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Dienstag, 7. April 2020

Im Wald ist die Welt noch in Ordnung

Wenn ich merke, dass ich mich nicht mehr konzentrieren kann, die Motivation sich nicht einstellen mag oder einfach alles zu viel wird, dann zieht es mich nach draußen. Am liebsten würde ich in diesen Momenten alles stehen und liegen lassen. Einfach die Laufschuhe überstreifen, das Handy (meine Musik) schnappen und raus rennen. 

Gerade jetzt im Frühling ist es besonders intensiv. Nach der langen dunklen Jahreszeit beobachten, riechen und fühlen zu können wie das Leben in die Natur zurück kehrt, das ist überwältigend. Jedes Mal entdecke ich mehr Grün. Die Sonne scheint auf mich herab und im Wechsel mit dem Schattenspiel kommt es mir vor als wäre ich in einer ganz anderen Welt. Unter meinen Füßen abwechselnd weiches Moos, staubiger Sand, fest getretene Erde, harte Stöcke und Steine, Kuhlen und Hügel. Dann fühle ich mich selbst lebendig.


Wer mit offenen Augen durch Wald und Wiesen streift, der wird viel entdecken und mitnehmen dürfen. Neuerdings begleiten mich Schmetterlinge auf meinem Weg, schweben mir voraus, flattern fröhlich bunt an mir vorüber. Gestern trudelten viele Hummeln herum. Auch Rehen begegne ich in der letzten Zeit häufiger. Vor Kurzem habe ich sogar das erste Mal überhaupt in freier Wildbahn einen Fuchs gesehen. Wie ein Kind habe ich gestaunt, es war so aufregend. Sicherlich war der alte Hühnerdieb auf der Suche nach Beute. Ein wunderschönes Erlebnis, von dem ich noch Stunden und Tage zehren konnte. Insbesondere weil die Füchsin seit einigen Jahren zu meinen persönlichen Krafttieren zählt. Sie ist schlau und anpassungsfähig, nimmt sich was  sie braucht.  Sie beobachtet, bevor sie handelt und verlässt sich auf ihr feines Gespür. Eine trickreiche Diva, verspielt und doch stets auf der Hut. Für ihre Jungen gibt sie alles. Ich liebe Füchse.


Mein Herz schlägt höher und richtig schnell in solchen Momenten. Abgesehen vom Puls, der ohnehin schon durch das Laufen beschleunigt ist, meine ich. Nach einigen Minuten komme ich in einen Flow, wird mein Kopf ganz leer - im positiven Sinne und ich fühle mich frei. Gereinigt, unbeschwert. Die körperliche Anstrengung, mein Atem, der Meter vor mir, die Welt um mich herum. Alles löst sich auf und verschmilzt gleichzeitig. Ich werde eins mit mir selbst und dem Leben, in dessen pulsierender Mitte ich unterwegs bin. Sorgen, Pflichten, Abgabetermine sind für eine Weile vollkommen vergessen. Dann kann ich endlich einmal wirklich loslassen. Die ganze Last fällt ab.

Nicht umsonst kam der Begriff des Waldbadens vor einer Weile auch hier zu Lande in Mode. Spazieren am Strand, Wandern in den Bergen, Gassigehen mit dem Hund in heimischen Feldern, Schwimmen im kalten See. Egal wo oder wie wir die Natur unmittelbar erleben; wenn wir tief darin eintauchen wird deutlich, wie stark wir in ihr verankert sind und wo unsere wahren Wurzeln liegen. Wir sagen, dass wir uns die Gedanken mal ordentlich durchpusten lassen müssen und da ist was dran. Nichts sortiert das Getümmel in meinem Kopf so gut, wie eine Stunde da draußen. Es ist die Kombination von Auspowern und Freiluft. Sechzig Minuten auf dem Laufband im Fitnessstudio tun mir auch gut. Aber es ist nicht dasselbe.

Vor mir im Regal in meinem Homeoffice steht ein Schwarz-Weiß-Foto. Meine Freundin D. hat es im Wald aufgenommen, gerahmt und mir zum letzen Geburtstag geschenkt. Es zeigt einfach nur wie die Sonne durch die Baumwipfel fällt und den schattigen, dicht bewachsenen Boden. Mehr nicht. Aber auch nicht weniger. Wenn meine Augen dorthin wandern, dann verspüre ich einen Sog. Der Anblick fesselt mich sofort. Ein sehr ursprünglicher Teil in mir wird angesprochen, der auf die Wälder reagiert. D. meinte, dass es sie an jenes Bild erinnert hätte, das bei uns im Schlafzimmer über dem Bett hängt. Ebenfalls eine Schwarz-Weiß-Aufnahme. Ebenfalls vom Wald. Mich erinnert es auch daran.

Dazu gibt es eine Geschichte. Jahrelang blieb besagte Wand über unserem Bett kahl und leer. Was mich störte. Meinen Mann nicht. Ich wollte etwas Besonderes dort hängen haben. Allerdings wusste ich nicht wirklich was für ein Motiv es eigentlich sein sollte. Es passierte ewig nichts. Eines Tages, ich hatte den Gedanken an ein Bild für diese große Wand schon beinahe aufgegeben, waren wir in einem Möbelhaus unterwegs. Aus einem ganz anderen Grund. Als wir jedenfalls alles beisammen hatten und in Richtung Kasse wollten, sah ich diese lange, horizontale Leinwand in der Ausstellung hängen. Und es war sofort um mich geschehen. Ich stand da und war ganz gefesselt. Ich verspürte eben jenen Sog. Ein Gefühl, eine Erinnerung, ein leiser Ruf in meinem Herzen. Da wusste ich, dass ich gefunden hatte, worunter ich abends einschlafen wollte. Wir nahmen es mit, hängten es auf und ich sagte: Dieses Bild gibt mir Frieden. Ich nenne es meinen Märchenwald, Zauberwald, magischen Wald. Dort herrscht auf immer Nebel. In meinen Träumen bin ich nachts schon häufig hindurch gewandelt. Habe ihn als Vorlage für Meditationen genutzt. 

Wälder üben seit je her eine starke Faszination und Anziehung auf die Menschen aus. Sie sind wild und ursprünglich, man kann sich in ihnen verirren. Überall huschen vor den Blicken verborgene Tiere und es herrscht ein unverwechselbarer, charakteristischer Duft, wie sonst nirgends. In so gut wie jedem alt überlieferten Märchen spielt der Wald eine zentrale Rolle. Ein Ort für Initiationen und Heldenreisen, um den eigenen Schatten, lauernden Gefahren und Gespenstern zu begegnen. Als bedrohlich galten die Wälder, nur die Mutigsten trieben sich dort herum oder die Seltsamen, Unangepassten. Wer genau hinschaut, der sieht noch heute in die lächelnden Gesichter von Baumgeistern, entdeckt Feenkreise aus Pilzen, Steinen oder Blumen und dieses kräftige, ewig währende, ausdrucksstarke, übermächtige, heilkräftige Grün. 

Wir finden besondere Geschenke auf einer kleinen Pilgerreise durch den Wald. Kraftgegenstände, Talismane. Wer bittet, dem wird gegeben werden. In den ersten Wochen der Corona-Krise, als die Angst mich völlig schockstarr machte, hielt ich mich fest an diesem Mantra: Please guide me, please lead me, please show me the way. Ich ging mit so vielen Fragen da hinaus und kam mit einfachen, aber eindrücklichen Antworten zurück: Mit Signalen und Wegweisern der Hoffnung. So fand ich zu meinen Füßen ein Hölzchen in der Form der Rune Algiz, die mir persönlich sehr viel bedeutet. Was für ein ausführliches Statement das war! Ein überaus mächtiges Symbol, das seit Alters her mit Schutz in Verbindung gebracht wird. Sogar dafür einsteht, wie kaum ein anderes Schriftzeichen. Auch für mich bedeutet Algiz absoluten Schutz. Aber darüber hinaus noch so viel mehr. Algiz macht Mut. Es bedeutet ganz und gar im Augenblick präsent zu sein. Fest mit den Beinen auf dem Boden der Tatsachen zu stehen und den Kopf hoch aufgerichtet zu den Wolken. Denn nur wenn man voll da ist und die Gesamtsituation klar überblicken kann, ist man wirklich handlungsfähig und in der Lage, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Nur wer ganz in seiner Mitte ruht und versteht, was vor sich geht, kann sich schützen. Deshalb ist Algiz eine Rune der Selbstbestimmung und Eigenverantwortung. Sie sagt: Du bist sicher und geschützt. Passe Du  gut auf Dich auf und gib auf Dich selber acht. Sieh genau hin, was vor sich geht. Algiz ist mächtig. Du hast Macht. Du kannst Einfluss nehmen. Du kannst einwirken. Steh aufrecht. Sei stark. Sieh den Tatsachen ins Gesicht. Schütze Dich selbst, dann schütze ich Dich. Dann bist Du geschützt.


Ich probierte von diesem Tag an bei jedem Lauf einen anderen Weg aus. Lief keine zweimal hintereinander dieselbe Strecke. Ich wollte etwas Neues entdecken. In der Bemühung um Orientierung, um mich nicht zu verirren, fand ich zu mir und gelangte immer wieder sicher ans Ziel. Ich sah noch unzählige Algiz aus Stöckchen und Rinde. Die meisten von ihnen waren viel detailgetreuer gewesen als mein erstes. Aber dieses eine, das habe ich behalten. Ich bückte mich und hob es auf. Seitdem steht es bei meiner Kraftkerze auf dem Hausaltar. Als Wegweiser. Als Erinnerung an mich, dass ich mich nicht verlaufen werde. Dass ich begleitet bin und geführt. Dass ich es schaffen werde. Vielleicht auf Umwegen und unvorhergesehenen Pfaden. Aber wenn ich den Mut nicht verliere, gut aufpasse und meinem Instinkt folge, dann werde ich nicht fehl gehen. Dann komme ich wieder an und am Ende wird es gut. Und wenn es nicht gut ist, dann ist es nicht das Ende, wie die Silberweide immer so schön sagt.

Seit her jedenfalls weiß ich, wenn ich da draußen unterwegs bin und einmal mehr eine neue Abzweigung wähle, da plötzlich irgendwo ein Algiz liegt oder auch mehrere hintereinander, dass ich dieser Strecke ruhig weiter folgen kann. Weil sie mich letztlich wieder sicher nach Hause führen wird. Darauf kann ich mich verlassen. So hat der Wald mich seine eigene Lektion in Vertrauen gelehrt.

Es gibt auch einen Weg heraus aus dieser Krise. Vielleicht habe ich das im Wald begriffen. Vielleicht auch als ich durchs Fenster oder vom Balkon aus das niedliche Eichhörnchen im Garten der Nachbarin beobachtete. Denn das erinnert  mich ebenfalls an etwas. Das possierliche Tierchen hat seine ganz eigene Weisheit. Wie es sich ungestüm und lebenslustig von einem Ast zum anderen wieselt, um in der Tanne neben der Hütte genüsslich irgendwelche Zapfen zu mampfen. Es sagt: Sei flink und sorge vor. Sorge gut für Dich. Aber sorge Dich nicht. Handle einfach vorausschauend. Springe von Gelegenheit zu Gelegenheit, von Tag zu Tag. Du wirst immer wieder Halt finden. Wirst Gaben und Geschenke entdecken. Vielleicht musst Du Dich ein wenig anstrengen, beweglich und flexibel bleiben. Aber Du kommst schon durch. Bleibe wendig, bleibe lebendig. Es mag seine Zeit brauchen und nur in kleinen Schritten voran gehen, aber es geht immer weiter.


Samstag, 16. Juli 2016

Am blauen See

Vorgestern war´s mal wieder an der Zeit ein wenig frische Luft zu schnappen. Mein Mann hatte eine Verabredung in Dorsten und so ließ ich mich von ihm am blauen See absetzen. Einfach eine Runde drum herum spazieren, die Natur genießen, den Wind durch´s Hirn pusten lassen und hübsche Eindrücke mit der Camera festhalten. 
Da ich im Moment nicht so viel schreiben kann (Irgendwas stimmt mit meiner rechten Hand nicht. Der Schmerz fing vor vier Tagen im Daumen an, zieht jetzt aber schon durch das Handgelenk und bis hinauf in den Unterarm. Da werd ich wohl am Montag mal mit zum Arzt müssen. Vielleicht eine Sehnenscheidenentzündung oder sowas...) lasse ich einfach die Bilder sprechen. Vielleicht habt Ihr ja auch grad Lust auf ein wenig Erholung am Wasser.


Ist das nicht idyllisch?


Seen haben für mich immer schon so eine ganz eigene Faszination gehabt...
Die Ruhe, das Wasser, die Bäume drum herum.
Ich finde da fühlt man sich ganz schnell irgendwie angekommen.
Ihr wisst ja, ein Klick aufs Bild zeigt es Euch in voller Größe.


Da mit ´nem kleinen Böötchen drauf schippern, das wär´s noch.


Was man da so alles entdeckt, wenn man genau hinschaut.
Ganz viele Insektenhotels habe ich gesehen,
Bäume, die wie Göttinnen geformt sind oder auch wie Frauen
mit gespreizten Beinen. Hier ist Mutter Natur überall zu finden.
 

Hier müsst Ihr auch wieder groß klicken, zum Gucken.
Aus den Naturfotos Collagen zu basteln macht mir einfach Spaß.
Das hab ich schon ewig nicht mehr getan.
Um den kompletten See führt ein Weg, so dass man ihn ganz
umrunden kann. Obwohl er bei uns in der Nähe liegt fühlt es sich an
wie ein kleiner Ausflug.
Schwirrende Mücken, Wind in den Bäumen und auf der Wasseroberfläche,
etliche Gerüche, die sich vermischen. Es riecht feucht, an manchen
Stellen nach Moder und nassem Holz. An anderen Stellen riecht man all
die Büsche, Sträucher und Blüten, die jetzt mitten im Sommer blühen.


Überall wachsen wilde Beeren, insbesondere die dornige Brombeere
hat sich ausgebreitet und wuchert rund um das Gewässer.
Deshalb begegnen uns dort auch die freundlichen, fleißigen
Bienchen, hübsche bunte Schmetterlinge oder die gemächlichen Hummelchen.
Abgesehen von dieser wäldlichen Idylle gibt es allerdings auch
zugewucherte Rohre und Installationen von den Wasserwerken.
Die stören aber nicht allzu sehr, da sie nur auf einem Teil der Strecke
anzutreffen sind.    


So hübsch ist es direkt neben einem Trafo-Häuschen der RWW...


Die Wege sind grün und voller Leben.
Man kann durch jedes Dickicht, jeden Busch und alle Bäume
immer auf den See spähen oder gleich zum Ufer runter schlüpfen.
Beim nächsten Mal werde ich definitiv Brot für die Enten mitnehmen.
Daran hatte ich diesmal leider gar nicht gedacht.

   
Auf der anderen Seite des Sees (von dem Punkt aus gesehen,
wo ich los gegangen war) traf ich auf einen ganz tollen Ausguck.
Genau darunter saßen die ganzen Entchen, plantschten 
oder schipperten vor mir her.
Man hat leider genau gesehen dass sie es auf ein paar Leckereien
abgesehen hatten, die ich ja nun nicht dabei gehabt habe...  
  

Ich weiß nicht wie es Euch geht, aber meinen Augen tut es gut
aufs Wasser zu blicken. In die Ferne zu schweifen, mich treiben
zu lassen und einfach mit allen Sinnen voll im Hier und Jetzt zu sein...  


Schön dass die Tierchen hier so ein mehr oder weniger ruhiges Plätzchen haben.


Obligatorisches Selfie am See ;)  
 

An diese zwei super niedlichen Küken konnte ich leider nicht näher 
ran gehen. Ich wollte ihnen ja keine Angst machen.
Auch die Angler bei einem Blick durch die Büsche zu erspähen
fand ich ganz witzig.
Und seht Ihr den geheimen Durchgang in die Anderswelt...?


Stille 



An der Stelle war ich runter zum Ufer gegangen, wo ich vollkommen
ungestört eine Weile stehen konnte. Meine Füße berührten beinahe
das Wasser und es war dort irgendwie besonders ruhig.
Das Bildchen unten rechts zeigt einen besonderen Ort.
Dort hatte ich das große Glück einen Bussard beobachten zu dürfen,
wie er sich gerade eine Ratte gefangen hatte und mit ihr davon flog.
Majestätisch sah er aus, wunderschön und Ehrfurcht gebietend.
Leider bekam ich nicht die Gelegenheit diese Szene festzuhalten,
dafür ging es viel zu schnell von statten. 

Ich denke der Bussard als Botentier wollte mich einmal mehr darauf hinweisen (vor ein paar Monaten waren sie mir ja bereits schon zu Haufe begegnet), dass ich nicht in alten Gewohnheiten und Verhaltensmustern stecken bleiben darf. Alte Ängste, Ballast, Reaktionen, inneres Kind usw. usf. Statt dessen soll ich mein Leben aus der Vogelperspektive betrachten. Bestimmte Momente, schicksalhafte Szenen, Alltägliches, Wiederkehrendes und auch solche Angelegenheiten, die ich nur mit Abstand und Klarheit betrachten oder lösen kann. Dann werde ich wissen wohin die Reise geht. Vieles verstehen und womöglich auch auflösen. Genau hinschauen, aber eben nicht so direkt bzw. aus der Nähe betrachtet, sondern quasi von oben. Nur dann gelingt es vielleicht auch Zusammenhänge zu erkennen, das große Ganze eben. Soviel mal dazu.

 
Im Anschluß an meinen Spaziergang ließ ich mich auf der Terrasse
des Restaurants El Tori nieder. Das hatte schon was von Urlaubsfeeling.
Dort genoss ich einen Latte Machhiato und zum ersten Mal überhaupt
einen Palatschinken. Ich hatte nach Kuchen gefragt und weil keiner
da war wurde mir das empfohlen. Ist wirklich gut gewesen ^^  


Mein Mann hat mich dann eingesammelt und wir sind noch 
zu den  Bekannten in den Garten gefahren.
Ich wußte gar nicht dass sie Kois haben. Die waren vielleicht toll!
Die hab ich erstmal gestreichelt und mich von ihnen anknabbern lassen, hihi.
Natürlich haben sie auch Leckerchen von mir bekommen.
Wußtet Ihr übrigens dass die in Japan für Glück und Wohlstand stehen?
Beides sollen sie ihren Besitzern nämlich bringen.
Sie werden bei guter Gesundheit ca. 90 Jahre alt, Wahnsinn.

In den nächsten Tagen wollte ich Euch noch ein tolles Buch über heimische Heilkräuter vorstellen und etwas zum Thema Glücksbringer schreiben. Aber erstmal waren die Fotos dran. Jetzt gibt es ein frühes Hugochen und DVDs mit Schatzi. Macht es gut, Ihr Lieben und habt ein schönes Wochenende!

Mittwoch, 8. Juni 2016

Die Ausflugs-Saison ist eingeläutet

Am Wochenende war mein Mann mit seinen Fußballjungs zur Abschlußfahrt und ich meines Zeichens folglich Strohwitwe von Freitag bis Sonntag. Insofern war bereits schon ziemlich früh in diesem Jahr geplant worden, dass wir diese Zeit bei mir zuhause für uns nutzen könnten. Also die Mädelsgang und ich. Samstag vormittag stand ich somit bei anhaltend sommerlichtstem Wetter (die üblen Gewitter zwischendurch lassen wir mal getrost bei Seite) in luftiger Klammotte parat. > Ash < und > Trish < sammelten mich gegen  elf glaub ich zum späten Frühstück bei Ana ein. Welches mal wieder üppig wie köstlich ausgefallen war, klarer Fall. Danach wurde auch gar nicht lang rum gelungert, sondern wir hatten entschieden einen Rosengarten mit keltischem Cafe und englischem Laden hinter der holländischen Grenze zu besuchen. Von Ana aus war das nur eine viertel Stunde Fahrt, wirklich angenehm.

Rosenhaege Living Gardens. Wie der Name schon verrät wird einem Fan der Königin unter den Blumen dort keinesfalls zu viel versprochen. Es gibt eine riesige Auswahl an Rosenstöcken, die zum Einzelpreis von 25€ erstanden werden können. Für Gartenfreunde ein unbedingt empfehlenswertes Ausflugsziel. Alles ist sehr liebevoll und hübsch dekoriert, es gibt sogar einen großen Schaugarten, für den man allerdings 5€ Eintritt pro Person zahlen müßte. Da es jedoch so heiß war und auch keine von uns ihre Camera dabei hatte, haben wir darauf verzichtet. 


Statt dessen entschieden wir uns für einen kleinen Einkaufsbummel in dem schattigen, altmodischen, urigen englischen Laden. Was es dort nicht alles zu kaufen gab! Also wir hatten definitiv unseren Spaß, das kann ich Euch versichern. Insbesondere als wir die Hüte-Ecke entdeckten, da war es um uns geschehen. Wir machten einen Aufrieb wie bei Pretty Woman, gibbelten und kicherten und probierten herum. Tatsächlich entschied sich schluß endlich jede von uns Grazien für ein Modell - und was die Selfiemotivation anging war der Tag damit gerettet.








Ja, wir waren Selfie-Gangster und ja, ich bin ganz entzückt von meinem Hut! :D Das letzte Mal, dass ich einen hatte ist glaub ich schon fast neun Jahre her und war damals ebenfalls einer aus Stroh. Den hatte ich mir für einen Urlaub in der DomRep angeschafft. 

Wie auch immer. Nach soviel Shopping-Wut mußten wir uns erstmal auf der Terrasse des Cafes bei Eiskaffee und anderen Köstlichkeiten ausruhen. Da Ana leider ganz böse von Ameisen attackiert wurde, dauerte der Spaß allerdings nicht allzu lang und wir brachen auf Richtung Heimat. Bei Ana zuhaus quatschten wir noch eine Weile und gingen dann am späten Nachmittag gemeinsam für den Abend einkaufen. Auf dem EDEKA-Parkplatz verabschiedeten wir uns anschließend von Ana, die den Abend mit ihrem Mann verbrachte. Zu dritt ging´s somit weiter zu mir und den Miezen. Dort wurde ausgiebig gegrillt und geschlemmt, da das Wetter uns tatsächlich weiter hold geblieben war. Wir quatschten und tranken bis nachts um drei, dann fielen wir alle von dem langen und erfüllten Tag in die Betten.


Nach nur wenigen Stunden Schlaf trieb es uns bereits wieder raus aus den Federn. Es war am frühen Morgen bereits so warm, dass wir beschlossen uns direkt raus auf die Terrasse zu setzen. Ash buk herrliche frische Brötchen (sogar welche mit Käse - kreisch!) und davon freundlicher Weise genügend, dass mein Mann und ich bis zum nächsten Tag noch reichlich davon hatten. 

Bei zunehmender Hitze ratschten wir draußen und ließen es uns gut gehen, bis die Mädels gegen drei am nachmittag die Heimreise antraten. Ich hatte noch ein wenig Gelegenheit zum Aufräumen und Saubermachen, dann kehrte auch mein Liebster zurück und die heimische Ordnung war wieder hergestellt. Ein wunderbares Wochenende mal wieder mit viel Spaß, guten Gesprächen und leckerem Essen. Ich freue mich auf´s nächste Treffen!

Gestern ging´s dann gleich munter weiter. Wir hatten klein Lenny von unseren Friends den ganzen Tag gesittet und da mußte natürlich ein wenig Unterhaltungsprogramm her. Es war bis zum Nachmittag, wo es nur noch schepperte und knallte nach wie vor herrlich sonnig und warm. Also entschieden wir uns für einen Ausflug zum Frankenhof Wildpark in Reken. Wir selber waren vorher noch nie dort gewesen, obwohl das gar nicht weit von uns weg gelegen ist. Gleich zu Anfang waren wir positiv überrascht. Die Eintrittspreise betragen weniger als die Hälfte der bekannten Zoos und sind wirklich gut vertretbar. Die Gehege der Tiere finde ich persönlich sehr liebevoll gestaltet und hatte auch häufig den Eindruck, dass sie teilweise größer waren als die im Burgers Zoo. Jetzt muß ich allerdings auch dazu sagen dass es dort keine Exoten gibt. Aber von jeder Menge verschiedener Eulenarten, über Raben, Luchse, Rehe, Schweine, Ziegen, Bisons, etlicher anderer Vögel, bis hin zu sogar Wölfen und Elchen ist dort Gott weiß was nicht alles zu finden. 



Adelheid :)


Ein wunderschönes Kolk-Raben-Pärchen haben sie dort.
Ich nannte sie Hugin und Munin.


Sehr viel Lehrreiches dort, nicht nur für die Kinder.
Aber insbesondere natürlich. Es gibt sogar eine Tast-Schule,
zum Berühren von Geweihen und anderen Dingen oder Oberflächen.
Auch den Märchenwald hätte ich sehr gerne noch gesehen,
doch das Wetter hatte leider später noch andere Pläne mit uns.

     
Sie (?) hatte gerade zu Mittag gegessen :)


Durch den Zaun war es natürlich teilweise schwierig,
vernünftige Fotos zu schießen.


Ganz ganz große Liebe <3
Bei all der Schönheit ergreift mich doch immer Wehmut.
Sie sollten frei sein und ihr Leben mit dem Wind unter den Flügeln
genießen dürfen...
Ich war schon zufriedener als ich las und hörte, dass in regelmäßigen
Abständen Flugshows mit ihnen auf dem Gelände des Parks abehalten werden.
Können sie sich wenigstens mal ein wenig austoben.

    
Meister Adebar samt Nachwuchs. Da geht mir das Herz auf, ganz weit.




Kleine Ziiiieegen! *-* Das war natürlich was für mich!


Selbstverständlich war nicht nur Lenny im Streichelzoo gewesen,
sondern ich auch =) Es war sooo toll!
Natürlich hat der dickste Bock sich das ganze Futter geholt.
Wie der mich angesprungen ist, Hammer. War nicht schlimm,
auf keinen Fall, aber er hat mich schon ganz schön bedrängt, haha.
Und wie die sich da ständig alle gekloppt haben, mit ihren Hörnern 
gegeneinander. Wahnsinn! Und diese Sounds! Die meckern ja nicht nur.
Ich war das letzte Mal selber als Kind so nah dran gewesen.
Aber ich hatte nicht weniger Spaß als die Kids!      


Mein Männe ging dafür mit auf die riesige Rutsche.
Das hat sicher auch Fun gebracht.
Aber davon hab ich dann doch lieber Abstand gehalten.

 
Man muß schon sagen dass gerade für Kinder dort sehr viel geboten wird.
Ich betone gerne noch einmal dass ich diesen Wildpark dem
Burgers Zoo jederzeit vorziehen würde. Allein schon vom Gefühl her.
Da steckte irgendwie mehr Liebe drin, so kam mir das rüber.
Und was die Familientauglichkeit angeht, wirklich top!
Grillplätze und Picknick-Möglichkeiten, jede Menge super spektakuläre
Spielgeräte, Bollerwagen-Verleih, echt Wahnsinn.
Nur das Essen kann ich leider echt nicht empfehlen.
Mein Mann hatte Nudeln Bolognese und ich Bockwürstchen mit Kartoffelsalat.
Der schmeckte so chemisch und stammte so eindeutig aus dem Fertig-Eimer,
wie es überhaupt nur geht. Die frisch gebackenen Waffeln hingegen 
waren der Hit.   


Die Wasser-Attraktionen (Piratenschiff & Co.) waren bei der gestrigen
Witterung ein ziemliches Highlight. Da ließ ich es mir nicht nehmen
selbst mit zu plantschen, lange Hose hin oder her. Die kann man ja waschen.
Und außerdem war es ja nur klares Wasser und ein wenig Sand.
Tat DAS gut! Bei sowas bin ich selbst noch Kind.

  
Die meisten Tiere haben wir leider gar nicht gesehen und auch viele der anderen tollen Attraktionen nicht. Denn erstens tat meinem Mann der Fuß plötzlich wieder weh - was natürlich total blöd ist, wenn es ums Rumlaufen geht. Und zweitens zog plötzlich ein Gewitter auf, das sich gewaschen hatte. Da bin ich nur froh dass ich doch einen Draht für sowas habe und wir rechtzeitig den Abflug gemacht haben. Aber dort war ich sicher nicht das letzte Mal. Ich würde sehr gerne den Rest der überaus weitläufigen Anlage auch noch sehen. Wer kommt mit? :D