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Samstag, 22. Juni 2013

Speis und Trank (den Göttern sei Dank)

Wenn wir anstreben die Beziehungen zwischen Kräutern, Pflanzen, Speisen und den Jahreszeiten in einem Festmahl zu ehren, indem wir sie berücksichtigen, sollten wir uns an den regionalen und saisonalen Verfügbarkeiten in den Super- (&) Märkten vor Ort orientieren.

Ein frischer Kopfsalat, aufgepeppt mit Gurken, Paprikaschoten, Tomaten, Radieschen usw., verfeinert durch aromatische Kräuter – an heißen Tagen ohnehin die beste Mahlzeit. Wenn dennoch gern was warmes auf den Tisch gebracht werden soll – wie wäre es mit einem leichten Pastagericht? Selbst gemachte Tomatensoße mit viel Basilikum oder doch lieber mit Thunfisch und / oder Krabben? Ansonsten einfach an die Sommerfrüchte halten, bei Süßspeisen mit Kirschen, Johannisbeeren und Holunder herum experimentieren. 

Keine Ahnung was bei mir morgen auf den Tisch kommt. Gestern gab es jedenfalls bloß Spagetti mit Brokkoli und selbstgemachter Tomaten-Hollandaise. Vielleicht gebratenes Hühnchen mit Tomate-Mozzarella und Giabatta, dazu einen Dipp? Vermutlich jedenfalls irgendwas eher leichtes und schnelles. 

Wer nicht viel Zeit hat greift zu Met oder anderem süßen (Frucht-) Wein, einem Obstboden oder einem unkomplizierten Zitronenkuchen. Vor einer Weile bin ich übrigens (durch einen Tipp meiner Arbeitskollegin) bei LIDL ;D mal auf einen Zitronen-Likör gestoßen (Limoncello sahnig), der schmeckte göttlich und war einfach absolut Mittsommer! Schmeckte wie Zitronenkuchen mit Marzipan und Sahne, ein Traum! Getränkemäßig stehen natürlich generell Holundersachen hoch im Kurs (ob jetzt aus Blüten oder Beeren - und HUGO geht ja immer :-)), als auch immer noch Erdbeersekt. Generell spielt Holunder eine zentrale Rolle, ob nun als Gelee auf frischem Brot, frittierten Dolden oder wie auch immer.

Wie ich ja in den voran gegangenen Texten bereits erwähnt hatte ist momentan ein sehr guter Zeitabschnitt zur Segnung, Beschaffung und Aufladung von Steinen / Kristallen jeglicher Art. Insofern wäre es eine schöne Idee nun einen solchen neu zu erwerben (oder auch zu sammeln), mal in sich zu gehen, was man möchte und anstrebt und das Schätzchen dann dem jeweiligen Zweck / Wesen / einer Gottheit / zum Gelingen eines Vorhabens oder wie auch immer, zu weihen. Ich mag persönlich bemalte Steine sehr gern. Alternativ kann natürlich auch ein schöner Stein als Opfer bzw. zur Danksagung dar gebracht werden.

Da wir morgen mittag gegen 13.00h einen sog. Super-Vollmond haben bietet es sich sehr an Steine, Kräuter, magische Werkzeuge u.Ä. heute nacht in das kraftvolle Mondlicht zu legen.

Unseren Altar / Ritualplatz bestücken wir vielleicht nebst Steinen mit jahreszeitlichen Blumen, wie beispielsweise Margeriten (die ich sehr mag) – aber die Liste ist ja schier endlos lang. Dazu würde sehr gut ein weißes Tuch / eine Tischdecke passen (da dies die druidische Farbe des Mittsommers ist), ebenso weiße Kerzen, wie auch rote, gelbe und goldene.
Dazu Sonnensymbole, eine Schale mit Wasser, Muscheln, Strandsand aus dem letzten Urlaub, eine kleine Laterne – was Stimmung macht!

Bei mir ist es farblich dieses Jahr ein wenig anders ausgefallen, weil ich mich halt doch immer sehr auch vom Gefühl leiten lasse. Das erfaßt dann intuitiv die aktuelle Lebenslage, Bedürfnisse, Ziele... und schließt alles mit ein.
Bei mir also diesmal Hippie-Sommer-Feeling ^^ mit einem Hauch Mystik.


Aber womit können wir zaubern? Was paßt, was macht Sinn? Neben dem - immer wieder wichtigsten – persönlichen Empfinden, hier mal wieder einige Anregungen:
Basilikum unterstützt Heilarbeit, körperliche Kräftigung und kommt auch bei Liebeszaubern zum Einsatz. Lorbeer ist gut brauchbar zu Prophezeiungszwecken, Anrufung von Sonnengottheiten, zur Reinigung, Heilung und ebenfalls zum Vorantreiben von Erfolgsvorhaben. Zimt fügt sich prima in Liebesangelegenheiten, allem was mit Erotik & Leidenschaft zu tun hat, ebenso wie bei Wohlstandsmagie. Dill ist nützlich im Rahmen von Gegen- und Schutzzauber-Zeremonien, bei der (vor allem körperlichen) Reinigungsarbeit und wenn es allgemein um Vitalität geht. Und das Beste: Die Kräuter sind sicher in den meisten Küchenschränken bereits vorhanden!
Und nicht vergessen: Liebe geht ja auch durch den Magen. Wieso also nicht beim Kochen etwas Magie einstreuen (im wahrsten Sinne des Wortes)...?

Für den jahreszeitlichen Altar und überhaupt an Litha nicht zu vergessen wären außerdem Kamillen, Ringelblumen und Klee. Alle drei unterstützen Heilzauber, bringen Glück und Harmonie.

Dabei sollte man zusätzlich an die traditionellen 7-Kräuter-Sträußchen denken. „Meine Zusammenstellung“ besteht aus Rose, Beifuß, Johanniskraut, Lavendel, Kamille, Eisenkraut und Rosmarin. Wobei ich dazu sagen muss dass ich bisher nie wirklich ein Sträußchen gebunden, mir das aber wirklich fest für die Zukunft vorgenommen habe :-)
Vielleicht wird es ja nächstes Jahr was *räusper*
Bisher begnüge ich mich mit Zusammenstellung der Zutaten, die ich dann auf dem Altar oder draußen trockne, vermische und für spätere Gelegenheiten in ein Säckchen fülle. Dieses Jahr werd ich mich vermutlich sogar nur auf´s Räuchern beschränken.
Nebenbei bemerkt kann man meine Vorschläge sicherlich auch durch andere der hier genannten Zutaten ersetzen, einfach mal selber weiter recherchieren.

Geräuchert werden kann außerdem mit Patchouli, Melisse, Yasmin, Styrax,  Raute, Orangenblüte und / oder -Schale und rotem Sandelholz.

Alles was sich wie „mitten im Sommer“ anfühlt und das erwünschte Hochgefühl herauf beschwören kann ist herzlich Willkommen.

Ich werd Euch auf dem Laufenden halten was es bei mir dann morgen noch so gegeben hat. Wie feiert Ihr denn?

Freitag, 21. Juni 2013

Im Zeichen der SOMMER-SONNENWENDE

Die Mittsommer-Zeit hat viele Gesichter, die uns anlächeln und die Qualitäten des Sommers spiegeln. Sie sind vielschichtig und es lohnt sich bei jedem einzelnen einen kurzen Blick darauf zu werfen, um den Symbolgehalt zu entschlüsseln.


Wenn ich die Welt um mich herum betrachte treten insbesondere gelb, gold, rot und orange (die Farben der Sonne und des Feuers) besonders hervor, ebenfalls allerdings blau (erfrischendes Wasser) und grün (die fruchtbare Natur). Insofern würde ich diese verstärkt nutzen, was die Gestaltung meines Altares, der Kerzen, Tücher und Dekorationen angeht.
Ebenso sehr passen jedoch eigentlich alle bunten und strahlenden Farben, wie wir sie in der Blütenpracht dort draußen wieder finden.

Strohräder, Sonnen und Rosetten, auch voll geöffnete (Rosen)blüten eignen sich wundervoll um die Außenwelt in unser Heim oder evtl. sogar die Kleidung (oder als Accessoires) zu integrieren. Über meinem Altar hängt im Sommer seit letztem Jahr ein hübsches Besen- und Rosen-Pentagramm.

Kreise und Scheiben, Kreuze mit gleichlangen Armen, Augen und Schiffe sind ebenfalls sehr beliebt. Geradezu wie von selbst hat sich mein Gäste-WC im Zuge dessen in ein maritimes Kleinod verwandelt; mit Muscheln und Sand, Treibholz mit Möwen-Motiven und ähnlichem Schnickschnack. So ist das Leben: Um so mehr man mit weit offenen Sinnen durch die Welt geht, die Thematik an sich heran zieht, desto automatischer wird man auf die kleinen Dinge aufmerksam.
Und mein Altar soll natürlich morgen auch noch umdekoriert werden =)



Fackeln, Laternen und Lampions nehmen ihre Plätze in Gärten und auf Balkonen wie von selbst ein, erleuchten die lauen Sommernächte.

Ein Zeichen, das ich nicht so ohne weiteres mit den Aktivitäten der Sommersonnenwende in Verbindung gebracht hätte, ist das Yin/Yang. Schon im alten China nämlich stellte die Sonnenwend-Feier das Gleichgewicht des Jahres dar: weiblich und männlich treffen auf einander, Licht und Dunkel, Erde und Himmel usw. usf.

Hippies, Flower-Power, Love & Peace – was könnte sommerlicher sein als bunte, fließende Kleidung, Trommeln und Zimbel-Spiel auf Patchwork-Decken, neben schmackhaft gefüllten Picknick-Körben?
Apropos Flower-Power: Sonnenblumen, Farn und Gänseblümchen sind natürliche Materialien für die schönsten Deko-Ideen, die man ja natürlich mit Lederbändern, Stoffen ect. aufpeppen kann.

Aber gehen wir mal ein wenig tiefer in die Materie: Mit der Sonne assoziierte Tiere sind u. a. Katzen, Hähne (sie krähen ja nunmal bei Sonnenaufgang und weisen damit auf das Ende der nächtlichen Dunkelheit hin) und Stiere (kräftig, stark, fruchtbar = männlich).
Entsprechende Wesen aus anderen Ebenen, die ich mit Litha verbinde sind Einhörner, Nymphen (aber auch Nixen oder welche auch immer, jedenfalls Elementarwesen, die mit dem Wasser zu tun haben), Drachen und natürlich (immer wieder, diesmal die sommerlichen) Feen. Und natürlich der Frosch, die Kröte – der Froschkönig, als Vermittler und Botschafter.
Für mich gibt es nichts entspannenderes als an warmen Sommerabenden bei geöffneter Balkontüre schlafen zu gehen, wenn draußen der Teich
unserer Nachbarin plätschert und am liebsten noch die Frösche dazu im Chor quaken – herrlich!

Womöglich noch symbolträchtigere Tiere, die diesen Jahresabschnitt begleiten sind z. B. auch die Rehe und Hirsche, da sie ja mit den gehörnten Göttern (allen voran dem gälischen Cernunnos) stark verbunden sind.
Auch Freund Adler (der bei den Christen wohl wiederum mit dem heiligen Johannes assoziiert wurde), steht für königliches Geblüt und solare Kraft. Ich habe gelesen dass er das Totemtier des Mithras sein soll, sowie der Bote des Apollon und auch bei den Azteken die Macht der Sonne repräsentierte, welche die Schlange der Unterwelt verschlingt.

Ebenfalls Repräsentanten für Potenz, Fruchtbarkeit, Stärke und Schnelle (also alles sonnige Eigenschaften) sind die Pferde. Viele von ihnen werden gar in der Mythologie namentlich genannt. Da hätten wir Abraxas von Aurora, der Göttin der Morgenröte. Die Buchstaben seines Namens im Griechischen ergeben den Wert von 365 = Tage im Sonnenjahr. Der berühmte Sleipnir von Göttervater Odin hat acht Beine (die Zahl der stärker werdenden Sonne, der Jahreskreisfeste und noch etlichen mehr Bedeutungen). Man sagte ihm nach dass er sowohl über Land als auch über Wasser laufen könne. Und man denke nur an die Pferde der Amazonen.

Aber wir wollen auch den verhältnismäßig kleinen (gegenüber Pferden und Stieren) Specht nicht außer Acht lassen. Auch dieses Kerlchen steht für Fruchtbarkeit, ist für mich ein eher männliches Tier und – er kündet von herauf ziehenden Stürmen. Indem er seinen Schnabel in die Eichenrinde hämmert soll er den Sommerregen avisieren, oh ja :-)

Ferner – wo wir ja gerade von Eichenrinde sprachen – spielt diese an sich ja
schon eine beträchtliche Rolle. Also die Eiche mein ich natürlich. Sie wird seit Alters her mit den Donnergöttern (Thor, Donar, Taranis, Dagda usw.) in Verbindung gebracht, was u. a. darin begründet liegt dass diese mehr Bitze anziehen als jeder andere Baum. Logisch dass sie Thor zugeschrieben wird.
Überdies gibt es zu diesem heiligen Gehölz noch weitere Geschichten. Zum Einen handelt es sich hierbei um ein männliches Holz, die Linde hingegen (als Beispiel) ist weiblich. Freilich trifft dies und vor allem außerdem auf den Holunderstrauch zu, darüber brauchen wir glaub ich gar nicht zu sprechen. Der wiederum kann aber ja (z. B. im rituellen Gebrauch) kaum verwendet werden, da der Hollerstrauch keinesfalls beschädigt oder verletzt werden darf.

Ungeachtet all dessen ist die vermutlich wichtigste Info hierzu, in Verbindung mit der Sommersonnenwende, der Bezug zum Eichenkönig. Der wiederum herrscht über das zunehmende Jahr von Jul bis Mittsommer. Bei dieser Gelegenheit wird er dann vom Stechpalmenkönig abgelöst, der seinerseits Schirmherr über die abnehmende Jahreshälfte sein wird.

Im Prinzip geht es dabei um die archetypische und immer wieder kehrende Geschichte zwischen Licht und Dunkelheit. Häufig werden jene Gegensätzlichkeiten durch Helden und Drachen versinnbildlicht, gerne auch als Zwillinge oder einfach Brüder. Praktisch gesehen somit Himmel vrs. Unterwelt, Sommer gegen Winter ect.

An diesem Punkt erneut ein hübscher Querverweis in Richtung Christentum: Jul feiert die Geburt von Jesus Christus, Litha die von Johannes – also eine weitere Variante der „rivalisierenden“ „Brüder“...
Schluß endlich jedoch wandelte der Mythos sich durch die Christianisierung total: Der strahlende Held tötet den Drachen (als Symbol für das Heidentum) endgültig.
Aber da haben sie sich wohl geschnitten, was? ;-)

Mir selber ist ja heute nicht so nach feiern. Heute vormittag waren wir einkaufen, die Migräne von gestern ist zurück gekehrt, heute abend kommt noch die Tierärztin auf einen Hausbesuch für unsere Shiva und außerdem stürmt es draußen, ist duster...

Aber ganz egal ob Ihr heute feiert oder erst zum Vollmond am Sonntag, ich wünsche Euch von Herzen ein wundervolles Fest und eine fruchtbare Zeit voller Segen und Glück!

Mittwoch, 19. Juni 2013

Alte Bräuche und neue Ideen zu ALBAN HERUIN

Whow, also momentan kann ich über fehlende Hitze oder Sonnenschein zur Sommersonnenwende weiß Gott nicht mehr klagen!
Seit gestern ist es heiß und schwül, die Luft steht, richtiges Kreislaufwetter. Wir hatten hier glaub ich 33°C, für heute sind sogar 39 angesagt, puh...
Ich merke es jedenfalls deutlich.
Nicht dass wir uns falsch verstehen, ich will mich ja nicht beschweren dass endlich der Sommer eingekehrt ist. Aber doch mal wieder ein wenig plötzlich und etwas zuviel des Guten. Ohne die Extreme geht hier anscheinend gar nix ;-) Also verschanze ich mich im abgedunkelten Wohnzimmer, weil es in der unteren Etage bei uns derzeit wenigstens einigermaßen erträglich ist. Gestern war ich den ganzen Tag draußen auf der Terrasse, heute ginge das erstmal gar nicht. So schreibe ich ein wenig und gegen abend geht´s dann wieder raus.

Da die Sonne nun im Mittelpunkt sämtlicher (magischer sowie ja auch der Freizeit-) Aktivitäten steht und bei allem mit einbezogen wird, sind die Möglichkeiten am Mittsommer-Tag eigentlich so gut wie unerschöpflich. Ganz traditionell betrachtet werden wir die entsprechenden Zeremonien womöglich in der Mittagszeit durchführen, wenn Gevatter Sonne beim Tagesdurchlauf seinen höchsten Stand erreicht hat. Aber jeder wie er mag und Zeit und Kreislauf :-P hat.

Grundsätzlich wäre es auch schön einen ganzen Tag der Sommersonnenwende zu widmen, indem wir beispielsweise schon morgens das Haus verlassen, einen persönlichen Kraftort aufsuchen, um eben die eigenen Kräfte auf zu tanken und uns energetisch aufzuladen. Auf dem Weg dorthin oder wieder zurück bietet es sich an einige Kräuter zu sammeln, oder auch Eichenholz, welche wir später weihen und für unsere magischen Zwecke nutzen können.

Auch ist es ein hübscher Brauch Münzen, Schmuckstücke, Blumen oder was auch immer als Opfergaben in Brunnen oder fließende Gewässer zu werfen. Während dessen kann man sich dann etwas wünschen. Ob nun in Sachen Heilung, persönliche Wünsche, eine Bannung – einfach alles wozu wir die Macht der Sonne in Kombination mit dem lebensspendenden Wasser nutzen möchten.

Zurück daheim würde ich eine Kanne mit Heilsteinwasser nach draußen in die Sonne stellen, um es an diesem besonderen Tag mit den speziellen Energien anzufüllen und dann, evtl. im Rahmen eines rituellen Aktes, zu verzehren. Das kann man dann auch gleich mit all seinen Heilsteinen und Kristallen machen. Erst reinigen (am besten mit ein wenig Salz oder Kräuterseife, dann unter fließendem Wasser abspülen), anschließend im prallen Sonnenlicht trocknen lassen und später am besten direkt noch für die angestrebten Ziele programmieren bzw. drüber meditieren.

Wenn wir uns nun hinsetzen und die Süße des Lebens genießen, wie es sich zur Sommerzeit gehört, ist ein guter Augenblick gekommen einmal Bilanz über den Verlauf der ersten Jahreshälfte zu ziehen. Müssen evtl. Kursänderungen für die zweite Hälfte geplant werden? Was sollte vielleicht geändert werden, was ist genau nach Wunsch verlaufen? Womöglich haben einige bereits ein hübsches Notizbuch zu diesem Zwecke angelegt, in dem zu allen acht Stationen im Jahreskreis jeweils themen-mäßig entsprechende Aufzeichnungen eingetragen werden. Wenn nicht wäre es doch eine sehr hübsche Idee, oder nicht? Für welches Neue möchten wir uns ggf. öffnen, was noch ausprobieren? 
Ich überlege ja gerade spontan ob ich nicht zukünftig mein bisher jungfräuliches Scrap-Book zu diesem Zweck nutzen könnte...? 

Des weiteren ist eine günstige Gelegenheit um die Segnungen zu erbitten, die wir in unser Leben ziehen möchten. Insbesondere wenn es dabei um Themen wie die Ehe, Mutterschaft, bevorstehende Ernte (innerlich als auch äußerlich), sowie Heilung oder nötigen Geldsegen handelt.

Da wir für den Abend vermutlich ein Picknick oder Barbecue geplant haben, sind sicher noch einige Vorbereitungen zu treffen. Was haben wir vor? Ganz einfach: Wir feiern was wir bisher erreicht haben, mit welchen Talenten wir bedacht wurden und zollen unserer eigenen Tatkraft in der äußeren Welt die gebührende Anerkennung!

Viele nehmen sich vor die Nacht wie in alten Zeiten durch zu machen. Langeweile wird sicher nicht aufkommen, es gibt viel zu tun :-)
Das Vorabendprogramm füllen wir einfach mit Wahrsagerei. Kartenlegen, Traumdeutung und Handlesen stehen hoch im Kurs. Es folgen ein mehr oder weniger üppiges Mahl, vorzugsweise im Freien, mit Musik und Opfergaben auf großen Steinen oder Altären (eine Niesche auf der Terasse tut´s aber auch). Wenn wir nun unser individuelles Freudenfeuer entzünden (sei es in einem Kessel, Grill, einer Laterne oder ganz schlicht bestehend aus einer Ansammlung mehrerer Kerzen) sollten wir vorab schon einige Dinge im Hinterkopf haben: Beispielsweise ist es üblich ein Beutelchen mit sieben verschiedenen, traditionellen Kräutern zu befüllen und in die Flammen zu werfen. Eventuelle Sorgen oder alles, was nicht mehr willkommen ist, wird symbolisch darin eingeschlossen und dem reinigenden Feuer überantwortet. Ebenso können ausgediente, beschädigte oder sonst wie unbrauchbare (magische) Utensilien und Bücher in das Feuer geworfen werden. Dies ist eine respektvolle Art und Weise der Entsorgung, selbst wenn es sich dabei um Statuen, Rosenkränze oder ähnlich bedeutungs-schwangere Dinge handelt. 
Talismane, die zu vergangenen Festen gefertigt wurden oder Wunschzettel u.Ä., die schon länger darauf warten frei gesetzt zu werden, werden auch dem Feuer übergeben. 

Es folgen die geplanten (oder auch spontanen) Rituale für Heilungen und / oder Wohlstandsmagie. Um hier mal nur im kleinsten Maße eine Anregung zu liefern, können z.B. Kerzenzauber durchgeführt werden, mit gelben, orangenen oder goldenen Kerzen, Steinen, Kräuterölen und Wasser. Natürlich ist das Ganze ausbaufähig und ohnehin – wie immer, eine sehr persönliche Sache von Vorlieben und Vorstellungen. 

Ist das Feuer erloschen und die Asche abgekühlt, sollte diese eingesammelt und gut aufbewahrt werden. Sie hat schützende und magische Eigenschaften, wodurch sie im Laufe des Jahres immer wieder prima für die Fertigung von Glücksbringern u.Ä. Verwendung finden kann.

Außerdem habe ich gehört dass Athenes Geburtstag am ersten Neumond nach der Sommersonnenwende gefeiert worden sein soll. Sie weist angeblich solare Eigenschaften auf und kann außerdem um fruchtbaren Regen für die Saat gebeten werden. Ihre übrigen oder besser gesagt eigentlichen Aspekte sind sicherlich ein eigenes und sehr großes Thema, weswegen ich das an der Stelle jetzt nicht vertiefen möchte.

Viel Spaß also beim sonnigen Treiben und einer magischen Nacht!

Wie aktiv ich selber sein werde hängt vermutlich u.a. davon ab wie das Wetter so ist, wozu ich also in der Lage sein werde ;-))


Samstag, 15. Juni 2013

Woher kommt eigentlich MITTSOMMER?

Den meisten Leuten heut zu Tage ist ja "Midsommar" nur noch durch IKEA ein Begriff ;-) Aber natürlich ist Möbel beim blau-gelben Schweden zu kaufen nicht Sinn und Zweck dieses Festes und hat auch eigentlich mit seiner ursprünglichen Bestimmung nichts zu tun.

Bereits vor ca. 8.000 Jahren wurden Steinkreise wie Stonehenge erbaut, um die Position der aufgehenden Sonne zur Zeit der Sommersonnenwende anzuzeigen. Die lateinische Bezeichnung hierfür; „Äquinoktikum“ bedeutet soviel wie „die Sonne steht still“. Dies scheint auch so ungefähr hin zu kommen, da sie tatsächlich zu dieser Zeit augenscheinlich fast am gleichen Ort auf- und unter geht.

Die Sommersonnenwende wird traditionell am 21. Juni gefeiert, kann allerdings auch kurz davor oder danach stattfinden. Die Druiden nannten es „Alban Heruin“ = „Licht am Ufer“ oder auch Eichenfest. Es war dies die Zeit im Jahr, zu der sie u. a. ihre Mistel-Beeren für magische und Heil-Zwecke sammelten, sowie Feuer aus Eichenholz entzündeten.

Bei den Angelsachsen hieß der Juni „Aerra Litha“, also „vor Litha“ und der Juli „Aeftera Litha“ (nach Litha), was wiederum zeigt welche bedeutende Rolle dieses Ereignis für die Menschen damals darstellte.

Dem gälischen Donnergott Taranis wurde gehuldigt, dessen Symbole das Sonnenrad und der Blitzstrahl sein sollen (ebenso jedoch die Harfe, wie ich aus zuverlässiger Quelle erfuhr ;), aber auch zahlreichen anderen Gottheiten. Natürlich hauptsächlich Sonnengöttern wie Apollon, Ra und Helios. Dann jene, die ebenfalls den Sonnen-Aspekten zugeordnet werden, wie Bastet, Sol oder Sul Minerva (die sowohl über Heilquellen, als auch das Element Feuer gebietet) und Dian Cécht, der irische Arzt der Götter.

Mit der Christianisierung jedoch wurde aus Litha und den heidnischen Feierlichkeiten zur Sommersonnenwende das Fest des heiligen Johannes (des Täufers, der ein älterer Cousin von Jesus gewesen sein soll) gemacht, das nun am 24. Juni stattfindet = Johannistag. Außerdem wird vom 23. auf den 24. die Johannisnacht gefeiert, der ebenfalls zahllose magische Eigenschaften nachgesagt werden. 
 
Auch die sog. Baal-Feuer (ein kanaanitischer Sturmgott mit einer Axt) wurden umbenannt und hießen fortan Johannis-Feuer (wie passend, da Jesus Johannes als ein brennendes und leuchtendes Licht bezeichnet haben soll).

Vor keinem der heidnischen Gottheiten wurde Halt gemacht: So wurde die georgische Sonnengöttin Barbale, deren Name in Verbindung steht mit den Worten für Rad, Kreis und Feuer, kurzerhand von den Christen in die heilige Barbara umfunktioniert.

Nichts desto trotz blieben Sinn und Zweck der Sonnenwend-Feiern erhalten und auch heute noch erkennen wir, wenn wir nur aufmerksam genug hinschauen, worum es im Kern der Sache geht.

Donnerstag, 13. Juni 2013

Erste Worte zu LITHA

Angesichts der aktuellen Lage in Deutschland, also dass wir teilweise Jahrhundert-Hochwasser, Katastrophen und Dauerregen zu vermelden haben - mag man es kaum glauben. Beinahe scheint es mir unpassend dieses Thema überhaupt schon anzusprechen, es ist einfach so surreal irgendwie. Dazu kommt ja noch der wahnsinnig lange Winter; Sonne und Vegetation scheinen ja fast erst seit Kürzestem (wo es überhaupt der Fall ist) überhaupt aus ihrem Winterschlaf erwacht zu sein.

Ich persönlich kann mich ehrlich gesagt nicht beschweren, denn bei uns hier war´s schon richtig prächtig warm und wo anderen Ortes Unwetter toben, da haben wir höchstens grauen Himmel und Nieselregen. Den Göttern sei´s gedankt!

Dennoch: Mitte / Ende Juni ist die Sonne auf dem Höhepunkt ihrer Kraft angelangt. Wir feiern die Sommersonnenwende, also den längsten Tag und gleichzeitig die kürzeste Nacht, wonach die Tage an sich schon wieder kürzer werden (hallo?!). Das Fest markiert somit schon DEN Wendepunkt im Jahreskreislauf (vermutlich kommt bald die Zeit, wo auch unser "offizieller" Jahreskreiskalender sich dem Klimawandel anpassen muss). Da die Natur nun hoch schwanger ist und alles in voller Frucht steht (in der Tat ist das bei uns hier in der Gegend der Fall - ich kann mich gar nicht satt sehen und entdecke jeden Tag auf´s Neue mehr Grün und bunte Farbenpracht), erlangen zu dieser Zeit auch die Kristalle, Steine, Kräuter und Früchte jeglicher Art ihre meiste Kraft. Der Einfluss der Sonne gilt jetzt als schützend, heilend, inspirierend, stärkend und belebend. Die entsprechenden Themen für diesen Jahresabschnitt sind somit Vollendung, Ganzheit und Fülle.

Die vielen Feierlichkeiten, welche im früher sog. Rosenmonat oder keltisch auch Pferdemonat stattfinden, werden eigentlich also in lauen Sommernächten von Grillengesang begleitet. Den Vollmond unmittelbar vor oder nach der Sonnenwende bezeichnen wir als Erdbeermond. Wie die Sonne scheint er in die Welt des Tageslichts. Beide stärken nun auch das innere Licht und das Bewußtsein.

Derweil befruchten Regen und Gewitter die Erdgöttin, wenn die Himmels- und Donnergötter mit ihrem Gebrüll und den zuckenden Blitzen die Äxte schwingen. Sie senden uns die kraftvollen Unwetter, die wir an den schwül-warmen Sommertagen benötigen. Dieses Jahr natürlich weit mehr davon, als gewünscht oder überhaupt nur gebraucht...

Dies ist die Stimmung von Litha, dem Fest der größten Freude und Sorglosigkeit. Oder zumindest sollte es so sein.