische Schnittblumen haben bereits nach wenigen Tagen die Köpfe hängen lassen. 

 
Am frühen Abend konnte ich die Gunst der Stunde nutzen, um einige vorbereitende Handgriffe in meinem kleinen Balkon-Hexengarten zu machen. Die ersten Sommerblumen, die über waren, sind in einem blauen Sack gelandet, vertrocknete Blüten wurden gezuppelt, Unkraut zwischen den Bodenplatten gerupft. In den nächsten Tagen werde ich Chrysanthemen und noch mehr Heidekraut besorgen, vielleicht lassen sich auch sonst noch ein paar nette Gesellen für einen frohen After-Summer aufstöbern. Zum ersten Mal möchte ich in diesem Jahr also eine Herbstbepflanzung machen. Winterfeste Schönheiten, damit draußen vor den Fenstern nicht der Gesamteindruck so trist und traurig wird. Müssen ja nicht alle Töpfe neu bezogen werden. Sowieso schlagen sich einige Blumen und Sträucher noch wacker, so dass sie auch in Ruhe weiter vor sich hin blühen dürfen.


 
In den letzten Jahren habe ich da echt geschludert. Sobald es kalt, früh dunkel und regnerisch draußen wurde, konnte ich mich nicht mehr zur Pflege meiner pflanzlichen Schützlinge aufmachen. Es wurde nicht mehr gegossen, alles verdorrte und lag bis zum nächsten Frühjahr brach. So möchte ich das diesmal aber nicht. Mein eigens dafür in Beschlag genommener Pflanzbalkon macht mir soviel Freude, das ist einfach zu schade. Außerdem geht mir die Stimmung seit einigen Jahren eben immer im Herbst so in den Keller, ich trauere dem schönen Sommer hinterher. Da muß einfach Abhilfe geschaffen werden, basta! Wenn es also beim Blick aus den Fenstern weiterhin was Schönes zu sehen gibt, ich weiterhin an der frischen Luft eine Aufgabe habe, dann kann sich das eigentlich auch nur positiv aufs Gemüt auswirken. Werde da aber gern auch nochmal zu berichten.

 
Am Sonntag schlenderte ich ungeplanter Weise mit einer Bekannten über den örtlichen Flachsmarkt - richtig schön traditionell, dörflich und natürlich absolut überfüllt. Der spontane Besuch bescherte mir das erste Stück meiner noch zu drapierenden Herbstdeko für dieses Jahr. Ich weiß schon, auch da hinke ich gerade akut hinterher. Immerhin ist der Altar schon für Mabon eingedeckt, das war mir zunächst das Wichtigste gewesen. Der Rest soll eigentlich an diesem Wochenende nachfolgen. Mal schauen wieviel ich schaffe und wozu ich wirklich Lust habe. Denn der Balkon will ja auch bepflanzt werden, wie gesagt. Jedenfalls stieß ich zum totalen Schnäppchenpreis auf einen wirklich hübschen Hexenbesen, der nun bereits neben unserer Wohnungstüre im Hausflur lehnt.



Am Wochenende konnte ich tatsächlich trotz der bereits herab gesegelten Blätter noch offene Schuhe tragen, hehe. Sicher aber auch das letzte Mal für diese Saison. Gehe ich zumindest mal von aus. Wie auch immer, das soll es eigentlich von meiner Seite aus für heut gewesen sein. Ich hätte zwar noch ein bißchen was zu erzählen, aber das läuft ja nicht weg bis zum nächsten Mal. Statt eines Rituals oder Ernteessens also im Hexengärtchen gewerkelt.  Für mehr ist aktuell grad einfach keine Energie mehr übrig. Aber das ist schon ok. Gerade die Beschäftigung mit der Natur und den eigenen Lebensphasen ist es ja irgendwo auch, was das Hexentum ausmacht. Da wird auch schon mal passend gemacht, wir sind ja flexibel und vor allem frei fliegend. Natürlich wird bei Gelegenheit - vermutlich Anfang Oktober - auch noch ein Erntesegen folgen. Kommt Zeit, kommt eben auch Rat. 

 
Lasst es Euch also auch gut gehen. Überlegt Euch eigene Strategien, um die kalte Jahreshälfte so angenehm wie möglich zu gestalten. Habt Ihr all die gesteckten Ziele erreicht? Konntet Ihr ernten, was Ihr ausgesät hattet? Wo wollt Ihr noch hin? Was ist noch zu tun, wo wartet Arbeit, bis im Winter Ruhe einkehren darf bzw. soll? Wofür dürft Ihr dankbar sein...? Fragen über Fragen. Wie  es halt so ist, zu Mabon wird Bilanz gezogen.

Montag, 5. September 2016

Altweibersommer

Einmal mehr sind die Monate wie im Flug vergangen, der Sommer 2016 steht vor seinem Ende. Die ersten Blätter an den Bäumen haben sich bunt verfärbt und segeln in den kühler werdenden Abendwinden herab. Am Tage hat die Sonne noch immer viel Kraft, doch sind die warmen Stunden deutlich weniger als noch vor vier Wochen. Schon schweben Spinnen an schillernden Fäden, bauen hauchfeine, glitzernde Netze oder verkrümeln sich in trockene Wohnstuben. Zeit also eine erste Bilanz für dieses Jahr zu ziehen, Danke zu sagen und sich mit dem Gedanken anzufreunden, dass die dunkle Jahreszeit ganz unmittelbar bevor steht. Die zweite Ernte liegt im September bereits an, Mabon wirft seine Zeichen voraus.

Ein Teil von mir ist noch nicht so weit. Sehnt sich nach mehr Licht und Wärme, mag die Hitze und langen, lauen Abende nicht loslassen. Aber wann hätte die Natur sich je darum geschert was wir kleinen Menschlein erwarten...? Also beuge ich mich. Der ewige Kreislauf steht niemals still, das Rad des Jahres zieht seine Bahnen, fügt sich ein, tanzt in der Spirale der Göttin seinen immerwährenden Takt. Eins mit dem Rhythmus des Schicksals und verbunden im Netz des Universums verläuft jedes einzelne Leben in endlosen Wellen... Einatmen und Ausatmen. Nach Außen gehen, wieder zurück ziehen. Auf Aktivität folgen Ruhephasen. Eigentlich so natürlich und doch häufig schwer einzusehen.

Die Gezeiten von Mutter Natur führen geradewegs in den Herbst. Keine leichte Zeit für die melancholischen Seelen. Der Ruf von Mutter Hekate wird laut. Als Weise Alte steht sie am Wegesrand, fordert uns auf zu überdenken, einzukehren in die Stille und Dunkelheit. Also nehme ich langsam Abschied...


Von goldenen Abendhimmeln, summenden Bienchen,
 Vogelzwitschern, flirrender Hitze, leichter Kleidung, Tagen im Freien, Lesestunden auf der Terrasse und tropischen Nächten...


Dafür werde ich...
Kreativen Projekten nachgehen, frische Blumen aufstellen,
dampfenden Tee trinken, wieder mehr lesen und schreiben,
den Balkon-Hexengarten herbstlich bepflanzen,
Räuchern und Kerzen entzünden, die Seele baumeln lassen.
Die grellen Farben des Sommers weichen nun den 
kräftig-dunklen, warmen oder samtigen Herbsttönen.
Das Licht draußen ist bald auch nicht mehr stechend scharf,
sondern golden, sanft und zart.
Wassermelonen weichen aus den Supermärkten,
um Feldfrüchten wie Kürbissen Platz zu schaffen.
Im Gewöhnlichen das Besondere sehen, sagt eine liebe Vertraute von mir gern.
So halte ich es ebenfalls sehr gern.
Schaue voller Freude zurück zu den wundervollen Stunden mit den Miezen,
die wir auf der sonnigen Terrasse verbringen durften.
Auf Kniffelspiele und Leckereien vom Grill mit meinem Liebsten.
 Post und Geschenke oder kleine Aufmerksamkeiten 
von meinen Freundinnen.
Nicht nur die materiellen, sondern auch Vertrauen, ehrliches Interesse,
Verständnis, Mitgefühl, offene Ohren, Humor und schönes Miteinander. 
 Eiscreme und Eiskaffee oder andere Erfrischungen
werden abgelöst von saisonalen Köstlichkeiten wie Flammkuchen
oder Federweisser. Ich kann mich an einem Teller voll frischer Tomaten
ebenso erfreuen wie an einem saftigen Burger mit Fritten von McDoof.
Kommt halt immer drauf an. Wieviel Zeit frau hat, worauf gerade Lust.
Was Körperchen braucht, soll Körperchen haben.
Beizeiten jedenfalls gern öfter mal wieder selbst Gekochtes.
Kommt Zeit, kommt Rat. So ist das wohl.
Ich darf mich an den Erinnerungen eines schönen Sommers erfreuen und dankbar sein für so unglaublich Vieles. Habe in den letzten Wochen und Monaten womöglich mehr über mich gelernt als in Jahren zuvor. Löse die Knoten der Vergangenheit, schäle mich aus dem Kokon, den meine Ahnen für mich gesponnen haben. Der nächste Frühling kommt sicher, egal wie weit entfernt er auch erscheinen mag. Also sammle ich weiter Erfahrungen, lerne mich noch ein Stückchen besser kennen und sehe voller Spannung in die Zukunft, die der Herbst und Winter bringen werden. Vor Allem vermutlich auch endlich wieder etwas mehr Zeit zum Bloggen. Wenn die Sonne draußen nicht mehr lockt fällt es doch ein wenig leichter auf der Couch zu hocken und es drinnen gemütlich zu machen. Lasst es Euch gut gehen, Ihr Lieben, bis bald!

Montag, 22. August 2016

Talismane und andere Glücksbringer

Ich weiß nicht ob ich es bereits erwähnt hatte, aber vor einigen Wochen riss leider ganz unvermittelt meine Oshun-Kette, die ich von > Ash < und > Trish < geschenkt bekommen hatte. Wie aus dem Nichts kullerten plötzlich die gelben und weißen Perlen, die ich am linken Handgelenk getragen hatte, durch das ganze Badezimmer. Da stand ich wie der Ochs vorm Berge und es blieb mir nichts anderes übrig, als sie alle einzusammeln. Wenigstens habe ich eine neue Bestimmung für sie gefunden, denn sie werden wenn ich mich endlich dazu aufraffen kann sie fertig zu stellen als Füllung für meine erste eigene schamanische Rassel dienen. Jedenfalls fühlte ich mich auf einmal völlig nackt und kahl ohne 
mein Armband, 
etwas anderes mußte her.

Es begab sich, dass ich bereits eine Weile vorher schon ein anderes Armbändchen von den beiden Mädels geschenkt bekommen hatte. Aus grünen und braunen Bändchen mit einem vierblättrigen Klee als Anhänger dran, von Coppenrath. Es wartete bis dato noch auf seine Bestimmung und so besann ich mich darauf. Eines schönen Tages, am 10. Juli, um genau zu sein, nahm ich es und band es gleich am frühen Morgen an unseren Sonnenschirm. Wieso das? Wäre ja jetzt eine berechtigte Frage. Ganz einfach: Ich wußte - oder ging zumindest ganz schwer davon aus - dass es ein sehr schöner Sonntag werden würde. Sonnig heiß, ohne Verpflichtungen, aber mit jeder Menge angenehmer Planung versehen.

Die einfachsten Dinge vergessen wir häufig, obwohl sie so zum Greifen naheliegend sind. Ich erinnerte mich an die Bernsteinschiffe aus meiner heiß geliebten Ostsee-Trilogie. Wie die kleinen Boote samt ihrer uralten Rümpfe aus versteinertem Harz mit Erinnerungen gefüttert worden waren, die sie seit her bewahrten und lebendig hielten. Nichts anderes ist es in der Magie. Wenn Du die Absicht hast einen Gegenstand mit einer bestimmten Energie aufzuladen, sie darin zu konservieren und damit festzuhalten, dann tu es einfach. Du ganz allein bestimmst und entscheidest womit Du Deinen Talisman aufladen möchtest. Nichts anderes ist es ja nämlich eigentlich. Im Gegensatz zu einem Amulett, das in der Regel schützende, abwehrende oder heilende Eigenschaften bringen soll, ist der Talisman quasi schlicht ein Glücksbringer. Das kann alles sein. Ein Urlaubs-Souvenir beispielsweise wirst Du vermutlich für immer von ganz alleine mit all den schönen Erinnerungen an Deine Reise in Verbindung bringen. 

Wenn Du die schönen, weil kostbaren kleinen Dinge des Alltags einfangen möchtest, dann kannst Du greifen wozu auch immer Dein Herz sich gerade angetan fühlt. Ich entschied mich also für das Kleeblatt von meinen Freundinnen - den Glücksbringer schlicht hin. Er trug ja bereits die guten Absichten meiner Mädels in sich, mir Freude zu bereiten und ein gewogenes Schicksal. Ich brauchte nichts weiter zu tun, als ihn mit einem unvergesslichen Tag zu füttern. Ich hängte ihn auf, mitten in die Sonne. Denn die liebe und brauche ich für meine Seele. Sie wärmt mich, hebt meine Stimmung, gibt mir Kraft. Der gesamte Tag war prädestiniert meine Batterien aufzuladen. Ich packte noch hinein die Liebe meines Mannes, wie die Gesellschaft und Zuneigung unserer Katzen. Die Freude, die ich beim Malen meines Sommerbildes vom Meer empfunden hatte. Denn eben dies entstand an genau jenem Tag.

Die lustige Kniffel-Partie wanderte mit hinein und noch dazu der gute Rum, den wir uns gönnten, weil mein Mann noch frei hatte. Der köstliche Eiskaffee gesellte sich dazu, die Leckereien vom Grill, das Gefühl von Freiheit, die wundervolle Hitze der sommerheißen Luft auf meiner Haut. Die Ostsee-Trilogie von Patricia Koelle kam mit hinzu - es wurde der perfekte Sommertag. Bewahrt für alle Zeit in einem Anhänger, den ich seit dem an meinem linken Handgelenk trage. Ist das nicht eine wundervolle Vorstellung? Wenn ich das Kleeblatt anschaue, dann fühle ich wieder die Wärme, höre das Lachen, das vom Fußballplatz rüber weht. Rieche die Acry-Farben, höre die Würfel auf dem Tisch klackern und spüre das seidige Fell der Katzen an meinen Händen. Das leicht beschwipste Gefühl vom Cuba Libre steigt auf, die gesamte Unbeschwertheit des Sommers.

Ich habe mich übrigens ganz bewußt für eine Szene mitten aus dem Alltag entschieden. Von einem Tag am Meer, einer ganz besonderen Reise oder meiner Hochzeit ect. gibt es genügend andere Erinnerungsstücke. Es ging ja genau darum einen Ort zu schaffen, eine Zeit herauf zu beschwören, einen Tag einzufangen, an dem ich meinen Frieden gefunden hatte, die berühmte innere Mitte.

Ein Talisman muß nichts Abstraktes sein, mit Knoten und Runen und Knochen und Blut, Kräutern, Stein und Silber. Natürlich geht auch das. Es kommt einfach nur darauf an, was ihr Euch wünscht. Was Ihr erschaffen oder anziehen möchtet. Und dieses Kleeblatt an meinem Arm beherbergt nun meinen persönlichen Kraftort. Mein "kleines", eigenes, ganz persönliches Glück. Nicht das Meer oder meinen kleinen Balkon-Hexengarten, keinen Wald, besonderen Baum oder die Asche eines Wunsch-Feuers. All dies ist möglich, doch ich wollte meinen Ruhepol aus dem Alltag jederzeit bei mir tragen können. Den Moment und den Ort, an den ich mich wünsche, wenn die Welt dort draußen regnerisch ist, hektisch oder bedrohlich. Wenn alles zuviel wird. Dann bin ich genau dort heil...


Genau das können wir jederzeit zu uns holen und erschaffen. Wichtig ist die klare Absicht. Wisse was Du willst und was Du brauchst, sieh es, fühle es, erlebe es - und dann fang ein Stückchen davon ein. Halt es fest, sieh es an, fasse es an, erinnere Dich, fühle was Du gefühlt hast. Mit allen Sinnen. Sei dankbar und wisse dass der Ort, die Zeit, für immer existieren. In Dir und in diesem Talisman. Was Du auch  wählst, Du wirst es wissen.

Sprich es aus: Sage dem Talisman wofür Du ihn bestimmt hast, was alles er fortan für Dich tragen soll. Lasse ihn die Situation mit Dir gemeinsam erleben. Am Ende des Tages lege ihn an (stecke ihn ein, was auch immer) und sei Dir sicher, daß alles bewahrt ist. Weihe Deinen Glücksbringer, hauche ihm Leben ein, beräuchere ihn, sing für ihn, sprich zu ihm. Es gibt kein anderes Rezept als das, welches Du für Dich entscheidest.
 

Montag, 8. August 2016

HEXENbesen ZAUBERkraut

Wie versprochen wollte ich Euch ja auch mal wieder ein Buch von Luisa vorstellen. Da es schon ein paar Jahre älter ist, kennt es sicherlich bereits die eine oder andere. All denjenigen, die es noch nicht gelesen haben, kann ich es einmal mehr nur wärmstens empfehlen und ans Herz legen. Es ist sicherlich töfte für Einsteigerinnen, aber ebenso unterhaltsam wie interessant auch für wilde Weiber, die bereits auf den alten Pfaden wandeln. In > meiner Rezi < bei den Amazonen erfahrt Ihr wie immer mehr. Und um die Neugierde noch ein wenig anzuheizen, hier die obligatorischen Zitate von Frau Francia:

"Magie bedeutet imaginieren, sich ein Bild machen,
gestalten und dadurch Verbindung zur Urkraft herstellen 
und sich mit Symbolen, Worten, Tönen und Gesten ihr nähern."

"Dass alles, was ich von mir absondere, immer noch Teil von mir
bleibt und alle Informationen über mich enthält, ist nicht nur
in die magische Praxis seit Ishtar und Lilith 
(nicht Adam und Eva, für die gibt´s keine archäologischen Beweise)
eingegangen, auch die moderne Gen-Technologie arbeitet damit." 

"Salopp gesagt ist demnach auch eine Kirche ein Fetisch,
im afrikanischen Sinn ein bohou, ein Wohnort des Göttlichen,
denn auch in der Kirche wird Gott angerufen und gebeten,
hier zu wohnen."

"Magie, wie ich sie verstehe und definiere, die Kunst
mit allen Wesen zu kommunizieren und in Eigenverantwortung
(selbst Antworten finden heißt das) zu rufen, zu binden, zu bannen,
zu lösen und zu wandeln, braucht vor allem eine uralte
Fernwahrnehmungsfunktion - die Intuition."

"Die Wirklichkeit, wie sie uns erscheint, ist eine allgemeine
Abmachung. Mit der Intuition gleiten wir hinter die
vereinbarten Formen und entdecken die Energie, 
die alles zusammenhält."

"Geister, Dämonen, Naturgeister lassen sich nicht so einfach
in menschliche Wertesysteme einordnen. Sie verstärken oft
die Stimmung, den Zustand, in dem Menschen sich 
gerade befinden."


Donnerstag, 4. August 2016

Wie Sie sehen - sehen Sie nicht viel (in letzter Zeit)

 
Ich hoffe doch sehr, dass Ihr alle ein schönes Lammas hattet und vor allem eine segensreiche erste Ernte! Noch halten die Schwingungen natürlich an und das Thema hat Gültigkeit. Insofern finde ich es gar nicht so schlimm, dass ich mein Ritual zwar bereits vorbereitet, aber noch nicht ausgeführt habe. Immerhin hatte ich Dienstag abend, pünktlich zum Neumond, meinen Altar frisch eingedeckt und die wunderschöne neue Hekate-Kerze eingeweiht, die meine Freundin Ana für mich gemacht hat.


Am Abend brannte dann noch eine Kerze der Dankbarkeit und ein Licht für Frieden in dieser Welt. Den wir bitter nötig haben, daran werden wir in schrecklicher Regelmäßigkeit erinnert. In feierlicher Atmosphäre wurde dann noch ein Wunschzettel verfasst für ein neues Projekt, so will ich es mal nennen. Es geht um etwas, das ich rufen möchte. Aber noch, so scheint es mir, soll vorher einiges sacken, vielleicht sogar reiflicher durchdacht werden. Es fehlte ohnehin an der nötigen Zeit und Ruhe für das rituelle Verbrennen meiner kleinen Strohpuppe und somit die Übergabe meines Wunsches an die Flammen. 


Sonntag hatte ich einige schöne Stunden mit > Ash < und > Trish < bei Ana verbracht, in denen unter anderem mein Püppchen entstanden, sowie die Ideen dazu besprochen worden waren. Beim eigentlichen Ernteritual der Mädels in den späten Abendstunden war ich dann ja nicht mehr dabei gewesen, weil am nächsten Morgen wahnsinnig früh mein Wecker schellte. Dennoch hatten wir einmal mehr natürlich viel Spaß und eine richtig tolle Zeit, wie immer. Mein Handgelenk ziert seit dem eine Binderune aus Mannaz und Jera. Dazu habe ich natürlich verschiedene Assoziationen. Es geht um den Grund, warum ich jetzt für ein paar Wochen zeitlich sehr eingespannt sein werde - und auch die Zeit danach. Um Ernte und harte Arbeit, die eben Früchte tragen soll. Um Dankbarkeit und Freudenfeiern, aber eben nicht ausruhen, sondern weiter klotzen, um für den kommenden Winter gewappnet zu sein. Alles im übertragenen Sinne, versteht sich. Das eigene Schicksal annehmen und bewältigen zu können, auch die beschwerlichen Wege siegreich bis ans Ziel zu gehen. Herausforderungen stemmen, mit mir selbst und der Gemeinschaft um mich herum (verschiedene) ins Reine zu kommen. Um Ausgeglichenheit zu erreichen - und das ist ganz wichtig für mich - müssen Lektionen gelernt, Positives wie Negatives als Schritte des Wachstums anerkannt werden. Weiterentwicklung ist hier ein großes Stichwort, Wandel und auch teilweise natürlich dementsprechend Veränderung.
Zu Anfang direkt haben wir das Zeichen in Rot aufgemalt, für Kraft. Manchmal zeichne ich es auch in schwarz, für Schutz und heute habe ich sogar etwas Gold hinzu gefügt, für Segen. Ich will nicht mehr mit Angst vor dem Schmackes der Wirkung an die Sache heran gehen, sondern werde jetzt einmal versuchen etwas einfach so sein zu lassen wie es ist bzw. es annehmen. Damit ich eben weiter komme.


Ich hoffe also dass Ihr mir trotzdem hier treu bleibt, auch wenn es sein kann, dass in den nächsten zwei Monaten noch weniger von mir kommt, als sowieso schon seit einer Weile 0:)
Wie ist es eigentlich bei Euch so mit dem Sommer? Hier hat er sich vor ein paar Tagen irgendwie total verabschiedet. Morgens ist es tatsächlich kalt und dunstig, fast schon nebelig, wie im Herbst. Es klingt vielleicht verrückt, aber ich meine der Herbst liegt bereits in der Luft. Zumindest nehme ich ihn schon wahr und das passt mir absolut nicht. Vorbei die wenigen herrlichen Tage, die ich mit meinen Muschen draußen auf der Terrasse in der Sonne verbringen konnte. Beim Kniffeln und Grillen und Monopoly Spielen mit meinem Mann, Eiskaffee und Wäschewannen voller kaltem Wasser, weil es so heiß war. Das fehlt mir wirklich. Wobei ich eigentlich ja grad genügend anderes um die Ohren habe. Ich hoffe es kommen noch ein paar von diesen freien Tagen, auf die ich jedes Mal sehnlichst die anderen drei Jahreszeiten lang warte...
 


Aber ich habe mir mehr als eine bleibende Erinnerung an diesen Sommer geschaffen. Vorsorglich. Als wäre mir klar gewesen, dass er vielleicht nicht mehr allzu lange dauern würde, in dieser Form. Da wäre einmal mein Glücksbringer, den ich bereits angedeutet hatte, wovon ich aber ein andermal (hoffentlich bald) gesondert berichten werde. Und ein Bild ist tatsächlich noch entstanden. Als kleine Vorlage nach dem Buchcover einer der Ostsee-Romane. Habt Ihr vielleicht bei den letzten 12 von 12 schon kurz gesehen, weil es jetzt an unserer Badezimmertüre hängt und mich von dort immer an das Meer, die ewigen Gezeiten und daran, dass auch der nächste Sommer wieder kommen wird, erinnern soll.


Nach wie vor bin ich keine große Künstlerin, aber ich habe einfach Spaß an der Sache und bin trotz der Nicht-Perfektion glücklich mit meinen Werken. Sie zeigen nämlich, auch wenn es mir an Talent mangelt, bei jedem Pinselstrich einen Teil von mir, von meiner Innenwelt, meinem Erleben und dem, was ich liebe. 
Ganz neu habe ich mich jetzt am Werkeln mit Speckstein versucht. Ich war fasziniert davon, wie weich und formbar dieses augenscheinlich feste Material doch ist. Es staubt wahnsinnig und wird einiges an Zeit in Anspruch nehmen, aber ich arbeite an einem Brocken, der eigentlich mal ein Räucherschälchen werden soll. Davon mache ich die Tage mal ein Bilc für Euch. Danach wollte ich mich gerne an eigenen Runensteinen versuchen. Weiß jemand von Euch, ob Speckstein dafür geeignet ist? Oder werden die Steine, wenn ich sie zusammen in einem Beutelchen aufbewahre, sich gegenseitig durch Reibung ect. beschädigen...? Ich werde es schon noch heraus finden.


Für heute abend ist jetzt noch ein wenig Papierkram geplant und das Geschenk für Evi´s Geburtstagsparty morgen abend möchte noch verpackt werden. Ich hoffe dass ich am Sonntag nochmal die Gelegenheit finde, hier von mir hören zu lassen. Denn immerhin wollte ich ja noch was über Talismane erzählen und ein Buch von Luisa vorstellen. Das habe ich längst ausgelesen und es war wunderbar, wie jedes ihrer Bücher, die ich bisher gelesen habe. Lasst es Euch gut gehen und verlebt ein schönes Wochenende. Bis bald, Ihr Lieben!


Samstag, 23. Juli 2016

Von Heilpflanzen, Seelentröstern und der Welt hinter dem Sichtbaren

Heute möchte ich Euch noch ein ganz besonderes Werk vorstellen. Es ist eines, das Ihr nicht auf Amazon oder sonst wo kaufen könnt, sondern nur bei der Autorin direkt. Neben den Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten von 49 heimischen Heilpflanzen erzählt es aus dem Leben. Einem Leben mit dramatischen Wendungen und extremen Schicksalsschlägen. Das Leben der Autorin. Geprägt von Verlusten, eigenen Nahtoderfahrungen und einer immerwährenden Verbindung zur jenseitigen Welt. Dorthin, wo die Seelen der Verstorbenen noch lebendig sind, wo es Heilung gibt für Kummer und Schmerz, wo die Erinnerung an die eigenen, bereits gelebten Leben wohnt.

Das Buch von Sonja Sacher ist wunderschön mit bunten Zeichnungen der jeweiligen Pflanzen durchsetzt,  auf hochwertigem Papier gedruckt, in einer kleinen, wenn auch nicht zu kleinen Schrift. Es liest sich sehr angenehm, ist für das Auge so hübsch wie übersichtlich gestaltet, 166 Seiten stark. Aber nicht klein und dünn, sondern in einem wirklich ordentlichen Format.

Die Kapitel wechseln sich quasi eins übers andere zwischen der Lebensgeschichte von Sonja und den Heilpflanzen ab. So kann der Leser auch für sich selbst entscheiden, die Geschichte ggf. auszulassen. Ich weiß zwar nicht wieso man das machen sollte. Denn die diversen Tiefschläge und Ereignisse haben ja gerade erst dazu geführt, dass sie sich mit den Pflanzen auseinander setzte. Aber jeder ist anders. Manch einer mag sich ängstigen oder von den schlimmen Geschehnissen über Krankheit und Tod nichts hören wollen. Dann kann man es halt überspringen. Aber ich sehe ein Buch gern als Ganzes, genau wie den Menschen dahinter.

Sonja habe ich auf Instagram kennengelernt. Sie ist dort als @diekraeuterwerkstatt zu finden. Auf diesem Wege könnt Ihr via PN oder Kommentar Kontakt zu ihr aufnehmen und das Buch bestellen. Gerne könnt Ihr Euch auch bei mir melden und ich stelle Euch weitere Kontaktdaten zur Verfügung. Sonja hatte sich seinerzeit dagegen entschieden einen öffentlichen Weg über Amazon ect. für die Vermarktung zu gehen und das Buch im Selbst Verlag heraus gebracht. Es ist ihre Geschichte, die sie auf eine ganz eigene Art verarbeitet hat und das wollte sie nicht so ausschlachten, so anonym vermarkten.

Für das Buch habe ich inkl. Porto 18,35€ bezahlt. Ein absolut angemessener Preis. Neben der Rechnung erreichten mich auf lavendelfarbenem Briefpapier hadschriftliche Zeilen sowie eine (selbst gesammelte und zusammen gestellte) Kräutermischung zur Sommersonnenwende, die ich sowohl für die Zubereitung eines Tees, als auch zum Räuchern verwenden könnte. So habe ich es dann auch gemacht. Die Kräuter verbreiteten fast eine Woche lang jeden Abend einen herrlichen Duft in unserem Schlafzimmer und ein Gefühl von Sommer pur.

Sonja hat sich am Ende mit ihrem Schicksal angefreundet und mit dem Gedanken an den Tod arrangiert. Sie weiß heute, dass es ein Leben nach unserer physischen Existenz gibt und hat viele Erkenntnisse für sich gewonnen. Ich denke jeder Mensch macht seine eigenen Erfahrungen und zieht daraus die eigenen, subjektiven Schlüsse. Wir alle verwenden womöglich verschiedene Begriffe, erklären uns den Weg, die Irrungen und Wirrungen des Daseins auf unterschiedliche Weise. Und doch sind wir uns im Klaren, dass es etwas Größeres gibt, einen Plan, ein Netz, etwas Universelles und ewig Gültiges.

Was die Beschreibung der Pflanzen angeht, so empfinde ich Sonjas Werk als besonders wertvoll. Nicht nur dass wir sie alle in unserer Umgebung irgendwo finden oder im eigenen Garten bzw. Balkon selber anbauen können. Sie beschreibt sie auf eine fantastische Weise. Sie blickt in ihre Seele. Erkennt an, dass eine Pflanze mehr als die Summe ihrer Inhaltsstoffe ist und der Einsatz je nach Mensch und Umstand auch einfach intuitiv erfolgen kann. 

Die Pflänzchen werden also beschrieben und in ihrer Wirkungsweise vorgestellt. Undzwar einerseits was körperliche Beschwerden und somit handfeste Anwendung angeht. Andererseits jedoch geht es um Hilfe bei psychischen Tiefs und seelischen Belangen. Ganzheitlich eben. Die wirklich einfache Herstellung von Tinkturen, Tees, Duftkissen, Badezusätzen oder Salben wird absolut alltagstauglich beschrieben. Das alles kann wirklich jeder nachmachen, ohne sich vorher wer weiß was für Kenntnisse angeeignet haben zu müssen.

Um Euch noch ein wenig neugieriger zu machen und weil ich es ja immer so halte, habe ich noch ein paar entsprechende Zitate heraus gesucht:

"Für mich ist seither nichts mehr so, wie es einmal war.
Nach diesem Schicksalsschlag boten sich mir nur zwei Möglichkeiten:
an all dem Schmerz und der Trauer zu zerbrechen
oder mein Schicksal anzunehmen, versuchen,
Kraft daraus zu schöpfe und mich endgültig mit dem Tod 
zu versöhnen."

"Ich wähle die Pflanzen aus, die mir intuitiv in den Sinn kommen.
Es kommt folglich bei der Wahl eines Heilmittels
mindestens genauso auf die Intuition wie auf die Zusammensetzung
der Inhaltsstoffe an."

"Es scheint, als hätte Mutter Natur auf all unseren Wiesen
und Feldern blühende Fußabdrücke hinterlassen,
als würde sie ein prunkvolles Fest feiern,
zu dem wir herzlich eingeladen sind."

"Früher als die Menschen noch im Einklang mit der Natur
und den Jahreszeiten lebten, waren Stress-Situationen
die absolute Ausnahme. Und wenn sie aus der Ruhe kamen,
ging es um elementare Belange, wie zu wenig Nahrung,
Naturgewalten und die Bedrohung durch wilde Tiere oder Feinde."

"Ich jedoch finde, wenn nichts sicher ist,
ist dafür alles möglich. Und dies muss ja nichts Schlechtes bedeuten,
ganz im Gegenteil."


Der Horizont in deinen Augen

Ich habe hin und her überlegt, ob ich auch über den dritten und letzten Band der Ostsee-Trilogie hier noch schreiben soll, obwohl ich doch bereits im vergangenen Jahr über Teil 1 und erst in diesem Monat über Teil 2 gebloggt hatte. Könnte Euch langweilig werden. Und eigentlich ist es vielleicht eh nur interessant, wenn Ihr überhaupt schon mit dem Gedanken spielt, Patricia Koelle zu lesen. Aber noch ist der Sommer nicht vorbei und die ein oder andere von Euch ist vielleicht noch auf der Suche, nach einer ganz besonderen Leseliebe. Deshalb werde ich es jetzt trotzdem tun. Weil diese drei Bücher mich so tief berührt haben. Weil sie die Seele streicheln und heilen können, obwohl es nur Romane sind. Sie sind einfach so echt und tief und voller Sehnsucht, voller Meer, Aromen, Geschmäcker und Bilder. Einfach lebendig. Das ist meine Hommage, an so viele wunderbare Worte zwischen zwei Buchrücken. Ihr solltet sie lesen. Ich bin eigentlich selbst kein Fan von Schmalz und kitschigen Büchern. Doch das trifft auf diese Trilogie auch irgendwie gar nicht zu, obwohl sie so anmuten mögen. Sie sind mehr als das. 

Meine übliche Rezi bei den Amazonen findet Ihr > hier <. Wer weiß, ob ich ich Euch nicht doch noch begeistern kann ;) Und was lese ich jetzt als nächstes? Ich weiß es nicht. Die Bewohner von Arenshoop an der Küste haben ein kleines Loch in meinem Leseherz hinterlassen, wie jedes richtig gute Buch, auf das ich mich intensiv einlassen konnte. Hier also einige Zitate zum Abschied:

"Für alle, die ihren Ort gefunden haben.
Und für alle, die noch auf dem Weg dorthin sind."

"Während um sie herum die Welt in Schutt und Asche fiel,
während um Tote und Vermisste geweint wurde,
trotzten sie in den Momenten, die sie hatten,
dem Leben alles ab. Sie hielten sich an das Meer, das ewige Meer,
das kein Krieg zerstören konnte und das
in uraltem Rhythmus gegen die Küste rollte,
ganz egal was die Menschen anstellten."

"Lass uns noch einige Erinnerungen machen,
falls sie für die Ewigkeit reichen müssen -
in diesem Leben oder danach."

"Auf den brüchigen Seiten wurde eine junge Liebe 
noch einmal lebendig. Die Worte trugen sie aus dem Meer der Zeit
an die Oberfläche und ließen sie erneut im Sonnenlicht
helle Wirklichkeit werden."

"Die Bernsteine fingen und vervielfachten das Licht
der Flammen in ihren Tiefen und funkelten golden.
Irgendwo in diesen Tiefen lag die geheimnisvolle,
kostbare Ladung der Vergangenheit geborgen,
sichtbar nur für die Nachfahren von Claas Kreyhenibbe."

"Die Menschen unter all dieser Größe sind winzig,
wie die Muscheln und ebenso hin und her geworfen.
Die Muschelschalen werden zu Körnern zerrieben,
und doch bauen sich aus genau diesen Sandkörnern
neue Küsten auf, dort, wohin die Strömung sie trägt.
Nichts geht verloren."